Kanada

Projekt Elchkanu Tag 3 (mit Bild von totem Vogel)

Nach einem unglaublich erholsamen Schlaf wache ich neben der alten Huette auf. Es ist so warm, dass ich in der Nacht meinen Schlafsack ein bisschen oeffnen musste, um nicht zu schwitzen. Der morgendliche Blick auf das Thermometer verraet, dass es dann doch nur 1 Grad ist. Fuehlt sich im Vergleich zu gestern morgen wie 10 Grad an!

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Neben einer verfallenen Holzhuette mit Grasdach schlief ich wie ein Baby. Nur unter einer aufgespannten Plane neben einem kleinen Feuer.

Diese Nacht lagen wir nicht beide direkt neben dem Feuer, sondern in der Reihe Feuer, Tyrel, ich. Dadurch lag die Verantwortung, das Feuer am Leben zu halten, ganz bei Tyrel. Oder fast, denn alle zwei Stunden erwachte ich in einen halbbewussten Zustand und leitete Tyrel an, mehr Holz ins Feuer zu legen. Rueckblickend wundere ich mich, warum ich diese Nacht trotzdem so selig schlief. Macht nichts, jetzt wird nach vorne geblickt!

Oder erstmal in die Plastikschuessel zum Fruehstueck. Der Reis ist zum Glueck vollstaendig verzehrt. Ab jetzt sind wir so lange Beilagenvegetarier, bis wir uns selbst etwas jagen. Immer noch stimmen mich die matschigen Kaesenudeln froehlich. Und selbst meine Eingeweide beschliessen, die althergebrachte Tradition der morgendlichen Defaekation wieder aufzugreifen, nachdem die letzten beiden Tage alles auf Streik stand.

Wie erledigt man nun seine Morgentoilette im Wald? Man schnappt sich einen Spaten, entfernt sich mindestens 150 Meter von der naechsten Wasserquelle und sucht sich ein schoenes Plaetzchen. Je nach Laune und Gegebenheiten kann man vielleicht einen dicken, parallelen Ast als Donnerbalken missbrauchen oder man koert ein leicht abschuessiges Gelaende zum perfekten Hockplatz. Dann heisst es buddeln. Da moechte niemand reintreten und auch die oertliche Fauna sollte nicht in Versuchung gefuehrt werden.

Nachdem der Hauptakt vollzogen wurde, verfuellt man die ausgehobene Grube, schnappt sich das beiseite gelegte, gebrauchte Klopapier und schmeisst es in die immer noch funktionstuechtige Feuerstelle. Und dann ist es schon Zeit, zusammenzupacken und sich in das Kanu zu begeben.

Nach kurzer Zeit faengt es an zu regnen, was fast den ganzen Tag ueber anhalten wird. Ich frage mich, ob das gruene Kanu wohl wieder Pause macht und nur bei gutem Wetter paddelt. Uns begegnet es jedenfalls nicht.

Die Zeit und Flusswindungen folgen ziehen sich langsam dahin. Wenigstens gibt es keinen bemerkenswerten Gegenwind, der uns noch zusaetzlich aergert. Paddel, paddel, paddel.

„Elch!!!!“ Fluestert Tyrel von hinten und gerade so sehe ich noch einen grossen Schatten ins Gebuesch huschen. „Das ist es! Schnell, wir muessen ans Ufel paddeln!“ Das ist bei der starken Stroemung des Flusses gar nicht so einfach. Aber mit vereinten Kraeften und einer Menge Geraeusch legen wir an. Tyrel schnappt sich die Flinte und wir schleichen uns an. Bedroeppelt stehen wir schliesslich dort, wo wir den Elch erblickten. Doch er war zu weit weg, als dass man ein Geweih haette erkennen koennen. Wir wissen also nicht, ob es sich um Maennlein oder Weiblein handelte. Also stehen wir im Regen und rufen. Rufen. Gehen umher. Und rufen. Nichts.

Wir sind heute noch nicht so lange unterwegs, als dass wir hier das Lager aufschlagen koennten, ausserdem gibt es auch keinen geeigneten Platz ohne Steine oder Sumpf. Zusaetzlich faehrt zweimal ein Motorboot an uns vorbei. Mit haengenden Schultern ziehen wir zurueck zum Kanu und paddeln fort.

Wenige Fllusswindungen spaeter treffen wir auf die Lagerstelle der Motorboot-Jaegergruppe. Gestern waren sie erfolgreich und haben einen Elch flussabwaerts geschossen. Heute versuchen sie ihr Glueck flussaufwaerts. Sie wollen unbedingt wissen, wie wir den Elch denn in unser Kanu puzzeln wollen, falls wir einen schiessen. Fuer diesen Fall haben wir ein kleines aufblasbares Ruderboot dabei, lassen wir sie wissen. Ersstaunt-unglaeubige Gesichter lassen wir zurueck, als wir den Fluss entlanggleiten. Und schliesslich hoert auch der Regen auf.

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Der Himmel ist aufgeklart ueber dem Fluss, jedoch wird es langsam dunkel.

