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Und sie scheint doch!

Gestern dann, am zweitkuerzesten Tag des Jahres, habe ich mich nochmal aufgemacht. Zwar nicht zur malerischen Aussicht im Nirgendwo sondern vom Industrie- ins Wohngebiet und wieder zurueck.

Trotzdem war ich draussen und trotzdem war es schoen.

Wobei ich nicht viele Leute kenne, die einen Lauf bei -26 °C als schoen bezeichnen wuerden. Aber vereinzelt gibt es sie, die Gleichgesinnten.

Landschaft in weiss-blau-flieder.

„Wie gut, dass ich laufe.“, denke ich mir, waehrend ich mir meinen Gesichtsschutz mit behandschuhten Fingern ueber die Nase ziehe. „Anstonsten wuerde mir noch kalt werden!“

Der fliederfarbende Streifen durchzieht die blaue Stunde und sinkt tiefer und tiefer, immer dem Horizont entgegen.

Mond, Strassenlaternen, Winterfarben.

Ich laufe den Berg hinauf. Einerseits um meine Kondition zu verbessern, andererseits um meiner Freundin, die auf dem Berg wohnt, etwas zu ueberreichen.

Dort angekommen verquatsche ich mich ein bisschen im warmen Haus. Die Eiskristalle auf meiner Kleidung schmelzen, machen nass und kalt. Keine gute Kombination bei dem Wetter, aber ich kann mich ganz gut einschaetzen und weiss, dass ich den Berg nur einmal runter- und wieder hinauflaufen muss um wieder Betriebstemperatur erreicht zu haben.

Das Morgenflieder hinterlegt schon die Berge am Horizont.
Irgendwann verwandelt sich das Flieder in Terracotta.

Dann wird es hell im Osten.

Direkt angestrahlte Wolken leuchten bevor die Sonne strahlt.

Schliesslich kommt meine liebste Winterdekoration zum Vorschein.

Die ersten, roten Sonnenstrahlen lassen Fichtenwipfel erstrahlen.

Ich muss noch zwei weitere Kilometer laufen, bis auch ich von den Strahlen erfasst werde.

Winterfarben: Weiss, blau, gold, orangerot.

Kurz vor 12 Uhr mittags zaubert mir die Morgensonne einen rosigen Teint aufs Gesicht.

Ich, frostig-rosig mit Kinn-Eiszapfen.

Wieder im Buero angekommen frage ich meine Kollegin, was ihre Plaene fuer die Feiertage sind.

„Mich entspannen und zunehmen.“

Das finde ich genial – die Kombination scheint erreichbar und am Ende hadert man nicht mit den kneifenden Hosen. Es war schliesslich so geplant!

In diesem Sinne: Moegen unsere Plaene gelingen. 🙂

Sonnenwende

Ich mach mich auf

Und lauf durch tiefen Schnee

Um mich herum nur Weiss und Grau

Die Sonne werd ich nicht sehn.

Schnee, fallend.
Kiefern, stehend.
Weg, behangen.
Weg, ueber Berggrat.
Pappel, beschneit.
Fluss, gefroren.

Ein wunderschoener Tag gestern, an dem die Welt wie durch einen schwarz-weiss Filter auf mich wirkt.

Doch der Winter hat auch andere Farben.

Zwei Nebensonnen in Terracotta.
Drei Nebensonnen in Gold.
Elchkuh in Braun.
Schnee in Gelbgrau.
Ich in Frostig.

Eine warme und waermende Weihnachtszeit euch allen!

Frostig-frohe Gruesse aus dem Yukon,

Luisa

Huehner und Landschaft

Meine Oma hat mir gesagt, dass sie jetzt auch meine Blog-Bilder im Internet sehen kann. Das nehme ich doch gleich zum Anlass, neue Bilder hochzuladen.

Viel Neues zu erzaehlen gibt’s nicht. Ich fahre Ski und verbringe gern Zeit mit den Huehnern.

