Monat: August 2017

Job 3: Die Selbstständigkeit

Wie in den letzten beiden Beiträgen schon ausreichend beschrieben, arbeite ich in letzter Zeit ziemlich viel. Job 1 und 2 zusammen haben schon mehr Stunden als eine Vollzeitstelle. Aber dann ist da noch der Donnerstag, an dem ich weder Job 1 noch Job 2 nachgehe. Da ist es nämlich Zeit… Für Job 3! 🙂

Job 3: Zusammen mit Tyrel Feuerholz machen und verkaufen

Donnerstag ist der einzige Tag, an dem Tyrel und ich zusammen frei haben. Das muss ausgenutzt werden! Einige Wochen lang haben wir uns mit allen möglichen Behörden angefreundet, alle Scheine brav beantragt, Gebühren bezahlt, doch noch mal länger gewartet als gedacht und den nächsten Schein beantragt. Und schließlich hatten wir nicht nur unser eigenes Gewerbe angemeldet, sondern auch ein eigenes Woodlot zugeordnet bekommen, auf dem wir kommerziell Feuerholz machen und anschließend verkaufen können.

Da wir beide Vollzeit arbeiten, haben wir uns bewusst im höheren Preissegment eingeordnet. Für ein Cord Holz (=3,624 Raummeter) nehmen wir im Sommer $265 (= 177 Euro) und im Winter $300 (= 200 Euro). Viele der Einwohner von Whitehorse heizen ausschließlich mit Feuerholz. Ins Feuerholz ist eins der wenigen Güter, die nicht über eng definierte Grenzen transportiert werden darf. Es muss also alles lokal gekauft werden. Der Grund dafür ist, dass Feuerholz im Gegensatz zu Bauholz nicht behandelt wird und dadurch alle möglichen Baumkrankheiten beinhalten kann, egal ob Käfer, Pilze oder sonst was.

Erschwerend hinzu kommt, dass hier alles Feuerholz von Bäumen kommt, die zum Zeitpunkt des Erntens schon abgestorben waren. Daher, dass Waldbrände hier zum Ökosystem gehören, gibt es überall Gebiete, in denen einige Jahre zuvor ein Waldbrand gewütet hat. Das Produkt ist stehend gut abgelagertes Feuerholz, sogar bereits ohne Rinde. Wenige Bäume sind verkohlt, die wollen die Kunden nicht haben, da sie sonst die ganze Bude zurußen. Eine zweite Möglichkeit der Totholzgewinnung sind Gebiete, die Käfern zum Opfer gefallen sind. Dieses Holz ist jedoch nicht ganz so sehr beliebt, weil die Bäume meist noch die Rinde haben und diese dann wieder das Haus vollkrümelt.

Wir haben ein Woodlot in einem Gebiet, in dem es vor einigen Jahren einen Waldbrand gab und sind sehr zufrieden mit dem vorhandenen Holz.

An einem typischen Donnerstag rollen wir morgens gegen 7 Uhr vom Hof und kommen meist gegen Mitternacht wieder. Für einen Tag körperliche Ertüchtigung zahlen wir keinen Beitrag im Fitnessstudio, sondern schlagen 3 Cord Feuerholz, was wir je nach Staffelpreis für $720 bis $900 verkaufen.

Meist fällt Tyrel die Bäume und sägt das Holz in 6 oder 8 Fuß Länge (1,83 m oder 2,44 m). Ich schnappe mir dann die Baumstämme und stapel sie auf Truck oder Anhänger. Wenn wir das Holz am gleichen Tag noch zum Kunden bringen wollen und es in kleine Stücke gesägt werden muss, bringen wir unser sawhorse (Deutsch: Sägepferd und richtig Deutsch: Sägebock (danke Gunnili;) )) mit. Dann lade ich die Baumstämme auf das sawhorse, Tyrel sägt alles auf die gewünschte Länge und ich stapel die kleineren Stücke auf Truck und Anhänger.

