Tiere

Küken – Woche 2,5

Die zweite Lebenswoche meiner gefiederten Freunde ist vollendet. Sie sind schon um einiges gewachsen und fedriger geworden. Vor allem hopsen sie, also wurde der Rand des Schwimmbeckens, in dem die Küken wohnen, erhöht und verschönert.

Bei den mir zugespielten, niedlichen Bildern fiel mir auf, dass sich die Federn der Küken ganz unterschiedlich entwickeln. Bei einer Internetrecherche stellte sich heraus, dass Hennen in den ersten Lebenswochen Schwanzfedern und rundliche, lange Flügel entwickeln, während angehende Hähne keine Schwanzfedern und eher eckige, kurze Flügel bekommen.

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Links lange Flügel und Schwanzfedern, rechts kurze Flügel und nur Plüsch am Poppes.

Nach diesen Kriterien habe ich die Hühnchen beäugt. Ich hoffe jetzt, dass ich recht habe und am Ende sieben oder acht Hennen behalten kann. Für eine genaue Bestimmung flitzen sie doch zuviel umher. Von 13 Küken wäre das doch eine gute Ausbeute.

Manche Hähnchen scheinen auch schon die passende Attitüde plus Kamm zu bekommen.

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Hähnchen Jumanji. Oder ist es der zukünftige Hahnibal Eggter?

Die Hühnerleute, mit denen ich gesprochen habe, sagten mir, dass man erst nach ein paar Monaten das Geschlecht sicher bestimmen kann. Also bin ich mal gespannt, ob meine Vermutungen bestätigt werden.

Hier noch ein paar niedliche Bilder:

Übrigens nimmt der zukünftige Hühnerstall auch schon Formen an. Das ausgesprochen gute Wetter der letzten Wochen trug viel dazu bei.

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Eiertanz

Vor vier Tagen und 2250 km entfernt von mir wurden 38 Hühnereier gelegt, verpackt und an mich verschickt.

Vier Nächte lang verfolgten mich Träume von zerbrochenen und/oder gefrorenen Eiern. Eigentlich dachte ich, ich wäre gelassener. Irrtum, nicht in diesem Fall.

Heute wurde es ganz schlimm. Die Eierlieferung war einen Tag überfällig. In den schlimmsten Farben (ei-weiß?) malte ich mir aus, was alles schief gelaufen sein muss. Ich fing an, mir Alternativpläne auszudenken – woher könnte ich auf die Schnelle noch Eier beziehen, deren Brut mir zusagen würde?!

Da erhielt ich die Nachricht, dass meine Lieferung abholbereit sei. Ab in die Stadt!!!

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Mit Mund-Nasen-Schutz und einem großen Paket Eier auf dem Parkplatz vor der Post.

Eigentlich sollten meine Eier ja als Schulprojekt im Klassenzimmer ausgebrütet werden. Doch jetzt, wo die Schulen geschlossen sind, hat sich meine Vermieterin bereit erklärt, die Brutaufsicht zu übernehmen. Mit Sicherheitsabstand und Maske trug ich das Paket Eier hinter ihr her durch ihr Haus, bis zu dem Zimmer, in dem die Inkubatoren schon Probe liefen. Zusammen packten wir nach und nach aus. Alles war sehr vorbildlich verpackt; Jedes Ei umhüllt in Füllmaterial, Luftpolsterfolie, Eierkarton und Küchenrolle.

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Die Eierkartons sind gut verpackt – noch scheint nichts auszulaufen.

38 Eier wurden einzeln vorsichtig ausgepackt, bewundert und auf Risse untersucht. 38 Eier scheinen heil angekommen zu sein.

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Ein Potpourri aus bunten Eiern wartet auf einen Platz im Inkubator.

Wie schön die Eier doch aussehen! Sie haben vier verschiedene Farben und stammen von fünf verschiedenen Rassen.