Einen geeigneten Lagerplatz finden wir bei einem alten Goldgraebercamp. Nach 53 km vorwiegend regnerischem Fluss ist es schoen, fuer heute angekommen zu sein. Ein kurzer Rundgang auf schmalen Pfaden im Wald zeigt eine Menge zurueckgelassene Ausruestung aus vergangenen Zeiten.

Etwas weiter inland hoeren wir ein vertrautes, aufgescheuchtes Flattern ueber unseren Koepfen. Grouse!! Tyrel laeuft schnell zurueck zum Camp, waehrend ich das Federvieh im Auge behalte. Es scheint mich interessant zu finden, reckt den Kopf und gluckt vor sich hin, wechselt den Ast und beaeugt mich noch mehr. Tyrel ist wieder da mit der Schrotflinte und unser Abendessen ist bereichert.

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Das Huehnchen war sofort tot. Eine Schrotkugel hat zusaetzlich den Fuss getroffen.

 

Waehrend ich den warmen Vogel zerlege, wirft Tyrel die Kettensaege an und macht reichlich Feuerholz fuer den Abend, die Nacht und den Morgen.

Es ist sehr windig und regnet vielleicht bald wieder, der Himmel ist noch stark bewoelkt. Zur Sicherheit spannen wir eine Plane als Regenschutz ueber uns und zwei als Windschutz von der Seite. Das sorgt dafuer, das der Feuerrauch ziemlich herumgewirbelt wird, aber was soll man machen? Ich bin sehr muede und schlafe nach etwas Grouse mit Kartoffelbrei auch Kartoffelflocken bald ein.

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Unser Camp am naechsten Morgen: Drei Planen auf einer Anhoehe am Fluss bieten Schutz.

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Projekt Elchkanu Tag 2

Ich wache auf und… mein Naeschen ist kalt. Das Feuer ist zum Glueck die ganze Nacht am Leben gehalten worden von Tyrel und mir, wenn wir abwechselnd wach wurden und im Halbschlaf ein paar Kloetze Holz nachgelegt haben. Aber warum ist meine Nase kalt und wollten wir nicht ganz frueh starten, um dem Wind ein Schnippchen zu schlagen?

Ich schaue rueber zu Tyrel, der sich in seinem roten Schlafsack auch schon hin- und herbewegt. Wenn in der Nacht ein Baer vorbeigekommen ist, hat er sich bestimmt gefragt, warum zwei riesige, rote Zahnpastatuben um ein Feuer herum liegen. Ich versuche hinter Tyrel zum Fluss zu sehen und sehe… nichts. Alles ist voller dichtem Nebel. Nur den engsten Kreis Baeume um uns herum koennen wir sehen, der Rest ist im grauen Dunst verschwunden. Wortlos stimmen wir ueberein, dass es sich bei diesen Witterungsbedingungen lohnt, noch ein Muetzchen Schlaf nachzuholen.

Gesfuehlte fuenf Minuten spaeter ist es schon viel heller und der Nebel hat sich groesstenteils verzogen. Raus aus dem Schlafsack, Wasser vom Fluss holen fuer das Fruehstueck und Tee fuer zwischendurch und… Moment, was ist das auf dem Thermometer?

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Mein deutsches Kuehlschrankthermometer ist voller Frost und zeigt -7 Grad an.

Naja, wir haben auch schon um einiges kaelter geschlafen als – 7 Grad. Aber da wir sehr warme Schlafsaecke besitzen, waren wir komplatt mollig warm die ganze Nacht ueber… Okay fast komplett. Meine Nase war damit beschaeftigt, die kalte Luft anzuwaermen und ist nun selbst reichlich kalt. Aber nach ein paar komischen Grimassen zwecks Nasengymnastik fuehlt sich alles wieder normal an.

Unsere Schlafsaecke haben wir in selbstgenaehte Leinenueberzuege gesteckt, damit kein Funkenflug des Lagerfeuers Schaden anrichten kann und sie vor Schmutz und Rissen geschuetzt werden.

Schon ging es ans Essen (REIS MIT CHILI!!! BAEH!), dann ans Packen und Verschnueren am Kanu und es wurde wieder gepaddelt.

Nach einiger Zeit des freudigen Paddelns ohne Gegenwind erspaeht Adlerauge Tyrel etwas am Ufer! Ist es Elchkacke? Nein, es bewegt sich. Ein Biber?!? Ich freue mich schon, mein erster Biber!! Mit meiner Kamera zoome ich komplett heran und kann mich immer noch nicht entscheiden, ob es jetzt ein Biber ist oder nicht.

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Ein braunes Fellknaeul mit langem, platten Schwanz am Strand des Ufers.

„Es ist ein muskrat!!“ Schrei-fluestert Tyrel begeistert! Okay, es ist auch die erste muskrat, zu deutsch Bisamratte, die ich aus naechster Naehe sehe.
„Wollen wir sie mit nem Paddel totkloppen und essen?!“ schlaegt Tyrel begeistert vor.
„Nein, verdammt! Das ist die erste muskrat, die ich sehe und die hat verdammt nochmal Bestandschutz!!“
„Na gut. Komm, wir paddeln zum Ufer und gucken sie uns genauer an.“

Ich bleibe im Kanu und versuche, die plueschige Niedlichkeit des kleinen Vegetariers mit der Kamera einzufangen und Tyrel geht langsam auf die muskrat zu und… streichelt sie?!?!