Ist das Tagewerk getan, liefern wir das Holz entweder direkt zum Kunden oder wir fahren wieder nach Hause. Dazu ist zu sagen, dass unser zu Hause zur Zeit wieder bei unserem Freund James und Fuchs Louie ist, südlich der Stadt.

Für meine Freundin Anke habe ich den guten Louie wieder beim Füttern abgelichtet. Die Ergebnisse können sich sehen lassen, obwohl es nur die Kamera im Smartphone war.

Apropos Zuhause… Da wird sich in den nächsten Tagen auch wieder etwas tun. Wir wollen ja nicht, dass Langeweile aufkommt in unserem Leben. 😀 Und unser zweiter Besuch aus Deutschland wird auch kommenden Sonntag eintreffen… Falls ich also wieder für zwei Wochen in der Senke verschwinden sollte, ihr wisst jetzt wenigstens, wo ihr mich finden könnt 😉

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Job 2: Hostel

Ein Job ist kein Job heißt es doch, oder wie war das noch gleich? 🙂 Der Trick ist, dass mir Job Nummer 1 an dem Tag vor die Füße gefallen ist, da mir die Zahlungsunfähigkeit der Farm eröffnet wurde. Die Eigentümerin des Restaurants ist nämlich eine Freundin von Tyrel und mir, die wir an dem Tag zufällig getroffen haben und das Gespräch entsponn sich wie von selbst. Nun ist der Job Nummer 1 allerdings keine Vollzeitstelle. Ich möchte aber eine Vollzeitstelle haben! Kein Problem, sagt die Freundin, ich könne doch noch im Hostel aushelfen, damit ich auf meine Stunden komme. Das Hostel gehört ihr doch auch.

Gesägt, tun getan! Ich war zwar noch nie Gast in einem Hostel aber ich kann mit Sicherheit eins leiten! 🙂

Job Nummer 2: Hans Dampf in allen Gassen im Hostel

Im Hostel ist genau ein Mitarbeiter für alles zuständig. Das heißt, wer immer gerade arbeitet, macht alles, was anfällt.

Das fängt an mit Kaffee kochen am Morgen, Küche putzen, Handtücher auswechseln, Wäsche starten, Betten beziehen, mehr Wäsche waschen, mehr Betten beziehen, Gäste zur Schließzeit mittags herausbitten, mehr Wäsche waschen und Betten beziehen, das Telefon beantworten, Buchungen entgegennehmen, Mails beantworten, mehr Wäsche waschen, Duschen und Klos putzen, staubsaugen und wischen, Gäste einchecken, abkassieren und ihnen eine Tour durchs Hostel geben, Müll, Kompost und Recycling rausbringen, Post sortieren, draußen für Ordnung sorgen, Telefon und Mails beantworten, mehr Gäste einchecken, bei allen Fragen zur Seite stehen, und und und und und…

Es wird jedenfalls nicht langweilig und ich habe mich noch nie dabei erwischt, sehnsüchtig aus dem Fenster zu schauen und mich woanders hin zu wünschen. Ich habe irgendwie andere Dinge zu tun und bin damit beschäftigt, schlechte Witze zu reißen. Die Gäste können sich nämlich nicht wehren muhahaha ;D

Meine liebste Tätigkeit ist es, für einen Gast ein Taxi zu bestellen. Es ist so einfach und macht den Gast unsagbar glücklich, dass er sich nicht drum kümmern muss. Ich bin jedes Mal aufs Neue fasziniert, was für eine große Wirkung das Schwingen eines Telefonhörers haben kann. Andererseits würde es mir wahrscheinlich genauso gehen. Für mich selbst habe ich auch noch nie ein Taxi bestellt! Zu Jugendzeiten hatte ein Freund nach der Disko ein Taxi auf den Namen Geröllheimer bestellt und sich gewundert, warum es nie kam… Immerhin hatten wir auf diesen Namen schon unzählige Tische in Restaurants reserviert und wurden immer freundlich bedient. Daher waren Taxis für mich immer ein wenig suspekt. Ziemlich ironisch, dass Taxis bestellen in einem Hostel meine Lieblingsbeschäftigung geworden ist 😀