  • Orpington (12 Eier): Der Hühnertraum meiner Kindheit. Geeignet für Ei- als auch Fleischproduktion. Unglaublich fluffiger Hintern! Legt hellbraune Eier.
  • Australorp (10 Eier): Die australische Weiterentwicklung des Orpington Huhns. Legt mehr hellbraune Eier, der Hintern ist allerdings ein bisschen weniger fluffig.
  • Ameraucana (6 Eier): Hühner mit Federbart, legen grün-blaue Eier.
  • Marans (6 Eier): Legen dunkelbraune Eier und sind angeblich freundlich und anspruchslos.
  • Brabanter (4 Eier): Tyrels Rassenwunsch, da sie laut ihm aussehen als könnte man sie als Charakter in einem Videospiel auswählen. Legen weiße Eier.

Die Eier müssen jetzt 24 Stunden mit dem dicken Ende nach oben zeigend ruhen. Angeblich soll das die Inkubationschancen erhöhen, denn die Luftblase im Ei, die sich beim Transport eventuell gelöst hat, kann sich so hoffentlich erholen.

Morgen geht’s dann los mit dem bebrüten. Und ab da dauert es 21 Tage bis zum Schlüpfen.

Wie viele Hühner ich am Ende haben werde, weiß ich nicht. Mit der Post gesendete Eier können gute, aber auch sehr schlechte Schlüpfraten haben. Es ist normal, dass sich nicht alle Eier voll entwickeln. Und leider sind auch Küken sehr anfällig für alle möglichen Leiden. Dazu kommt, dass ca. 50% der Küken Hähne werden und nicht behalten werden können.

Ich wollte gern neun Hennen und einen Hahn haben. Also rechnete ich mit 50% Schlüpf-/Überlebensrate und 50% Hähnen und schloss daraus, dass ich 36 Eier bestellen muss. Jetzt hab ich 38 Eier bekommen, für den Fall dass zwei Eier den Transport nicht überstehen. Aber alle sind heil angekommen.

Wie viele Hennen werde ich am Ende haben? Zwischen 38 und null ist alles möglich.

Ich bin so gespannt – Was für ein schöner Lichtblick! 🙂

Endspurt

In einer Woche muss unser Umzug bereits geschafft sein. Bis dahin komme ich bestimmt nicht mehr dazu, hier ein Update reinzustellen. Daher nutze ich einfach die Gunst der Stunde jetzt: Heute steht uns Arbeit ohne Ende bevor und Tyrel schlummert noch selig neben mir. Hier kurz zu ein paar Bereichen unseres Lebens:

Gesundheit

Die Hühnersuppe hat ihre Dienste verrichtet und wir beide konnten mit 1,5 Tagen Ruhe eine Erkältung abwenden.

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Ein Trog voller würziger Hühnersuppe.

Seit zwei Tagen habe ich Nacken und kann meinen Kopf weder nach oben noch groß zu den Seiten bewegen, was auch nicht sonderlich hilfreich ist. Aber immerhin hängt er noch am Rest des Körpers, also will ich mich nicht zu sehr beschweren.

Hausfortschritt

Die Fassade ist fertig und bemalt, der Boden ist einzugswürdig, die Decke vorhanden und gestrichen. Außerdem haben wir eine Treppe.

Einen Rückschlag hatten wir auch, an einer Stelle war die Wand undicht und Wasser lief herein. Zum Glück stellte sich heraus, dass nur die Fenster noch nicht richtig mit Silikon abgedichtet waren. Das Wasser kam durch den Bauschaum hinein. Jetzt ist alles dicht und kein Problem mehr.

Strategie

Zum Glück habe ich Tyrel vor ein paar Tagen überzeugen können, dass a)tens es Irrsinn ist, jetzt noch nebenbei einen Schuppen bauen zu wollen anstatt die Kräfte auf unser Haus zu konzentrieren und b)tens wir auch wirklich keinen Kies selbst schaufeln und durch die Gegend fahren sollten. Eine Ladung haben wir wir nämlich selbst geholt. Es dauert ewig und gerade viel kommt nicht bei rum.