Fangen wir also mit den Huehnerbildern an.

Vier Hennen auf der Stange. Von links nach rechts: Icicle, Flurry, Moonlight, Coco.
Morgensport muss sein: Icicle streckt das rechte Beinchen samt Fluegel.
Hahn Daisy beaeugt Apfelspalten.
Der Kopf von Henne Icicle geht nahtlos in den Koerper ueber – ein Hals scheint nicht vorhanden.
Henne Brave hat in meinen Augen den perfekte Huehnerkoerper. Buschiger Hintern, kurze Beinchen, irrer Blick!
Apropos irrer Blick: Icicle streckt den nicht vorhandenen Hals und starrt.
In Grautoenen und schwarz-gruen schimmern die Federn.
Huehnerfarbenpalette und Bernsteinaugen.

Soweit zu den Huehnern. Bislang scheinen sie die Kaelte gut zu ueberstehen und legen sogar noch Eier. Alle Nachbarshuehner, die unter natuerlichen Winterbedingungen hausen (keine kuenstliche Beleuchtung und keine Beheizung), legen seit Wochen keine Eier mehr. Das sei ihnen gegoennt, im Fruehling geht es dafuer wieder voll los. Im Gegensatz zu den Industriehuehnern legen die natuerlich gehaltenen Huehner der alten Rassen dann auch ca. acht Jahre lang Eier statt nur zwei Jahre der Hoechstproduktion.

Ski fahren macht weiterhin viel Spass. Ich falle noch regelmaessig, vor allem wenn es bergab geht. Aber solange ich einmal mehr aufstehe, als ich hinfalle, passt es schon. Ganz ohne Motorenlaerm, abseits der festgetrampelten Pfade, erlebe ich diesen Winter bislang ganz intensiv.

Nebensonnenuntergang.
Ausblick ueber frostige Nadelbaeume.
Die Abendsonne leuchtet mir heim.
Abendstimmung in den Bergen.
Der letzte Gruss der Sonne.
Scherenschnitt-Baeume vor farbigen Wolken.
Meine Lieblingswinterabendfarbe: Terracotta.
Strahlender Sonnenschein ueber Glitzerschnee.

So, jetzt muss ich wieder Bilder sammeln gehen. 🙂

Wobei sich das als schwierig gestalten duerfte, denn im Dezember arbeite ich auch samstags. Der Fleischer braucht gute Wuerste und Pasteten fuer kauflustige Weihnachtsfeinschmecker. Aber vielleicht ziehe ich dafuer einfach mal in der Mittagspause los – das wenige Sonnenlicht, das mir im Dezember zur Verfuegung steht, moechte schliesslich genutzt werden!

Habt einen schoenen Dezember. Egal wie nervig manche Umstaende sein moegen: Jeder Tag ist einzigartig. Die Sonne wird nie wieder auf die gleiche Art auf- und untergehen. Wir werden nie wieder die gleiche Gesellschaft um uns haben auf die gleiche Weise. Alles veraendert sich. Daher lohnt es sich, dankbar zu sein. Jeden Tag. Denn irgendwas findet man immer, wenn man sucht.

Mit hat dieser Gedankengang in den letzten Wochen sehr geholfen, daher wollte ich ihn gern teilen. 🙂

Weiterhin weiss.

Was macht man mit zehn zahmen Ziegen?

Natuerlich – man laesst sie zehn Zentner Zucker zum Zoo ziehen, redet drueber, verbessert dabei die eigene Aussprache und macht Logopaeden gluecklich.

Was macht man aber mit nur einer zahmen Ziege?

Man laesst sie einen anderthalb Zentner Anfaengerskier in die Boeschung ziehen.

Ziehende Ziege, zieht wohin sie will.
Oftmals landet der Ziegen-Skijoring-Versuch mit dem Sieg der Gravitation ueber meine fragile Balance. Die Empathiefaehigkeit der Ziege scheint trotz Zahmheit begrenzt.

