Job 5: Nochmal die Fluggesellschaft

Jawohl, ein neuer Job.

War ja auch mal wieder Zeit, oder? Immerhin habe ich den letzten ganze 4 (in Worten: vier) Monate durchgezogen!

Um ehrlich zu sein, bin ich in Job 5 reingerutscht. Oder er in mich? Hmm… Wie auch immer. 🙂

Vor einigen Wochen kam der Ingenieur der Airline auf mich zu und fragte mich, ob ich gut in Logik bin. „Ich liebe Logik!“ antwortete ich, woraufhin er nur noch von elektrischen Schaltkreisen sprach. Ich nickte und laechelte abwechselnd, bis er verabredete, mir seine Entwuerfe zu geben, damit ich sie nachvollziehen kann.

Nachdem er hinter der Stellwand meines Buerowuerfels verschwunden war, begann ich die Internetrecherche zu diesem Kommunikationsproblem und wurde schnell fuendig.

Die schlechte Nachricht: Ich habe soeben verkuendet, dass ich Elektronik liebe und damit impliziert, dass ich mich gut auskenne, obwohl ich als Maschinenbauer der natuerliche Feind des Elektrotechnikers bin und ebensowenig Ahnung davon habe.

Die gute Nachricht: Es scheint ja irgendwie logisch zu sein, wenn es Logic heisst. Und ich liebe Logik wirklich. Ausserdem kann Elektronik auch nicht schwerer sein als zum Beispiel die Festlegung der Profilverschiebung eines zu konstruierendes Zahnrades, dessen komplettes Getriebe in einer zufaellig besetzten Gruppenarbeit bearbeitet wird. Oder so.

Und immer, wenn ein Elektriker mich als Mechaniker ueberheblich behandelt, spielt sofort folgendes Lied von Torfrock in meinem Kopf:

Im schlimmsten Fall sage ich dem Ingenieur einfach, dass er eine richtig gute Arbeit abgeliefert hat und ich nicht einen einzigen Fehler finden konnte. 🙂

Ein paar Tage spaeter habe ich dann tatsaechlich die Arbeit in der Hand. Das Internet stellt mir freundlicherweise genug Ressourcen zur Verfuegung, um mir das Thema selbst naeherzubringen und dann nachzuvollziehen, was er da eigentlich gemacht hat. Und Matheregeln spielen auch eine Rolle: Allerdings sind die Boolschen Regeln anders als die ueblichen.

Ich wurstel mich durch, nach ein paar Stunden habe ich alles in einem Elektronikprogramm nachgebildet und mache mich an die mathematischen Vereinfachungen, suche Gemeinsamkeiten, klammere aus und stelle um. Auch die bilde ich nach und vergleiche die Logiktabellen.

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Ein Ausschnitt aus meiner ersten elektronischen Schaltung.

Als ich beim Herunterscrollen der Tabellen erkenne, dass meine Loesung die gleichen Ergebnisse liefert, wie die des Ingenieurs, rauschen ein paar Glueckshormone durch meine Blutbahn. Ich habs!!!

Schliesslich suche ich noch die passenden Hardware-Module mit Bestellnummern heraus, die in einem Flugzeug verbaut werden koennen. Ich grinse vor mich hin, weil der alte Rechenschieber auf meinem Hals doch noch nicht allzu verrostet ist.

Dem Ingenieur faellt die Kinnlade herunter, als er meine Loesung sieht. „Pro Flugzeug sparen wir damit $2000!“ merkt er an. Wieder laechel und nicke ich, wie am Anfang des Projekts.

Kurze Zeit spaeter taucht eine ominoese Stellenausschreibung auf, die wie fuer mich gemacht scheint. Engineering Support Specialist, zu deutsch heutzutage wahrscheinlich der gleiche Begriff. Ein Spezialist, der die Ingenieursarbeit unterstuetzt. Kann ich, mach ich.

Bekam ich.

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Dunkle Moebel, weisse Waende. In diesem Buero kommt der Bregen in Wallung.