Also griff ich zum Portemonnaie und bestellte zwei Kieslaster sowie kaufte ein Garagenzelt. Also ein Zelt, das eigentlich dafür gedacht ist, sein Auto darin zu parken. Wir brauchen es als Werkstatt.

Ausblick

Das Haus komplett fertigstellen werden wir irgendwann, wenn wir bereits darin wohnen. Das macht aber gar nichts; für zwei Monate und zwei Arbeiter, die nebenbei noch ihren Vollzeitstellen nachgehen, sind wir schon wir gekommen. Komfortabler als zelten ist es auf alle Fälle.

Unser Plan:

  • Innenwände anbringen
  • Lattenrost basteln und mit Matratze rein in die Bude
  • Arbeitsplatte mit Waschbecken bauen
  • Haus umziehen und Garagenzelt aufbauen
  • Unseren Kram umziehen
  • Das alte Haus putzen
  • Fertig

Mal sehen, wie alles klappt. So oder so sind wir in einer Woche draußen. Mit wenig Schlaf werden wir das schon schaffen. Bis jetzt hat alles irgendwie geklappt.

Arma

Derzeit sind alle Pfoten und Schultern heil. Sie hinkt nicht, hat mittlerweile aber gelernt zu bellen. Zum Glück macht sie das ausschließlich, wenn sie uns vor etwas warnen möchte, was ihr nicht geheuer ist. Bären, unbekannte Menschen im Feld, ein Rabe auf der Einfahrt.

Unser neues Land gefällt ihr gut. Dort gibt es noch nicht enden wollende Quellen von knusprigen Pilzen und Hagebutten, die sie direkt vom Rosenbusch frisst.

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Ein lecker getrockneter Pilz wurde von Hündin Arma aufgespürt.

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Durch eine hagebuttenreiche Diät wood Arma wahrscheinlich gut mit Vitamin C versorgt.

So meine Lieben.

Seht es mir bitte nach, wenn ich in den nächsten zwei Wochen keine E-Mails beantworte. Ich lese alles und freue mich, aber schaffe es beim besten Willen zeitlich nicht zu antworten. Daher dieser Beitrag, damit alle wissen, dass wir noch guter Dinge sind. Nur schwer beschäftigt.

Habt eine gute Zeit!

Flusstrip 2018: Tag 5

Auf der Plane, auf der wir schlafen, wird heute Nacht ein besonders lauter Stepptanz von der oertlichen Maeusekolonie aufgefuehrt. Ich hampele herum, damit die Maeuse verjagt werden. Sich bewegende Menschen finden sie naemlich irgendwie gruselig. Doch jetzt bin ich auch wach. Als erste. Es daemmert leicht, also ist es gegen 7 Uhr. Ich stehe auf und entzuende ein Feuer. Das gelingt mir mittlerweile wirklich gut!

Leichter Schneeregen kommt nieder, als ich meine Blase entleere. Es wird irgendwas unter Null Grad sein, aber nicht sehr weit unter Null. Beim Fruehstuecken hoert der Niederschlag auf. Weiter geht es auf den Fluss.

Tyrel sieht mit seinen Adleraugen, wie ein Weisskoepfiger Adleraugenbesitzer einen Fisch erbeutet. Ich erkenne, wie das Wappentier seine Beute schwer fliegend in eine Waldschneise hineinwuchtet. Im Moment, in dem wir in die Schneise sehen koennen, mache ich schnell ein Foto. Es ist ein wenig unscharf, aber man kann erkennen, dass der Vogel ein gutes Fruehstueck erbeutet hat.

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Auf einem abgebrochenen, toten Baum haelt der Weisskopfseeadler seine Beute mit den Greiffuessen und schlingt einen Schnabel voll herunter.