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Tyrels gelber Handschuh streichelt ueber das Fell der muskrat, die davon komplett unbeeindruckt bleibt.

Was bitte passiert da? Wie kommt er auf die Idee, die muskrat zu streicheln und wie kommt die muskrat auf die Idee, so verdammt cool zu bleiben?! So ganz durchblicke ich die Situation nicht, mache aber fleissig Fotos.

Dann sieht Tyrel das gruene Kanu von gestern herannahen und winkt die Kanuten heran, die auch zuegig heranpaddeln.
„Hi, wie gehts?“
„Gut und euch?“
„Auch gut. Wir haben eben eine muskrat gestreichelt und dachten das wollt ihr bestimmt sehen!!!“
„Aha… aehhh… braucht ihr irgendwie Hilfe?“
„Nein, wir wollten das euch nicht vorenthalten.“
„Okay… Dann habt noch einen guten Tag.“
*weiterpaddel*

Na dann… mehr muskrat fuer uns!!! Tyrel streichelt sie noch einmal aber der Zauber des Anfangs ist wohl fuer die muskrat verflogen. Wie in Zeitlupe dreht sie sich zum uebergrossen Handschuh, nagt einmal daran und gleitet ins Wasser. 1,5 Meter fluessabwaerts geht sie wieder an Land undsucht weiter den Boden nach Futter ab. Wir behelligen sie nicht weiter. Ich mache noch ein paar Bilder und auch wir stechen wieder in See.

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Muskrat – die plueschigste Versuchung, seit es Nagetiere gibt.

„Ich moechte wirklich gerne noch einen Biber in freier Natur sehen!“ erzaehle ich Tyrel. Er entgegnet: „Biber sind asoziale Arschloecher. Die schlagen mit ihrem Schwanz aufs Wasser und tauchen unter, nur um dir zu zeigen, wie doof sie dich finden. Und sie zerstoeren so viele alte Wege in der Wildnis durch das Aufstauen von Fluessen und Seen.“

Aber aber aber der Biber war doch immer so ein nettes kanadisches Maskottchen in meinem Kopf… Frueher hat er uns sogar in Deutschland Spanplatten und Rostschutzfarbe bei OBI verkauft, bis er Insolvenz anmelden musste. Ob ihn das hat zum Soziopathen werden lassen?!

Ich sinniere noch so vor mich hin beim Paddeln, da schreit es wieder fluesternd hinter mir: „eeeeeelch!!!!!!“ Oh, tatsaechlich! Ein Riesenvieh steht im Fluss und schaut angestrengt zum Ufer herueber. Allerdings fehlt das Geweih, es handelt sich um eine Elchin. „schnell, wir paddeln zum ufeeer!!! ein maennlicher Elch ist bestimmt nicht weit!“
Doch noch einigen Paddelhieben koennen wir schon besser in die Kurve des Flusses sehen. Dahin, wo die Elchkuh starrt. Rauch steigt auf. Einige Jaeger werkeln ums Feuer und zerlegen den potentiellen Liebhaber der Elchkuh.

Mir tut sie ziemlich leid. Warum sie wohl weiter zusieht und nicht einfach zum anderen Ufer schwimmt? Ich hoffe, dass sie morgen einen schoeneren Tag erlebt.

Schliesslich kommt erneut Wind auf und es faengt an zu regnen. Ganz leicht zunaechst und der Himmel ist auch nicht so duester… also paddeln wir erstmal weiter? Nein, es scheint nicht aufzuhoeren, so legen wir eine Pinkelpause ein und kleiden uns angemessener. Tyrel streift seinen Militaer-Poncho ueber und ich begnuege mich mit einem organgenem Muellbeutel. Ja, an das Loch fuer den Kopf und die Arme habe ich gerade noch so gedacht. 🙂

Waerend wir so durch den Regen paddeln, ueberholen wir die Mitpaddler im gruenen Kanu. Sie haben Zuflucht vor dem Niederschlag gesucht, eine Plane gespannt und ein kleines Feuer aus abgebrochenen Aesten entzuendet. Wir winken nett und gleiten davon.

Der Fluss wird schliesslich anspruchsvoller. Gut, dass wir die Flusskarte dabei haben. Sie zeigt uns naemlich an, ob wir rechts oder links an den Inseln und Sandbaenken vorbei muessen. Wo grosse Steine versteckt sind. Und manchmal auch, wo sich ein potentieller Lagerplatz versteckt.

Schliesslich halten wir im Abendgrauen an einem Platz, wo schon eine alte, verfallene Blockhuette steht und schlagen unser Lager auf. Es steht wieder Reis auf dem Speiseplan und schon beim Gedanken daran drehen sich meine Eingeweide gegen den Uhrzeigersinn. Grosszuegig biete ich Tyrel meine Potion Reis mit Dosenchili an, ich wuerde mich auch mit Kaesenudeln begnuegen. Er beisst an! Und ich beisse gierig in matschige Kaesemacaroni. Wohlwissend, dass die mir wahrscheinlich ebenso schnell aus dem Hals haengen werden. Aber heute ist es purer Luxus.