Falls es Leute gibt, die, genau wie ich, noch nie in einem Hostel genächtigt haben, möchte ich ein wenig Licht ins Dunkel bringen. Hostels haben das Ziel, eine sichere, saubere und günstige Unterkunft für Reisende zu bieten. Die meisten Betten sind in Schlafsälen zu finden (oder schreibt man das mit Doppel-ä?!), es gibt jedoch auch private Zimmer. Duschen und Badezimmer werden jedoch von allen geteilt. Es gibt eine große Gemeinschaftsküche und auch der Kühlschrank, die Außenbereiche und der Grill kann genutzt werden. Genauso bieten wir eine kleine Bücherei, einen Computer und ein Telefon, sowie unsere Waschmaschine samt Trockner zur Nutzung an.

Besonders gut am Hostel gefällt mir, dass die Reisenden untereinander schnell neue Kontakte knüpfen und sich neue Gesprächs- und auch Reisepartner finden. Die Atmosphäre ist großzügig. Gerne wird Essen geteilt und Sachen wie Bärspray und Kartuschen für den Gaskocher an zukünftige Reisende gespendet. Wenn wir Maler- oder Renovierungsarbeiten am Hostel vornehmen, fragen wirklich mehrere Gäste, ob sie helfen können!! Wenn wir sie dann mit Pinsel oder Handschuhen ausstatten, machen sie sich an die Arbeit! Finde ich jedes Mal wieder toll und es wäre nichts, was mir bei meinen Besuchen in Hotels oder Pensionen eingefallen wäre. Allerdings war ich auch meist auf der Durchreise und hab mich nach dem Frühstück aus dem Staub gemacht auf zu neuen Abenteuern.

Unsere Gäste sind ein bunt gemischtes Völkchen. Die meisten sind schon junge Reisende mit Rucksack. Es kommen aber auch Familien, Leute die einwandern wollen und nach einem Job suchen, ältere Herrschaften, die mit über 70 mit dem Kanu auf dem Yukon fahren oder den Chilkoot Trail wandern, Durchreisende, Bewohner aus kleineren Orten im Yukon, die zum Arzttermin nach Whitehorse kommen und so weiter und so fort.

Die meisten kommen schon aus Kanada oder den USA. Aber auch viele Belgier, Franzosen, Deutsche, Österreicher, Schweizer, Südkoreaner und Chinesen sind dabei. Einige Gäste kamen aus Japan, Taiwan, Italien, Spanien, Südafrika und Ghana. Und viele Länder fallen mir gerade einfach nicht ein. ^^

Immer wieder ergeben sich auch sehr interessante, nachdenkliche und auch lustige Gespräche mit Gästen.

Einige, an die ich mich ad hoc erinnere:

  • Ich gebe einem Gast die Tour durchs Hostel und witzele ein bisschen rum. Gast1: „Ich kann gar nicht glauben, dass du aus Deutschland bist. Deutsche sind doch immer so ernst!“ Ich: „Ja, das war auch immer ein großes Problem mit mir in Deutschland und langfristig der Grund, warum ich das Land verlassen musste.“ Gast1: „Wirklich?!“ Ich: „Nein.“
  • Gast2: „Wenn du Deutsch bist, warum siehst du dann holländisch aus und hast einen schwedischen Dialekt?“
  • Gast3 (70 Jahre): „In meinem Heimatort in Ontario wohnt eine Frau, die dir zum Verwechseln ähnlich sieht… Naja fast, denn sie ist mittlerweile um die Fünfzig. Könnte also deine Mutter sein *schleim*“ Ich: „Ist sie ne scharfe Braut?“ Gast3: „Definitiv!“ Ich: „Puh… Glück gehabt! *Schweiß von der Stirn wisch*“

Meist arbeite ich an ein oder zwei Tagen unter der Woche, nachdem ich mit Job Nummer 1 im Restaurant fertig bin und komme so auf einen schneidigen 13 Stunden Tag. Am Wochenende arbeite ich nochmals ein oder zwei Tage im Hostel, wobei die Zeiten stark schwanken zwischen 3 und 12 Stunden. Das Ergebnis ist jedoch, dass ich sehr abwechslungsreiche Wochenstunden von bis zu 55 Stunden zusammen kriege, was mich freut. 🙂