Immer wieder deutet Joe auf geheime Camps an den Flussufern, die nicht auf der Flusskarte verzeichnet sind. Er kennt diesen Fluss wie seine Westentasche; c.a. 20 Sommer lang hat er hier Kanutouristen gefuehrt. Im Herbst hat er dann gejagt, das dann allerdings schon seit 30 Jahren. Alles, was er erzaehlt und fuer zukuenftige Exkursionen nuetzlich sein koennte, notiere ich mit Bleistift auf der Flusskarte. Danach stecke ich meine kalten Finger schnell wieder in die Handschuhe und bewege sie fuer einige Zeit, um warmes Blut in sie hineinzupumpen.

Bei einer Flusswindung greift Tyrel nach dem Fernrohr.

„Kuh.“

Gemeint ist wohl der kleine Schatten im Wasser, anscheinend handelt es sich um eine Elchkuh.

Joe schaltet den Motor aus, die Stroemung erfasst uns, traegt uns weiter und dreht uns dabei langsam im Kreis. Wir drei ergreifen unsere Gewehre. Hat diese Elchkuh einen Verehrer im Gebuesch stehen? Nur Elchbullen duerfen gejagt werden, da das Fehlen einiger maennlicher Elche kaum Auswirkungen auf die Gesamtelchpopulation hat. Das Fehlen einer Elchkuh jedoch ist ein Einschnitt durch die ausbleibenden Nachkommen.

Joe imitiert den Ruf einer willigen Elchin. Doch nichts ruehrt sich. Die Elchbrunft scheint dieses Jahr schon vorbei zu sein. Die Elchbullen hatten entweder schon ausreichend Freundinnen oder haben mittlerweile andere Dinge im Kopf. Die Temperatur spielt eine grosse Rolle bei der Brunft. Dieser Herbst ist aussergewoehnlich kalt, vielleicht vergeht manchem Elch da die Lust.

Nach ein paar Minuten lege ich mein gesichertes Gewehr beiseite und greife zur Kamera, damit ich wenigstens ein paar Fotos mit nach Hause bringen kann.

Auch dieses Jahr kommen wir wieder an den Ueberresten des Unterbaus von dem Schaufelraddampfer SS Klondike vorbei. SS steht hierbei fuer Single Screw Steamship, was bedeutet, dass es sich um ein Dampfschiff mit nur einem Schaufelrad handelt. Das Wasser hat dieses Jahr einen besonders niedrigen Stand, laut Joe den niedrigsten seit 30 Jahren. Daher ist besonders viel des Schiffes freigelegt und wir gehen auf eine Erkundungstour.

Spaeter kommen wir an einer weiteren historischen Stelle vorbei. Eine alte Goldmine. Joe ist ganz begeistert, so viel von der Baggerkonstruktion hat er noch nie gesehen.

Wieder auf dem Fluss bewundern wir noch ein paar Adler. Wir ueberholen zwei andere Jagdgruppen, die allerdings bislang scheinbar auch keinen Erfolg hatten.

Ein wenig spaeter bauen wir wieder unser Lager auf. Eine kleine Angelrute haben wir mittgebracht, die ich erfolglos auswerfe. Ist es nicht verrueckt, dass ich noch nie einen Fisch gefangen habe?

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Tyrel steht im Camp vor dem Feuer und Bergen von gesaegtem Feuerholz.

Eines Tages wird es schon so weit sein. Da wird der erste Fisch am Haken zappeln und auch der erste Elch in der Gerfriertruhe landen. Und bis dahin geniesse ich die Reise dahin.

Der Zauber des Yukon

Der Dichter Robert W. Service lebte zu Zeiten des Goldrausches im Yukon. Er verfasste die Zeilen, die den Geist des Yukon nach Meinung der Ortsansaessigen am besten fangen konnte. Eine gelungene deutsche Uebersetzung des Gedichts „Spell of the Yukon“ habe ich auf die Schnelle nicht finden koennen, es handelt aber vom Zauber, das von diesem Land ausgeht. Ein Zauber, der viele Menschen hier her zieht und sie nicht loslaesst, wenn sie einmal hier waren.