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Das Kanu liegt an Land fuer das abendliche Lager, waehrend die Wolken ueber dem Fluss sich grau-rosa-gelb faerben.

Die alte Blockhuette finde ich interessant, aber auch ein bisschen gruselig im Dunkeln, weil sie so verfallen ist. Ob ich hier gut schlafen werde, unter der Plane direkt neben dem Haus?
Noch waehrend ich mich das frage, fallen mir im Schlafsack die Augen zu und nach den heutigen 52 km auf dem Fluss falle ich in einen himmlischen, erholsamen und sorgenlosen Schlaf.

Projekt Elchkanu Tag 1

Frueh klingelt der Wecker im Motel und schon knurrt der Magen. Doch wie bringen wir hier das Wasser zum kochen fuer das Fruehstueck? So ganz ohne Wasserkocher oder Feuerstelle… Schnell wird der Kaffee- /Teeautomat entfremdet und mit heissem Tee weichen wir unseren 5-Minuten-Reis ein, um ihn mit einer Dose Chili verziert herunterzuschlingen.

Und dann geht es auch schon zurueck zum Truck. Es ist noch komplett dunkel, das mitgebrachte Thermometer zeigt -5 Grad an. Waehrend wir die Sachen aus dem Zimmer in den Truck raeumen und zum Fluss ziehen, verschwindet die Dunkelheit der Nacht und macht morgendlichen Farben Platz.

Schliesslich stehen wir mit einem Haufen Ausruestung vor dem Kanu und fangen an zu puzzeln. Im Gegensatz zu gestern weht kein Wind und ich kann mir vorstellen, nach links den Fluss herunterzufahren. Weil es so kalt ist, dampft der Fluss richtig.

Als das Kanu gepackt ist, parkt Tyrel den leeren Truck beim Motel, damit wir ihn nach der Tour sicher wieder abholen koennen. Ich stehe am Kanu und schaue auf den Teslin River. Dort werden wir 380 km entlangpaddeln. Ohne Handyempfang. Ohne Hilfe eines Motors. Ohne Zelt. Was wohl fuer Abenteuer auf mich warten?

Schliesslich kommt Tyrel ohne Truck vom Motel zurueck und es ist Zeit zu paddeln. Es ist das vierte Mal, dass ich in einem Kanu sitze und ich fuehle mich sehr bereit.

Es ist ein Genuss, lautlos durch diese spiegelnde Oberflaeche zu gleiten. Das Wasser ist so klar und flach, dass ich die Unterwasserpflanzen beobachten kann und manchmal sogar Fische erspaehe.

Nach einigen Windungen des Flusses kommen wir an einem Fish Camp vorbei, bei dem ein First Nation angelt. Fish Camps sind einfache Siedlungen der Ureinwohner an Fluessen, die der grossen Gewinnung und Haltbarmachung von Fischen fuert den Winter dient. Als wir gerade an ihn vorbeigleiten, ruft er uns zu, dass er vor kurzem einen Elchbullen hinter der naechsten Windung gesehen hat. Wir wuenschen ihm einen guten Fang und paddeln erwartungsvoll der Windung entgegen. Der Ureinwohner mit Hightechangel sing uns ein traditionelles Lied hinterher. Ich fuehle mich wie im Film und geniesse.

Wenige Stunden spaeter verstehe ich, warum der Fluss gestern stromaufwaerts floss. Ein starker Gegenwind kommt auf und wir paddeln, was das Zeug haelt. Doch scheinbar kommen wir gar nicht voran. Zur Motivation suche ich mir einen Baum am Ufer aus, den ich so lange anglotze, bis wir ihn erreicht habe. Ich gebe den Baeumen Namen und denke mir Geschichten aus, was sie wohl alles erlebt haben.

Schliesslich halten wir zur Mittagszeit an einer Insel am Fluss. Das Kanu hieven wir an Land, damit es nicht weggespuelt werden kann. Und wir erkunden die Insel. Viele Elch- und Baerenspuren saeumen das Ufer. Eine unbewohnte Huette gammelt vor sich hin.

Der Gegenwind ist an den Stellen mit wenig Stroemung im Fluss so stark, dass sich Wellen mit weissen Kappen bilden – die sogenannten Whitecaps. Ich hoffe, das Wetter aendert sich nochmal die kommenden Tage.

Als die Sonne schliesslich hinter den Bergen verschwindet, legt sich der Wind. Aber wir koennen die Gelegenheit nicht nutzen um Kilometer zu machen, sondern muessen einen Lagerplatz finden. Mit genuegend Totholz, damit wir uns ein Feuer bauen koennen.

Am ersten Lagerplatz liegt schon ein gruenes Kanu. Eine Person traegt das Gepaeck zur Feuerstelle, waehrend sich die andere Person am Feuer waermt. Der naechste auf unserer Karte verzeichnete Platz ist belegt mit einer Gruppe Motorboot-Jaeger in Tarnfarbenanzuegen. Also heisst es einen Zahn zulegen und zur naechsten Stelle paddeln, bevor es zu dunkel ist.