Nach Muskelkater vom Lachen und blauen Flecken steht fuer mich fest, dass ich ohne Zugziege doch etwas sicherer auf meinen Fussbrettern dahingleite.

Ski allein under the power line.

Ansonsten ist es derzeit nicht mehr ganz so kalt, die Minusgrade sind nur noch einstellig. Fuehlt sich fruehlinghaft an, laesst den Schnee aber genauso teilnahmslos weiterliegen wie bisher.

Winterpanorama
Der breite Fluss (links im Bild) ist fast gaenzlich zugefroren.
Schnee auf Zweig vor noch mehr Schnee.
Ein Schneehund – Arma liebt es weiterhin, unter der Schneedecke nach Stoeckern zu stoebern.

Habt eine gute Woche!

Jahreszeitenwechsel

Im deutschsprachigen Internet kursieren derzeit die schönsten Herbstbilder. Da möchte ich natürlich mithalten.

Es folgen einige Bilder von meiner Jahreszeit im Yukon.

Mitte Oktober, ich habe die Eingebung,dass der Winter jeden Moment über mir und vor allem den Hühnern zusammenbricht. Also baue ich einen Hühnerauslauf, der im nächsten Sommer als Gewächshaus dienen kann.

Tyrel kann meine Panik nicht verstehen, hilft mir aber nach Fertigstellung, den Hühner-Wintergarten an den rechtmäßigen Platz zu hieven.

Die ersten Schneeflocken fielen auf den Hühner-Wintergarten gleich in der ersten Nacht.

Seitdem ist es kalt. Und das durchgehend, abgesehen von zwei Tagen mit starkem Sturm aus Süden.

Die Winterboten sind nicht zu übersehen. Pinke Berge am Morgen, dramatische Sonnenuntergänge. Eisschollen, die den Fluss hinuntertreiben. Vereiste Wimpern nach einer Radtour.

Die Hühner lieben ihren Auslauf. Von Schnee halten sie eher wenig. Daher streue ich ihnen jeden Morgen ein paar Leckereien auf den strohbedeckten Boden. Körner und Samen, Mais und Rosinen müssen eifrig erscharrt werden. Oft gibt es dazu noch frisches Obst und Gemüse. Für kalte Tage habe ich selbst Kraftfutter hergestellt aus dem Scharrfutter und Fett aus ausgekochten Rinderknochen aus der Fleischerei.

Bislang scheinen meine fedrigen Freunde auch mit Temperaturen bis zu -23 °C ohne Heizung gut auszukommen. Alle haben ihre dicken Daunenjacken an und kuscheln nachts – das scheint ihr Geheimnis zu sein.

Seitdem das erste Ei gelegt wurde, gab es insgesamt nur drei eierlose Tage. An alles anderen Tagen fand ich ein bis drei Eier im Hühnerhaus. Noch legen nicht alle Hennen. Ich bin schon gespannt, wann ich das erste grün-blaue Ameraucana-Ei finden werde.

Arma scheint der Wintereinbruch genauso wenig auszumachen wie letztes Jahr. Und ich spezialisiere mich immer noch auf lustige Bilder von ihr.

Arma-Derp vor malerischer Winterlandschaft.

In den letzten Tagen ist viel Schnee gefallen, ca. 20 cm. Zum Fleischer bin ich trotzdem zur Arbeit geradelt. Es ist der einzige Weg, der mit 6,4 km genau richtig zum radeln ist. Im Gegensatz zu so ziemlich allen anderen Wegen im Yukon, für die man meist erst das Auto anwerfen muss. Daher weigere ich mich bisher standhaft, die Strecke das erste Mal mit dem Auto zu fahren.

Doch ich muss einsehen, dass es bei den Straßenbedingungen hier im Winter außerhalb der Stadt zu gefährlich ist, sich mit Autos und LKW die Straße zu teilen.