Nur donnerstags gehe ich weder zu Job 1, noch Job 2. Was ich donnerstags so treibe, erfahrt ihr im nächsten Beitrag mit Job 3 🙂 allerdings kann ich den jetzt nicht auch noch aus dem Ärmel schütteln, da ich jetzt wieder zu Job 2 muss, anschließend schlafen und Job 1. Aber ich bleibe dran, der nächste Beitrag hat dann auch wieder Bilder.

Job 1: Das Restaurant

Okay, okay, ich muss es jetzt mal wirklich machen: Ueber meinen Job schreiben. Besser gesagt meine Jobs. Denn es gibt gleich zwei davon. Wenn man es genau nimmt, vielleicht sogar drei. Was dann auch der Grund dafür ist, dass m ich zur Zeit nicht zum bloggen komme… -.-

Fangen wir an! 🙂

Job Nummer 1: Einkaeufer und Assistent im Restaurant

Mit meinem kleinen Ford Ranger Pickup Truck Dienstwagen duese ich morgens durch die Gegend. Bewaffnet mit einer langen Shoppingliste klappere ich alle Laeden ab und fahre alles zurueck zum Restaurant.

Einen „typischen“ Tag gibt es hierbei nicht. Und gerade das gefaellt mir gut. Es ist alles gewuerzt mit einer Prise Wahnsinn.

Vor ein paar Tagen lief es ungefaehr so ab:

Kurz vor 8 bekomme ich eine Liste per MMS geschickt, was ich alles aus dem ausgelagerten riesigen Gefrierschrank bringen soll, der am anderen Ende der Stadt steht. Ich schreibe die Liste mit einem roten Filzstift auf ein Stueck Pappe, das gerade herumfliegt, ziehe mir die Kapuze ueber den Kopp und trete in die eisige Halle. Nach und nach stelle ich alle gewuenschten Artikel zusammen. 2 Beutel Haehnchenschenkel, 30 Burgerpatties, 2 Beutel Shrimps, 1 Seite geraeucherter Lachs, 3 Kisten Lachsspiesse, 2 Beutel Erbsen, 2 Beutel Mais, 15 Beutel Falafel, …. und noch viel mehr!

Jetzt fuehle ich mich wie der Bofrost-Mann und lade alle gefrorenen Koestlichkeiten auf die Ladeflaeche des Trucks. Ab zum Restaurant, bevor das Gelumpe auftaut!!

Schnell wird durch den Hintereingang des Restaurants alles entladen und ich erhalte die Liste in Papierform. Okay, es scheint ein ruhiger Tag zu sein. Keine Propanflaschen aufzufuellen, keine Waesche waschen, keine Bestellung vom Getraenkehaendler abholen. Cool! Attacke!

Als erstes rufe ich beim UPS Store an, sie moegen bitte 50 Mittagsmenues drucken. So brauche ich sie spaeter nur noch abholen. Wunderbar, hat alles geklappt. Los gehts mit einem Einkauf im guten alten Walmart. Einige Getraenke muessen her, ausserdem Wachsmaler fuer die jungen Gaeste (bin etwas neidisch auf die!)… und wenn ich das Geschirrspuelmittel hier kaufe, kann ich mir den Gang in den anderen Laden sparen. Ab zur Kasse und auf zum naechsten Laden.