Freitag bin ich umgezogen in mein eigenes Buero. Es steht in einem Container, zusammen mit dem Buero des Ingenieurs. Ich freue mich schon drauf, was als naechstes verruecktes passiert. 🙂

34 Kommentare

    1. Danke für deine Glückwünsche, liebe Gabi! 🙂
      Ja, es ging auch finanziell bergauf mit dem neuen Job. Allerdings sind die Löhne generell nicht allzu berauschend in der Flugindustrie… Irgendwie müssen die Tickets ja günstig bleiben 😉
      Liebe Grüße!
      Luisa

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    1. Hallo Jens,
      Danke für deine Glückwünsche 🙂
      Ich fange trotzdem früh an zu arbeiten, denn ich möchte pro Tag gern 10 h schaffen, damit ich weiterhin 3 Tage Wochenende hab. Und konzentrieren kann ich mich am besten morgens.
      Also arbeite ich von 6 bis 16 h und der Wecker klingelt um 4:20 morgens. 🙂
      Liebe Grüße,
      Luisa

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      1. Hey Jens,
        da sind unsere Arbeits- und Aufstehzeiten ja sehr ähnlich! 🙂
        Zum Glück wissen viele Leute nicht, wie praktisch das ist; so bleiben die Straßen schön leer und die Fahrt zur Arbeit dauert nicht so lange. 😉
        Liebe Grüße,
        Luisa

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  1. Krass… Habe beschlossen, wenn du so fix dabei bist sich in Sachen einzulesen…. Kannst du ja theoretisch noch nebenbei meine Bachelor schreiben!😂😂😂herje ich wäre an dieser Aufgabe verzweifelt und außer Landes geflüchtet!

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      1. 😅 ich melde mich… Ich fang am Mittwoch erst mal damit an alle gewünschten Einstellungen bei meinem schreibprogramm zu tätigen… Und wenn dann noch was vom Tag übrig ist, widme ich mich dem Aufbau…. 🙄und dann kann ich wieder einige Tage lang nix tun

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  2. Herzlichen Glückwunsch Luis!!!
    Das hört sich gar nicht so unterbezahlt an, finde ich. Besser als Hostel, Restaurant etc. ist es doch aber sicher, oder? Ich gehöre auch zu den Menschen, die lieber den freien Nachmittag genießen als morgens Stunde im Bett zu vertrödeln, diese Woche bin aber dank Junggesellinnenabschied am Wochenende noch nicht so wirklich früh aus dem Bett gekommen. Zum Glück hab ich einige Überstunden, dass ich trotzdem nicht bis in die Puppen arbeiten muss. 🙂

    Liebe Grüße
    Inka

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    1. Dankeschön Inksss 🙂
      Für ne Ingenieursstelle ist mein Gehalt eher wenig aber du hast Recht, natürlich ist das mehr als ich vorher bekommen hab.
      So muss ich halt meine günstigen Flüge reichlich nutzen, damit es sich auszahlt 😉
      Oha, kenne ich die glückliche Braut?! Gut, wenn du schön abbummeln konntest. 😀
      Liebe Grüße,
      Luissss

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      1. Dankeschön, Stefanie 🙂
        Inwieweit ich der Inbegriff der Weiblichkeit bin, weiß ich jetzt nicht… Jedenfalls verstelle ich mich nicht für die Berufswelt.
        Liebe Grüße,
        Luisa

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  3. Komisch, als du gegangen bist, war ich mir sicher, dass es dich in Kanada Untertage zieht und jetzt bist du in der Luft (naja, zumindest passiv…). Leider fällt mir dazu kein Wortspiel ein :‘-(

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  4. Da hast du ja nochmal den Kopf aus der Schlinge gezogen 😀 gut gemacht.
    Habe heute 20l Met gemacht fürs Festival, Rockharz wird 25.
    Schnur lässt sich leider auch nimmer aufm Festival blicken der hat ja jetzt Familie und so 🙂
    Bei mir läufts gut, Gewicht geht in die richtige Richtung, nur der Haarausfall macht mir ein bissl zu schaffen. Meine tägliche Tablettendosis mit den ganzen Zusätzen ist nun auf 25 Tabletten angewachsen aber die ersten Blutwerte sehen schon mal gut aus.

    Ich hoffe bei dir läuft auch alles glatt und ihr genießt das Leben zusammen!?

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    1. Schnur… die Ausrede ist ihm doch in den letzten 9 Jahren nicht eingefallen. So ein Stuemper!!!
      25 Tabletten ist ne Menge Holz. Aber wenns hilft, dass die Werte endlich in die richtige Richtung wandern, ist es doch gut. Die Haare fallen ja nicht aus, die fallen nur auf den Ruecken und wachsen da wieder an! 😉 Nee, wenn die ganzen Toxine raus sind, dann waechst die Matte bestimmt wieder richtig. Und bis dahin hol einfach die orangene Le Frog Jacke raus, so hab ich dich schliesslich (fast) kennengelernt xD

      Jupp, ich hab gerade einen Lauf, siehe neuer Beitrag ^^
      Muessen mal wieder quatschen, schreib mir am besten ne email wanns passt
      lukonblog@gmail.com
      Liebe Gruesse!!!

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