Also was tun?

Ich habe mir heute mein erstes Paar Langlauf Ski gekauft. Morgen werde ich die ersten Schritte darauf laufen. Und hoffentlich kann ich kommenden Freitag zum ersten Mal zur Arbeit Ski laufen.

Ski Heil!

Schneebehangene, boreale Nadelbäume.

Küken – Woche 2,5

Die zweite Lebenswoche meiner gefiederten Freunde ist vollendet. Sie sind schon um einiges gewachsen und fedriger geworden. Vor allem hopsen sie, also wurde der Rand des Schwimmbeckens, in dem die Küken wohnen, erhöht und verschönert.

Bei den mir zugespielten, niedlichen Bildern fiel mir auf, dass sich die Federn der Küken ganz unterschiedlich entwickeln. Bei einer Internetrecherche stellte sich heraus, dass Hennen in den ersten Lebenswochen Schwanzfedern und rundliche, lange Flügel entwickeln, während angehende Hähne keine Schwanzfedern und eher eckige, kurze Flügel bekommen.

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Links lange Flügel und Schwanzfedern, rechts kurze Flügel und nur Plüsch am Poppes.

Nach diesen Kriterien habe ich die Hühnchen beäugt. Ich hoffe jetzt, dass ich recht habe und am Ende sieben oder acht Hennen behalten kann. Für eine genaue Bestimmung flitzen sie doch zuviel umher. Von 13 Küken wäre das doch eine gute Ausbeute.

Manche Hähnchen scheinen auch schon die passende Attitüde plus Kamm zu bekommen.

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Hähnchen Jumanji. Oder ist es der zukünftige Hahnibal Eggter?

Die Hühnerleute, mit denen ich gesprochen habe, sagten mir, dass man erst nach ein paar Monaten das Geschlecht sicher bestimmen kann. Also bin ich mal gespannt, ob meine Vermutungen bestätigt werden.

Hier noch ein paar niedliche Bilder:

Übrigens nimmt der zukünftige Hühnerstall auch schon Formen an. Das ausgesprochen gute Wetter der letzten Wochen trug viel dazu bei.

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Küken – Woche 1

Jetzt sind die Küken schon eine Woche alt. Wieder gesehen habe ich sie nicht, da ich nicht wieder in der Stadt war. Aber ich werde stets mit Bildern versorgt, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

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Murmeln im Wasserspender verhindern hoffentlich das Ertrinken der Küken.

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Lieblingsbeschäftigung der Küken ist Fressen und Wachsen.

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In den ersten Tagen bestand die Einstreu aus Küchenrolle. Angeblich ist das besser für die Beinchen und zu verstehen, was Futter ist und was nicht.

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Die Kinder basteln fleißig Möbelstücke aus Eisstielen für die Küken.

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Dieses Küken präsentiert stolz die ersten schwarzen Flügelfedern.

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Im Vergleich zu den ersten Tagen sieht der Futtertrog schon viel kleiner aus.

Wir haben angefangen, die zukünftige Behausung der Piepmätze zu errichten.

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Auf Paletten entsteht das Gerüst des zukünftigen, transportierbaren Hühnerstalls.

Angeblich sind schon alle Küken von den Kindern mit Namen versorgt worden. Doch in den Kommentaren des letzten Beitrags habe ich so geniale Namensvorschläge von Anne und Sebastian bekommen, dass ich wohl doch nochmal nachtaufen muss, wenn die Federwedel bei mir einziehen.

Habt eine gute Woche!

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Tauender Teich – von unserer gestrigen Wanderung.


Nachtrag:

Soeben erhielt ich die aktuellen Kükennamen samt Portraitfotos. Ich bin wirklich sehr glücklich, dass die Kinder so viel Spaß an der Pflege haben!