Im Independent Grocer kaufe ich alle Lebensmittel, die nicht mit der grossen Bestellung im Laster taeglich angeliefert werden. Und alles, was kurzfristig noch fehlt. Jeden Tag aber mindestens einen 20 kg Sack Mehl. Alles in den Wagen, dann an der Kasse sagen, dass ich hier mit einem Kundenkonto einkaufe. Das dauert dann nochmal laenger. Mist, die haben keine Diaet-7 UP hier, Pepsis Antwort auf Sprite. Dann muss ich wohl gleich nochmal zum Superstore flitzen. Gesagt, getan. Liege aber immer noch echt gut in der Zeit. Und bislang gingen noch keine Notrufe aus dem Restaurant ein, dass sie ganz dringend noch etwas benoetigen. Schnell zum UPS Store fuer die Mittagsmenues, dann noch beim Buerobedarf Thermopapier fuer die Kasse kaufen und zurueck, um alles einzuraeumen. Gegen 11 Uhr muss ich noch zu der oertlichen Fischfarm fahren um Filets anzuholen. Ok, kein Problem. Alle ungekuehlten Waren sind eingerauemt, jetzt nur noch mit dem Rest in den riesigen Kuehlschrank. …Warum haben die den Farbton der Schlagsahneverpackungen geaendert? Und es sind nur noch 2% Fett statt 38% ?!?! Verdammt, ich habe 12 rosa Milchkartons statt Sahnekartons gekauft!!! Schnell wieder in den Karton und ruck zuck umtauschen fahren! Zum Glueck liege ich ja heute so gut in der Zeit.

Nachdem die Sahne im Kuehlschrank ist, frage ich schon mal in der Kueche nach, ob ich ihnen aushelfen kann, bis ich die Fischfilets abholen kann. Ja, es gibt genug zu tun aber ich soll doch erstmal die Service Managerin fragen, was es bei ihr noch gibt. Gut, sie muss ich doch eh noch nach Wechelgeld fragen fuer den Waschsalon morgen frueh!

Uns geht das Bier aus! Nach dem langen Wochenende ist unsere grosse Getraenkebestellung noch nicht abholbereit. Aber schnell wird der Hoerer geschwungen und ich darf wenigstens ein Fass des Bieres Yukon Gold vom staatlichen Alkoholgrosshandel abholen. Schnell wieder den Truck gestartet und durch die Stadt geflitzt.

Das Fass schleppe ich zusammen mit dem Chefkoch durch das Restaurant. Jetzt ist der Fisch auch schon abholbereit! Und ich musste gar nicht die Zeit vertroedeln. Da kommen auch schon beide Manager auf mich zu: Ich muss unbedingt auf meinem Weg noch beim Imbisswagen anhalten… Die brauchen Fisch und Suppe… und Wechselgeld!! Mit Allem bewappnet fahre ich los. Das Wechselgeld, was mir in die Hand gedrueckt wird, ist knapp, aber es reicht. Ich tausche es gegen ein paar Scheine ein, liefere Fisch und Suppe und erhalte leere Plastikwannnen und dreckige Putzlappen als Gegenleistung.

Dann duese ich zu der Fischfarm, die noerdlich der Stadt liegt. Dort wissen sie schon, dass ich komme und holen die Pakete voller Fischfilets aus dem Kuehlschrank, als ich den Namen des Restaurants verrate. Schnell muss der Fisch zum Restaurant transporiert werden. Dort angekommen lade ich den Fisch, die Plastikwannen und Putzlappen aus und erinnere den Manager daran, heute abend dem Imbisswagen 10 saubere Putzlappen mitzubringen!

Als ich die Tasche mit dem Wechselgeld zurueckgebe, merke ich an, dass wir nur noch sehr wenig Wechselgeld vorraetig haben. „Tatsaechlich! Warte mal bitte einen Moment…“ Emsig werden Scheine gezaehlt. „Lauf doch bitte mal eben zur Bank und bring mir $100 in $5 Scheinen, $100 in $2 Muenzen und $50 in 25ct Muenzen wieder!“ Schnell losgelaufen, am Schalter angestellt und mit dicken Taschen wiedergekommen.

„Super, vielen Dank! Doch eine Sache ist eben noch hochgekommen: Wir haben fast gar keinen Kaffee mehr! Bitte fahr doch zur Kaffeeroesterei und hol Kaffee ab. Ich habe eben angerufen, du musst es nur abholen und nichts bezahlen! Weisst du, wo die Roesterei liegt?“ Ja, ich weiss, wo die Roesterei liegt. Auf der Rueckfahrt duftet die Fahrerkabine nach frisch geroestetem Kaffee. Es ist aber auch ein riesiges Paket, das ich da mitbekommen habe!!