Schliesslich halten wir an einer Stelle und entscheiden uns, zu bleiben. Das Kanu vertaeuen wir gut und das Gepaeck trage ich Stueck fuer Stueck das steile Ufer herauf, waehrend Tyrel sich um die Feuerholzbeschaffung kuemmert. Ganz feudal haben wir unsere Kettensaege mitgenommen. Erst fand ich das uebertrieben. Aber als ich unser prasselndes Feuer mit dem Mikadostaebchen-Haufen der anderen Kanufahrer vergleiche, muss ich zugeben, dass das eine sehr gute Idee war.

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Das Feuer erwaermt Wasser in unserem Topf, der durch ein Dreibein gehalten wird.

Zu essen gibt es… Fuenf Minuten Reis mit einer Dose Chili. Mir haengt das jetzt schon zum Hals raus und ich sehne mich nach den Kaesemacaroni. Tyrel predigt jedoch, dass wir doch erst die Dosen aufessen sollten, um Gewicht zu sparen. Stimmt ja… irgendwie…

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Selbst wenn ich das Bild sehe, mag ich nicht mehr: Das Chili ergiesst sich lieblos ueber eine Monsterportion pappigen Reis in meinem Plastikcontainer.

Nach dem Essen werden die Schlafsaecke ausgerollt. „Jetzt muessen wir noch Planen spannen!“ wirft Tyrel ein. Ich kann am sternenklaren Himmel nicht eine Wolke entdecken und ueberrede ihn schliesslich zum Cowboy Camping, dem Schlafen unter freiem Himmel. „Aber nur, wenn du mir mitten in der Nacht beim Aufbau der Plane hilfst, wenn es dann doch regnet!“ „Yep.“

Zum Einschlafen sehe ich mir die Sterne an. Verwundert bin ich ueber die vielen, vielen Satelliten, die leuchtend die Erde umkreisen. Stossen die nicht aneinander? Wie viele gibt es ueberhaupt davon? Es muss vom Weltall aus ja so aussehen, als wuerde die Erde von einem Moskitoschram umrundet!

So schlafe ich ein nach einem windigen 40 km Paddeltag.

Projekt Elchkanu Tag 0

Nach ziemlich genau zwei Jahren verbringen Tyrel und ich wieder einen Urlaub zusammen. Nicht nur ein paar Tage frei zusammen zu Hause oder ein verlaengertes Wochenende wo hin. Nein, wir fahren in den Urlaub. Besser gesagt paddeln wir in den Urlaub. Mit einem Kanu. In dem neben einer Menge Ausruestung auch ein Gewehr mitschwimmt, das gerne auf einen Elchbullen zielen wuerde.

Fuer alle Nicht-Freunde von blutigen Bildern: Ich werde wie gewohnt in der Ueberschrift ankuendigen, falls es besagte Bilder zu sehen geben sollte. Bei einer Jagd ist der Ausgang ungewiss. Und das ist auch gut so, wie ich finde.

Unsere Kanutour verlaeuft von Johnson’s Crossing ueber die Fluesse Teslin und Yukon nach Carmacks, wo wir dann nach 380 km paddeln unseren Truck abholen, den wir bei einem Bekannten geparkt haben.

Tag 0

An Tag 0 stehen wir frueh auf in unserem gemuetlichen Blockhaus, um alles fuer unseren Trip zusammenzupacken. Die letzten beiden Wochen waren neben der Arbeit gesaeumt von Einraeumen und Putzen des neu bezogenen Hauses, sowie Vorbereitungen auf die Kanujagd. Und heute? Heute ist es endlich so weit!

Beim Rein- und Rausgehen dekorieren wir den gesamten Teppichboden mit Laub. Doch das kann mir nicht die Stimmung verhageln, schliesslich ist die Vorfreude zu gross. „Wieviele paar Socken nehme ich mit? Wie kalt wird es wohl werden? Brauchen wir wirklich so viele Kaesemaccaroni?!“ Zum Glueck habe ich einen Wildnisguide geheiratet und keinen Philosophen – so bleibt das Packen pragmatisch und effizient.

Trotzdem dauert das Packen einige Stunden, bis alles sinnvoll in grossen Plastikkisten verstaut ist. Spritz- und Regenwassergeschuetzt, sowie einfach zu handhaben. Das Kanu noch auf den Truck gehievt und festgezurrt und schon geht es los in Richtung Johnson’s Crossing. Nein, eigentlich noch nicht ganz, denn wir muessen noch in der Stadt anhalten und Erledigungen machen. Vielleicht noch einen kleinen Burger essen. Na gut. 🙂

Die Fahrtzeit nutze ich, um einen Blogbeitrag zu verfassen und ein paar hastig getippte Emails zu verschicken. Und nach ein paar Stunden sind wir auch schon in Johnson’s Crossing angekommen und blicken auf den Teslin River.

Auf dem Bild mit der Bruecke ist ersichtlich, dass die Sonne guelden scheint und lange Schatten wirft. Aus den paar Stuendchen hier und da ist naemlich fast der ganze Tag geworden und die Sonne geht bald unter.