Schlüpfrige Angelegenheit

Ohne viel Geschwafel:

  • 38 Eier kamen in den Inkubator.
  • 18 Eier sahen nach zwei Wochen beim Durchleuchten vielversprechend/entwickelt aus und durften im Inkubator verbleiben.
  • 13 Küken sind am Wochenende geschlüpft.
  • Das erste Küken schlüpfte am Samstag zwischen 4 h und 7 h morgens.
  • Das letzte Küken wurde Sonntag gegen 18 h auf die Welt befördert.

Dass sich relativ wenig Eier entwickelt haben, führe ich darauf zurück, dass die Eier per Post verschickt wurden und vier Tage unterwegs waren bei morgendlichen Temperaturen unter -10 °C. Da kann eigentlich alles schief gehen. Leider war ich auf die Zeitschiene des Inkubator-Schulprojekts angewiesen und konnte mir daher keine wärmere Zeit aussuchen. Jetzt weiß ich: Entweder Eier aus der Gegend ausbrüten, oder im Sommer verschicken.

Jetzt ein paar Impressionen vom Schlüpfvorgang.

Nach ein paar Stunden sehen die Küken dann schon sehr niedlich aus, sind fluffig und neugierig.

Es ist wichtig, den Inkubator die ganze Schlüpfzeit über geschlossen zu lassen. So bleibt eine hohe Luftfeuchtigkeit bestehen, die verhindert, dass die Membran zwischen Schale und Küken austrocknet, schrumpft und das Küken vakuumverpackt.

Doch heute waren wir sicher, dass es sich ausgeschlüpft hat. Die Küken zogen daher um, von meiner Vermieterin zu… Marcs Familie. Mit Marcs Partnerin bin ich mittlerweile befreundet. Und seit sechs Wochen ist sie jetzt zu Hause. Alleinerziehend mit vier kleinen Kindern, ohne Pause. Sie fragte mich also, ob ich die Küken nicht als Anschauungs- und Beschäftigungsprojekt zur Verfügung stellen wolle.

Ein bisschen komisch finde ich es, dass ich Hühner aufziehe, aber bislang keine Arbeit damit habe. Aber die Beteiligten versichern eifrig, dass ich ihnen damit einen Gefallen tue. Na gut, warum eigentlich nicht.

Hier der Umzug und das neue Heim:

In der Stunde, die ich beim neuen Kükenheim verbrachte, waren vier Kinder mit der wohl wichtigsten Frage beschäftigt: Welchen Namen kann man den 13 Küken geben?

Zur Auswahl standen bislang: Ciel, Icycle, Banana, Jumanji, Brave, Storm. Allerdings waren die Küken auch die meiste Zeit am schlafen unter der gemütlichen Wärmeplatte. Ich habe mich gegen eine Wärmelampe entschieden, weil eine Wärmelampe eine nicht zu unterschätzende Feuergefahr darstellt, außerdem ein Vielfaches an Strom benötigt und die Küken immer im Hellen sind. Unter der Wärmeplatte ist es hingegen kuschlig und dunkel, wie unter dem Flügel der Glucke. Etwas Bedenken hatte ich schon, als es plötzlich mucksmäuschenstill war. Eigentlich piepen Küken doch ununterbrochen, oder? Also Wärmeplatte angehoben und nachgeschaut. Darunter lagen 13 ausgestreckte Küken. Tot?!

Nein, schon ertönten entrüstete Protestpieslaute. Dann halt wieder gute Nacht.

Ich hoffe, dass mir regelmäßig Bilder zugespielt werden, sodass ich euch auf dem Laufenden halten kann. Aber spätestens das nächste Mal, wenn ich in der Stadt bin, schaue ich vorbei. Dann sind die kleinen Dinosaurier bestimmt schon etwas lebhafter und stehen gern Modell für ein paar Aufnahmen.