Dass dieser Zauber durch das Internet uebertragbar ist, war mir neu. Doch es scheint so zu sein, habe ich durch meine Erzaehlungen und Bilder sirenenartig doch schon ein oder zwei Freunde zu Besuch in meine neue Heimat gelockt. 😉 In diesem Monat haben mich meine Freunde Anke und Jens besucht, die eine 17-jaehrige Flugzeugabstinenz beendet haben, um in das weite, abenteuerliche Land einzudringen.

Am letzten Tag haben wir zusammengesessen und resuemiert. Was war nicht so schoen? Das Zimmer in der Gastwirtschaft war ein wenig klein. Und die Klos sind doof, eine riesige Schuessel voller Wasser, bei der man meist mehrmals spuelen muss um alle Spuren zu beseitigen. Und was war das Schoenste?

Die Wanderungen.

Was hinter diesen beiden Worten steckt, versuche ich mit ein paar Bildern zu untermalen. Jeder, der schon mal Urlaubsbilder geschossen hat, weiss, „Das kommt gar nicht so rueber auf dem Bild“. Eine Ahnung kann man trotzdem bekommen. 🙂

Weiterhin, und nicht mit Bildern belegt, haben wir unter anderem:

  • Adlerfedern gesammelt.
  • Der Weisheit einer indianischen Medizinfrau gelauscht.
  • Baerenbraten genossen.
  • Auf dem Pferderuecken das Land erkundet.
  • Lokale Koestlichkeiten probiert.
  • Ueber Anstiege gestoehnt.
  • Ausblicke genossen.
  • Einen Wolfspelz geknuddelt.
  • Baerenspray gesprueht, nur als Test.
  • Dosen geschossen.
  • Einen hervorragenden Glen Els vernichtet.

Und vor allem gemerkt, wie toll es ist, gute Freunde zu haben. Egal, wo die sich die meiste Zeit ueber aufhalten. 🙂

Vielen Dank fuer die Zeit, ihr zwei und auf bald!


Nachtrag: Eine schoene Zusammenfassung aus der Sicht der Besucher:

So schnell vergeht die Zeit: ein halbes Jahr haben wir drüber gesprochen das wir uns bald sehen – und jetzt ist die Zeit schon wieder rum und wir haben die erste Nacht zu Hause verbracht.

Überrascht muß ich sagen: Es ist Sch.. kalt hier! So kalt war es im Yukon nicht. 😉

Wir hatten eine tolle und wundervolle Zeit bei und mit Euch und haben jetzt eine Haufen Erlebnisse und Eindrücke die verarbeitet werden wollen; mit Kopf und Herz :-). Es hat so viel Spaß gemacht, es war auf jeden Fall nicht der letzte Trip in eure Richtung und beim nächsten Mal wird auf jeden Fall der Umweg über Großstädte eingespart 😉
Jetzt kann ich auch ergänzend zu Deinem bzw. unserem Resümee der letzten Urlaubstage noch ergänzen:
Vielen Dank
  • Für Deine Führungsqualitäten in der Weite des Yukons 🙂
  • An Tyrel, für Zeit und Schweiß bei der Kurzeinführung in „Yukon-Life“, einschließlich Pick-up fahren 🙂
  • Für die Ausflüge in die regionale Küche, einschließlich Bärenbraten (er hat zwei neue Fans)
  • Für die schönen gemeinsamen Wanderungen und Abendessen, bei denen wir viel geschnauft und gelacht haben
Folgende Vorstellungen bzw. Wünsche konnten wir in der Zeit bei Euch umsetzen:
  • Einmal stundenlang durch die kanadische Weite reiten; quer durch Wälder, Bäche, Moorgebiete ohne einer anderen Menschenseele zu begegnen
  • Wanderungen durch wunderschöne Landschaften
  • Viel von der einheimischen Tierwelt zu sehen. Einschließlich Adlern, Bären und Luchse im Garten
  • Picknicken am Yukon, begleitet vom grünblauen Strom unter strahlender Herbstsonne
Und, eigentlich ganz ungeplant, noch wunderschöne tanzende Nordlichter gesehen!!!
Diese Dinge habe ich für mich mitgenommen:
  • Acht Stunden im Westernsattel sind auch für den geübten Po eine Herausforderung 😉
  • Ich bin mutiger als ich dachte – aber immer noch leicht zu erschrecken (Vielen Dank an die Joggerin auf dem Auriol-Trail, die sich vermutlich immer noch über die „hopsende“ Touristin scheckig lacht)
  • Ich kann schießen – und sogar treffen
  • Ich mag Fell – auch wenn es nicht mehr maunzt oder bellt
  • Und ICH WILL EIN GROSSES AUTO… 😉 (Der Link zum RAM-Händler steht – allerdings die Anfrage für einen Tank-Kredit auch…) Zum Einstimmen läuft jetzt schonmal der Country- und Oldiesender im ollen Kombi
Es war also eine tolle Zeit und ist unbedingt zum Nachahmen zu empfehlen!!!
Wir wünschen Euch eine schöne und erlebnisreiche Auszeit, ohne Löcher in Boot oder Kanu und viel Erfolg beim Befüllen der Gefriertruhe!