Jetzt ist es schon fast mittags. Mal sehen, ob im Restaurant noch etwas Neues benoetigt wird oder ich langsam Feierabend habe.

Der Servicebereich ist ruhig, alles ist gut. Also frage ich in der Kueche nach, ob noch Hilfe gebraucht wird. „Du wuerdest uns wirklich aushelfen, wenn du einen 20 Liter Eimer voller Karotten schaelen koenntest!“ Kein Thema! Der Sparschaeler ist bereits heissgelaufen, als die letzte Moehre ihren Weg in den Eimer gefunden hat.

„Noch was, was ich tun kann?“ „Klar, die Rippchen!“

Vier riesige Bleche vollgestapelt mit geräucherten Rippchen… Der Geifer rinnt mir fast übers Kinn. Heute gegen fünf Uhr morgens wurden die Rippchen mit einer Gewürzmischung eingerieben und dann für 4,5 Stunden im Smoker durchgeräuchert. Nach und nach nehme ich mir die Unterseite aller Rippenplatten vor. Mit einem Löffel kratze ich die Fettschicht und Haut ab. Keine Angst, es ist immer noch genug Fett auf der Oberseite der Rippchen vorhanden, so dass sie sehr saftig sind! 🙂

Das erste Mal, als mir diese wichtige Aufgabe übertragen wurde, habe ich die Fleischstücke genascht, die zusammen mit dem Fett heruntergekratzt wurden. Dies stellte sich als fataler Fehler hinaus. Nicht nur wurde mir unsagbar schlecht von dem ganzen Fett, das noch am Fleisch hing, meine Gedärme wurden auch mit Hochdruck mal wieder richtig durchgespült.

Heute bin ich schlauer und lasse mich nicht vom Fettberg verführen! Rippe um Rippe wird bearbeitet, bis nach ca 1.5 Stunden alles Unerwünschte abgekratzt ist. Anschließend schneide ich die einzelnen Rippenbogen in Portionen und stapel sie in beschriftete Plastikbehälter, die in den Kühlschrank wandern.

Nach meinem Kücheneinsatz gibt es wirklich nichts mehr zu tun für mich. Aus unerfindlichen Gründen verspüre ich einen wahnsinnigen Hunger auf Rippchen, die ich mir kurzerhand zum Mitnehmen bestelle. Immerhin bekomme ich an Arbeitstagen 50% Rabatt auf ein Gericht und sogar ein kostenfreies Gericht, wenn ich in der Küche ausgeholfen habe… Wenn das mal nicht mein Untergang ist 😀

Weiter geht es hoffentlich bald mit Job Nummer 2 🙂

 

Wieder da aus der Senke!

Alles neu macht der August – neuer Job, neuer Stellplatz vom Wohnwagen und neuerdings auch kein Richard mehr in Kanada zu Besuch.

Aber freundlicherweise gewaehrt uns der gute Richie einen Einblick in das, was er so alles im Yukon an Ein- oder auch Ausblicken gehabt hat.

Mit einem Mopped hat er fuer einen Monat des Yukon und auch Teile Alaskas unsicher gemacht. Wenn das nicht nach Postkartenbildern riecht!!!

Vor etwas ueber einem Jahr habe ich zudem meine Haarpracht gekuerzt – und zum Glueck nach einem Jahr daran gedacht, ein Vergleichsbild zu schiessen!

Fazit: Am Modestil hat sich nicht viel geaendert. Dunkle Hose, Guertel, schwarzes Tank Top und Bundeswehrhemd drueber. Die Haare sind wieder laenger aber insgesamt sehe ich… irgendwie geloester aus. Und… Ich habe ein Muttermal?! Ach nee doch nicht ^^

Nachdem ich jetzt schon die ersten Tage im neuen Job verbracht habe und das groesste Schlafdefizit vom Umzug nachholte, werde ich dann auch hoffentlich wieder oefteriger zum Schreiben kommen. Auch ueber den neuen Job 🙂