„Hier paddeln wir nach links den Fluss herunter!“ spricht Tyrel.

„Bist Du sicher?! Die Stroemung scheint nach rechts zu gehen.“

„Das ist nur der Wind. Schmeiss einen Stock ins Wasser und Du wirst sehen, dass er nach links getrieben wird.“

*platsch* *Stock treibt nach rechts*

„Okay, dann ist es wohl ein staerkerer Wind. Also was machen wir jetzt? Wenn wir lospaddeln, muessen wir uns sehr bald einen Platz zum Schlafen suchen, weil es schon so spaet ist… Ich waere aber auch fuer Dich bereit, eine Nacht im Motel zu schlafen.“

„Muss wegen mir nicht sein. Wir koennen campen.“

„Die Sache ist nur, dass wir dann alle unser Sachen morgens wieder verstauen muessen, bevor wir zum Fluss fahren. Frueh starten koennen wir dann wohl nicht.“

„Na gut, wir koennen ja mal nachfragen, ob die noch ein Zimmer haben.“

Tatsaechlich war das Motel ausgebucht, hat dann aber noch bewerkstelligt, ein Zimmer fuer uns freizuschaufeln indem es drei Gaeste in ein Zimmer gequetscht hat.

Im Zimmer steht… ein angeschlossener Fernseher! Tyrel und ich gucken uns an, und beschliessen die Kiste anzuschalten. Immerhin haben wir seit 16 Monaten nicht mehr fern gesehen. Das Programm erscheint uns doch etwas surreal. Ein Tierarzt versucht, ein Pferd zusammenzuflicken, nachdem es vom Stier aufgespiesst wurde. Dann eine Tieraerztin mit einem Hund im kritischen Zustand, der es auch leider nicht schafft. Alle paar Sekunden andere Kameraeinstellungen, Einblendungen und alle paar Minuten Werbung. Schliesslich ein Brautmodeladen, in dem Braeute mit zu teuren weissen Einmalprodukten um die Gunst von Freunden und Familie werben. Die Verkaeufer treten als Vermittler und Psychologe auf, alle Teilnehmer der Show werden anscheinend alle zwei Minuten seperat interviewed, damit man jedes Drama herauskitzeln kann.

Die Kiste schalten wir aus, anscheinend haben wir nichts Wichtiges verpasst waehrend unserer Abstinenz. Ich flechte mir stattdessen in langer Unterwaesche meine Haare in losen Zoepfen ueber die Ohren. Gegen Filz, fuer warme Ohren!!

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In Wollunterhose mit Eingriff sitze ich auf meinem Motelzimmerbett und freue mich. Ueber die neue Peruecke und auf den bevorstehenden Trip.

Schliesslich loeschen wir das Licht und wuenschen uns eine gute Nacht. Was wird mich wohl morgen erwarten? Jedenfalls kein Spuelklo mehr! Ich bin gespannt aber schlafe direkt ein, den Wecker klingelt morgen frueh.

Mit den Augen des Bruders Teil 2

Da in Teil 1 geklaert wurde, wie unser Grundstueck sowie Whitehorse denn nun aussieht, wenn man einen unverwohnten Blick hat, schweifen wir jetzt ein wenig mehr in die Ferne. Es geht zunaechst in die naechstgelegene „Stadt“ im Yukon, die auch nur sechs bis sieben Autostunden entfernt ist.

Trip nach Dawson City

Eine Autofahrt von sechs oder sieben Stunden hört sich für den gemeinen Europäer nicht nur wie eine Weltreise, sondern auch für totalen Stress an, den man nicht einfach so auf sich nimmt. Doch hier ticken sowohl die Uhren, als auch der Verkehr etwas anders.

Zum Beispiel ist ein Navigationssystem ziemlich überflüssig. Die Wegbeschreibung, die ich meinen Bruder für die sechsstündige Fahrt gab, war: „Fahr am Ende unserer Straße rechts auf den Highway.“ Das wars. Nach einigen Stunden kommt man an. Und die Fahrt an sich ist durch die fehlenden Verkehrsteilnehmer, die einfache Streckenführung und die wunderschöne Landschaft äußerst angenehm.

Doch dies sollte nicht der letzte Ausflug gewesen sein: Zusammen mit mir waren Johannes und Sarah dann auch noch im Kluane (sprich Klu-a-nie) National Park.

Wanderung im Kluane National Park

Obwohl wir drei alle unterschiedliche Ausmasse von Wanderlust hatten, konnten wir uns gut auf einen 15 km langen Rundweg einigen, der nicht allzu viel Steigung, jedoch tolle Ausblicke im Angebot hatte.

Auf unserem Weg bergauf sahen wir eine Menge sehr frische Baerenhaufen… Oder Beerenhaufen? Jedenfalls Haufen voller Beeren, frisch aus dem Baeren! Das ist ein untruegerisches Zeichen dafuer, dass einem jederzeit Meister Petz ueber den Weg laufen kann. Wir aber hatten Baerenspray dabei und auch alle Regeln der Baerenettikette verinnerlicht (nicht weglaufen, nicht in die Augen sehen, mit ruhiger fester Stimme sprechen und rueckwaerts gehen), sodass wir uns gut vorbereitet fuehlten.