Bis bald, seid fest gedrückt und herzlich gegrüßt

Von Sugar-Anke und Wander-Jens (der jetzt drängelt, das wir wandern gehen, damit er Jerky essen kann, weil das auf einer Wanderung dazu gehört 🙂 )

Hausmannskost

Der Yukon haengt Deutschland durch die Zeitverschiebung 9 Stunden hinterher. Es dauert hier auch laenger, bis der Sommer sich endlich zeigt. Aber endlich Ende Juni bluehen die vielen Wildrosen. Wahrscheinlich haben sie eine Symbiose mit den zigtausenden Moskitos gebildet, die nur darauf warten, dass man sich einer Rose naehert, um ihren suessen Duft einzuatmen. Daraufhin wird man naemlich von den Moskitos ausgesaugt.

Neben den Moskitos tummeln sich auch andere Tierchen im Garten: Nach der zufaelligen Jagd sind noch zweimal Baeren durch unseren Garten getrollt. Ein groesserer Schwarzbaer stand direkt vor der Haustuer und erspaehte eine Bewegung von mir, dann nahm er Reissaus. Eine Baerenmutter mit zwei Baerenkindern inspizierte unser Kanu. Tyrel bestand darauf, ihnen eine schlechte Erinnerung an Menschen mit auf den Weg zu geben. Mit Gummigeschossen und Leuchtfeuer bewaffnet ging er der Familie nach (nicht zur Nachahmung empfohlen!). Als sie keine direkte Angst vor ihm zeigten, zimmerte er der Mutter Baer ein Gummigeschoss auf den behaarten Hintern. Daraufhin verstaute sie kurzerhand ihren Nachwuchs auf dem naechsten Baum und streifte die naechsten Stunde allein durchs Unterholz um unser Haus herum.

Sommer. 🙂

In wenigen Monaten ist schon wieder bitterer Winter. Da muss ich von den Erfahrungen des Sommers ein wenig zehren. Also liegt es nahe, dass man so viel wie moeglich vom Sommer konserviert! Okay, ein Schwarzbaer liegt schon auf Eis. Auf getrocknete Muecken in meinen Backwaren als Sommerandenken kann ich muehelos verzichten. Was koennte ich noch bewahren…

Rosen!

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Zartrosa Tupfen bilden die bluehenden Rosen in der gruenen Vegetation unserer Einfahrt.

Hinterm Haus, an der Einfahrt, an der Strasse, ueberall bluehen die Wildrosen derzeit. Ich werde die Blaetter konservieren und an einem kalten Wintertag einen schoenen Kaiserschmarrn mit Rosenbluetenmarmelade geniessen!

