Lesen

Elktastisch!

Eine ganze Weile schon nehme ich auf alle meine Streifzuege meine schwere Kamera mit – es koennte mir ja wieder eine Eule ueber den Weg flattern. Leider ist das bis jetzt noch nicht geschehen. Aber ausgezahlt hat es sich trotzdem bereits! Am Rande des Highways erspaehten Tyrel und ich einen Sprung Elk.

Elk steht im amerikanischen Englisch nicht etwa fuer Elch, sondern fuer Hirsche. So dachte ich zumindest bis ich eben nochmal sicher ging und es gegoogelt habe. In Wirklichkeit handelt es sich bei den Vertretern der Gattung Edelhirsche um Wapitis. Die sind um einiges groesser und schwerer als die Bambis, die in Europa anzutreffen sind. Laut Wikipedia erreichen sie eine Schuterhoehe von bis zu 1,5 Metern und ein Gewicht bis zu 450 Kilogramm.

Mit Freunden bin ich die Tage auch auf dem Lake Laberge spazieren gewesen. Es hatte den Tag vorher ordentlich geschneit und ein paar Fissel waren immer noch in der Luft. Das hatte zur Folge, dass die Berge im Hintergrund einfach nicht mehr zu sehen waren und der zugeschneite See farblich mit dem weissen Himmel verschmolz. In einem kleinen Schieferberg am Ufer war der Abdruck eines Ammoniten zu sehen. So jung ist das Land dann doch nicht, auch wenn Kanada dieses Jahr erst den 150ten Geburtstag feiert. Aber wenn man es genau nimmt, wird die Bundesrepublik dieses Jahr auch erst 68!

Beim Durchsehen meiner Bilder fand ich uebrigens, dass die Sperbereule trotz Handykamera soooo schlecht auch nicht getroffen wurde. Man kann erahnen, dass es sich um etwas Euliges handeln sollte. Also moechte ich es euch nicht vorenthalten. 🙂

Rezension

Jetzt lebe ich schon mehr als sieben Monate ohne Strom. Sieben Monate hat es gedauert, bis ich das Beduerfnis nach seichter Unterhaltung verspuerte. Der Grund, warum man die Glotze anschaltet, ohne dass man eine bestimmte Sendung dabei anpeilt. Berieselung. Etwas einfaches. Nun habe ich aber kein Fernsehen und auch das Internet reicht nur zum Mails checken ohne zu viele Bilder anzusehen. Was tun?

Die Antwort darauf fand ich im Verkaufsgeschaeft der Heilsarmee, hier Salvation Army genannt. Der Ort, an den man gebrauchte Kleidung und Buecher bringt, weil man etwas Gutes tun will (und ausserdem mal dringend ausmisten muss). Im Buecherabteil fand ich Groschenromane. Super! Genau das suche ich doch. Gerne hab ich mir frueher mal Rosamunde Pilcher reingezogen an einem Sonntag Abend mit Waermflasche unter, zwei Katzen auf mir und einem schoenen Whisky im Glas. Da kommt mir ein Groschenroman gerade recht.

Falsch gedacht!!!

Kurze Zusammenfassung der Geschichte: Zickige Stadtfrau wird gekuendigt und nimmt einen Uebergangsjob in einer Saegemuehle auf dem Land an. Immer wieder hilft ihr der etwas unterbelichtete aber nette junge Mann aus der Patsche. Und das so lange, bis sie sich in ihr Schicksal fuegt. Sie kuessen sich zweimal sehr kurz (was man ja eigentlich nicht macht), bis er ihren Vater endlich trifft und um ihre Hand anhaelt. Heiligabend wird dann geheiratet, weil sie das romanterisch findet. Ende der Geschichte.

Einfach nichts, wo man etwas schmachten kann oder was einen kleinen Spannungsbogen aufweist. Ich habe mich erwischt, wie ich immer saurer wurde beim Lesen und am Ende wusste, dass es unverantwortlich waere, dieses Buch zurueck in ein Buecherregal zu stellen.

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Loving the Country Boy von Mia Ross, unterlegt mit dem passenden Gesichtsausdruck. Durch die Selfiekamera und zum Schutz der Augen ist es gespiegelt. Bloss nicht Nachlesen!!!

Also tat ich das einzig Verantwortungsvolle, was ich in dieser Situation tun konnte: Ich lehnte das Buch an einen Baum, entfernte mich ca. 15 Meter und schoss mit meinem .22 Gewehr darauf.

 

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Drei Treffer und glatter Durchschuss. War auch nicht anders zu erwarten bei etwas, was noch nicht mal mit heisser Luft gefuellt ist.

Fazit: Zweimal fast die Koepfe getroffen und einmal fast das Knie der bezirzten Dame. Egal wie man es dreht und wendet, dieses Buch ist einfach kein Volltreffer!!!

Ab in die Bibliothek.