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Jetzt wissen wir, warum gutes Kauen wichtig ist: Im Baerenkot sind eine grosse Menge unverdauter Beeren zu finden!

Ausserdem laesst sich an der Loesung gut erkennen, was die Hauptnahrung der Teddys ist: Beeren und nicht Menschen. Sonst haetten wir wahrscheinlich ein Iphone oder Schnuersenkel im Haufen gefunden.

Zur grossen Freude von Sarah haben wir dann noch Spuren von anderen Tieren gefunden. Sie wurde direkt zum Elch!

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Die grosse, abgeworfene Elchschaufel scheint gut in Sarahs Haenden zu liegen. Gut erreichbar wurde das Baerenspray am Rucksack verstaut.

Gesehen haben wir dann weder Elche noch Baeren. Die Wanderer, die uns aufgrund unserer Fotografiererei ueberholt hatten, sahen jedoch eine Baerin mit zwei Jungen vor ihnen in den Bueschen verschwinden. Einerseits waren wir ein wenig neidisch auf das Erlebnis, andererseits auch wieder nicht. 🙂

Schoene Aussichten gab es vor allem zur Mitte des Rundweges. Die ganze Lauferei hat sich ausgezahlt und die Blicke schweifen ueber malerische Berge und See.

Auf dem Weg zurueck zum Auto kommen wir noch an einem kleinen Ausblick vorbei, der uns eine Sicht ueber das Ortchen Haines Junction verschaffen soll. Kaum gucken wir um uns herum, kommt ein Vogel geflogen, setzt sich nieder auf einen nahe gelegenen Baum. Ein pruefender Blick durch die Linse der Kamera bestaetigt: Es handelt sich um eine hawk owl, eine Sperbereule.

Fuer lange Minuten nimmt sie uns genau in Augenschein und posiert fuer die Kamera, bevor sie sich ein paar Baeume weiter niederlaesst.

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Die hawk owl schaut uns forschend mit gelben Augen an, waehrend wir fleissig fotografieren.

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Die Eule fliegt ein paar Baeume weiter.

Sonstiges

Die Fahrt nach Skagway, Alaska habe ich jetzt auf die beiden schoensten Bilder kondensiert: Emerald Lake und Windy Arm vom Tagish Lake.

Dann gibt es noch zwei Einblicke in die kulinarische Seite Kanadas. Zum einen das groesste belegte Brot, dass es zu kaufen gibt und zum anderen meinen persoenlichen Lieblingsburger im Yukon.

Zu guter Letzt moechte ich euch meinen Briefkasten nicht vorenthalten. Er liegt auf dem Weg in die Stadt, ca. 25 Minuten mit dem Auto entfernt und ist in etwa eine Packstation fuer Briefe. Pakete muss man dann im Postzentrum abholen oder wenn man Glueck hat ist eins der zwei Packchenfaecher nicht belegt gewesen und man hat den Fachschluessel im Briefkasten.

Der Besuch von Johannes und Sarah war sehr schoen und wenn ich die Bilder so sehe ziemlich postkartenverdaechtig! Und ich freue mich, wenn ich mit meiner kleinen Welt auch anderen eine Freude machen kann. 🙂

Mit den Augen des Bruders Teil 1

Wie ich vor einiger Zeit schon angedeutet habe, kamen mich im September mein Bruder und seine Frau besuchen. Wir nennen sie mal Johannes und Sarah. Weil mir die Namen gefallen. Und weil sie tatsaechlich so heissen. 😉

Johannes und Sarah kamen also Anfang September aus dem weit entfernten Deutschland in den Yukon geflogen. Zu dem Zeitpunkt hatten wir noch nicht mal 48 Stunden unser neues Haus bezogen und ich mir die Finger blutig geputzt. Aber mutig, wie sie waren, wollten sie trotzdem schon bei uns uebernachten. Kein Problem. Eine Fahrt in die Stadt innerhalb der 48 Stunden hat die noetigen Utensilien besorgt.

September kann hier durchaus schon Schnee liegen. Auf jeden Fall aber im Oktober, wie der Blick auf den matschig-weissen Schneebelag vor dem Fenster zeigt. Johannes und Sarah aber verbrachten fast die gesamte Zeit bei unverschaemt gutem Wetter.

Freundlicherweise wurden mir die Urlaubsbilder zur Verfuegung gestellt, damit ich ueber meine Welt aus einer weiteren Perspektive berichten kann. 🙂

Das Haus und Grundstueck

Mein Haus habe ich ja bereits in einem Beitrag vorgestellt. Allerdings gibt es hier nochmals einen Einblick.

Auch vor und hinter dem Haus gibt es noch eine Menge zu entdecken. Direkt neben dem Hauseingang laedt ein Gasgrill mit Sitzecke zu Stunden der froehlichen Voellerei in den ca. 5 Monaten Nicht-Winter des Jahres ein. Hinten im Garten wartet ein Gewaechshaus darauf, im naechsten Fruehling belebt zu werden (und ich weiss ja jetzt auch, wie, hihi!). Und vor unseren grossen Fenstern gibt es reichlich Stellen, in denen im Winter beduerftige Voegel gegen Essensmarken eine kernige Mahlzeit erhalten.