Die Ausruestung fuer das Rosenbluetenblaettersammeln steht auch schon fest: Schrotflinte mit Gummigeschoss und Baerenspray gegen die grossen Tiere, langaermlige Kleidung, Handschuhe, Muetze und Kopfnetz gegen die kleinen.

Bekleidet wie ein ein Fremdenlegionaers-Imker trete ich vor die Haustuer. Eins muss man den Muecken lassen, sie sind kreativ und lassen sich nicht von klobig wirkender Kleidung von ihrem Ziel abbringen. Die Handschuhe waren wohl nicht mueckendicht, an meiner linken Hand werde ich spaeter 26 Einstiche zaehlen. Zum Glueck schwelle ich kaum an. Schnell reicht es mir auch mit der Sammlerei und ich beschliesse, genug gesammelt zu haben. Baeren kamen nicht vorbei.

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Meine Ausbeute an Blueten und ich. Habe gerade noch versucht, die Muecken zu vertreiben, um meine Hand beim Bedienen des Handys zu schuetzen. Doch neben meiner Nase erkennt man das unscharfe Uebel des Sommers: Eine fette Muecke!!

Wichtig, bevor man das Haus betritt: Kleidung abstreifen, damit man moeglichst wenig Muecken mit sich hereintraegt. Dann folgt eine Inspektion der doch recht hastig gesammelten Bluetenblaetter. Ein paar Kaefer transportiere ich auf einigen Blaettern wieder nach draussen – und lasse weitere Muecken hinein.

Doch endlich steht ein Topf mit Rosenblaettern und Wasser auf dem Herd und koechelt und duftet auch bald verfuehrerisch vor sich hin.

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Alles rosig im Topf.

Nach 10 Minuten des Koechelns muss der Zucker und Zitronensaft hinzugefuegt werden.

Der Zucker…

Oha. Ich hab doch nur unraffinierten, braunen Zucker im Haus! Naja, hilft ja nichts, rein damit.

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Das wars dann mit rosig. Der Topfinhalt sieht aus, als wuerde man Innereien in Lebertran aufkochen.

Da stehe ich vor meinem Herd, schaue auf das Ergebnis meiner Kuechenkunst… und kann nicht mehr aufhoeren zu kichern. 🙂

Abgefuellt in Glaeser wird das Ganze trotzdem. Es ist zu allem Uebel noch nicht mal fest geworden. Aber es wird schon dafuer reichen, sich vielleicht einen Tee zu suessen.

Auf jeden Fall sind heute Sommererinnerungen konserviert worden!

Fuchsingen

Leider kam Fuchs Louie unseren Freund James schon seit einigen Monaten nicht mehr besuchen. Bei der langen Zeit kann man wohl davon ausgehen, dass er auch nicht mehr vorbeigehumpelt kommt. Schade.

Ende des Winters kam uns eine uebergrosse Ratte besuchen… Bei genauerem Hinsehen stellte man dann fest, dass die Ratte zu lange Beine hat, um eben Ratte zu sein. Ein Fuchs ohne fluffiges Fell schlich um unser Haeuschen herum bei -30 Grad!!!

Das eine oder andere Mal haben wir dann ein bisschen Hundefutter vor der Tuer vergessen… *raeusper*

Und jetzt ist dem Fuchs Skinny schon mehr Fell gewachsen als den Winter ueber. Dass seine Fuchsfreunde gerade ihren Pelz verlieren, scheint ihn dabei nicht zu stoeren. 🙂

Vor ein paar Tagen lungerte er wieder im Garten herum und ich nahm die Kamera zur Hand.

Bei Fuechsen finde ich es faszinierend, in wie vielen Farbspielen sie zu beobachten sind. Manche sind orange, manche schwarz, aber man sieht sie auch in karamell- honig farben oder aber fast weiss und grau und alles dazwischen.

Ich hoffe jedenfalls, dass Skinny sich einen echten Fuchspelz zulegt, bevor der naechste Winter den Yukon in die Finger bekommt!