Auch ein Fluesschen ist direkt am Haus zu finden. Grosse Faenge darf man hier nicht erwarten, jedoch ist das Gluggern schoen anzuhoeren. Ich bin schon gespannt, ob der Fluss im Winter ganz bis unten hin durchfriert oder weiterhin mit Glucksen geschaeftigt ist unter dem Eispanzer.

Ist man gewillt, ein paar Meter zu gehen, trifft man schnell auf einen kleinen Huegel, von dem man einen wunderbaren Ausblick auf die umgebende Landschaft hat. Fuer den Yukon untypisch sind hier die vielen Flaechen, die sich fuer Landwirtschaft und Weiden eignen. Das unter anderem diese Tatsache hat Whitehorse mit der Zeit den Titel der Hauptstadt des Yukon eingebracht. Nur hier war es naemlich moeglich, einen grossen Flughafen zu errichten, der im Laufe des zweiten Weltkrieges von den Amerikanern zu militaerischen Zwecken genutzt wurde.

Whitehorse und Umgebung

Natuerlich wurden viele Ausfluege unternommen nach in die Stadt Whitehorse und die weitere Umgebung. Besonders gefiel der Yukon River, dessen Farbe ich auch einfach nur toll finde. Hier einige Eindruecke von Spaziergaengen.

Eine Sehenswuerdigkeit schloss leider kurz vor dem Besuch die Tore fuer die Wintersaison: Die SS Klondike. Nach dem Goldrausch befoerderte der Schaufelraddampfer Waren flussaufwaerts nach Dawson und kam beladen mit Erzen und manchmal auch Gold zurueck 🙂 Nun ruht er in Whitehorse und gibt Touristen einen Eindruck der damaligen Transportmittel.

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Die SS Klondike ist ein Schaifelraddampfer mit erstaunlich wenig Tiefgang!

Trotz des geringen Tiefgang des Schiffes lief die SS Klondike auf eine Sandbank des sich staendig veraendernden Yukon Rivers auf und wurde stark beschaedigt. Der Oberbau wurde nach Whitehorse gebracht und auf einen nachgebildeten Unterbau gesetzt. Der echte Unterbau ruht noch immer auf der besagten Sandbank und kann bei Niedrigwasser von Kanufahrern auf dem Yukon River besichtigt werden.

Weiter geht es in Teil 2. 🙂

Mein Schwein pfeift nicht mehr (mit Bildern von toten Tieren)

Ein kurzer Zwischenbericht, geschrieben aus einem Truck, der bereits ins nächste Abenteuer rollt!

Die letzten Tage und Wochen waren gezeichnet von Arbeit, Putzen und Einräumen des Hauses, Vorbereitungen für das nächste Abenteuer sowie einem halben Schwein.

Aus meiner Zeit auf der Farm hatte ich noch Ansprüche auf ein halbes Schwein offen. Es begab sich, dass eben diese Schweine der Farm vor ein paar Tagen das zeitliche segnen… mussten. Normalerweise werden alle Hälften zum Schlachter geliefert, der dann die gewünschten Schnitte heraus zaubert. Nicht mit mir, ich möchte doch gerne selbst lernen, wie das geht!

Über den Zeitraum einiger Tage und mit Hilfe ausgewählter YouTube Videos habe ich Schweinchen Halb dann auch portionsweise in den Tief(kühl)schlaf geschickt. Leider habe ich nach den ersten Schritten keine Lust mehr gehabt, Fotos zu machen, da man dafür ja jedes Mal wieder Hände waschen und desinfizieren muss.

So weit, so gut. Jetzt mein Problem: In meiner Gefriertruhe befinden sich folgende Teile, mit denen ich nicht so recht weiß, was ich tun soll: Leber, Herz, Zunge, Pfote, Nieren und natürlich der Schweinekopp. Falls jemand Rezepte kennt, wie man dies verwerten kann: Bitte, bitte bitte schickt sie mir!! Ich möchte gerne komplett alles verwerten von dem lieben Schwein. Und wie soll ich Tyrel denn jemals ein Haus aus Schweinskopfsülze bauen, wie es schon die Doofen dereinst besangen, wenn ich keine Sülze bereiten kann?!

Auf dem Weg bin ich mit Tyrel übrigens auf eine Elchjagd. In einem Kanu ca 300 km auf den Flüssen Teslin und Yukon durch die Wildnis. Ohne Empfang, Klo oder Zelt. Dafür aber mit einer Menge Käsemacaroni ausgerüstet. Bin schon gespannt, ob ich die danach noch sehen kann. 😀

Von der Tour werde ich dann auch ausführlich berichten mit Bilders und Wörters dazu 😉

Noch ein Wort an meine E-mehl Freunde: Sorry! Ich hab euch nicht vergessen und schreibe ganz sicher zurück!!! Wenn ich wieder aus der Unzivilisation aufgetaucht bin.  🙂

Auf bald mit vielen neuen Eindrücken!!!