Jetzt bleibt die Frage, mit wie vielen Hähnen aus 13 Küken stehe ich am Ende da? Bis zur Auflösung dieser Frage werden wohl noch etliche Wochen vergehen. 🙂

 

Nachtrag: Nach einem langen Nickerchen wurden die Küken dann doch noch sehr munter und machten alle Anwesenden sehr glücklich.

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Bunte Küken erkunden die Futterstelle.

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Drei Kinder und dreizehn piepsende Küken: So sieht Glück aus. 🙂

Eiertanz

Vor vier Tagen und 2250 km entfernt von mir wurden 38 Hühnereier gelegt, verpackt und an mich verschickt.

Vier Nächte lang verfolgten mich Träume von zerbrochenen und/oder gefrorenen Eiern. Eigentlich dachte ich, ich wäre gelassener. Irrtum, nicht in diesem Fall.

Heute wurde es ganz schlimm. Die Eierlieferung war einen Tag überfällig. In den schlimmsten Farben (ei-weiß?) malte ich mir aus, was alles schief gelaufen sein muss. Ich fing an, mir Alternativpläne auszudenken – woher könnte ich auf die Schnelle noch Eier beziehen, deren Brut mir zusagen würde?!

Da erhielt ich die Nachricht, dass meine Lieferung abholbereit sei. Ab in die Stadt!!!

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Mit Mund-Nasen-Schutz und einem großen Paket Eier auf dem Parkplatz vor der Post.

Eigentlich sollten meine Eier ja als Schulprojekt im Klassenzimmer ausgebrütet werden. Doch jetzt, wo die Schulen geschlossen sind, hat sich meine Vermieterin bereit erklärt, die Brutaufsicht zu übernehmen. Mit Sicherheitsabstand und Maske trug ich das Paket Eier hinter ihr her durch ihr Haus, bis zu dem Zimmer, in dem die Inkubatoren schon Probe liefen. Zusammen packten wir nach und nach aus. Alles war sehr vorbildlich verpackt; Jedes Ei umhüllt in Füllmaterial, Luftpolsterfolie, Eierkarton und Küchenrolle.

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Die Eierkartons sind gut verpackt – noch scheint nichts auszulaufen.

38 Eier wurden einzeln vorsichtig ausgepackt, bewundert und auf Risse untersucht. 38 Eier scheinen heil angekommen zu sein.

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Ein Potpourri aus bunten Eiern wartet auf einen Platz im Inkubator.

Wie schön die Eier doch aussehen! Sie haben vier verschiedene Farben und stammen von fünf verschiedenen Rassen.

  • Orpington (12 Eier): Der Hühnertraum meiner Kindheit. Geeignet für Ei- als auch Fleischproduktion. Unglaublich fluffiger Hintern! Legt hellbraune Eier.
  • Australorp (10 Eier): Die australische Weiterentwicklung des Orpington Huhns. Legt mehr hellbraune Eier, der Hintern ist allerdings ein bisschen weniger fluffig.
  • Ameraucana (6 Eier): Hühner mit Federbart, legen grün-blaue Eier.
  • Marans (6 Eier): Legen dunkelbraune Eier und sind angeblich freundlich und anspruchslos.
  • Brabanter (4 Eier): Tyrels Rassenwunsch, da sie laut ihm aussehen als könnte man sie als Charakter in einem Videospiel auswählen. Legen weiße Eier.

Die Eier müssen jetzt 24 Stunden mit dem dicken Ende nach oben zeigend ruhen. Angeblich soll das die Inkubationschancen erhöhen, denn die Luftblase im Ei, die sich beim Transport eventuell gelöst hat, kann sich so hoffentlich erholen.

Morgen geht’s dann los mit dem bebrüten. Und ab da dauert es 21 Tage bis zum Schlüpfen.

Wie viele Hühner ich am Ende haben werde, weiß ich nicht. Mit der Post gesendete Eier können gute, aber auch sehr schlechte Schlüpfraten haben. Es ist normal, dass sich nicht alle Eier voll entwickeln. Und leider sind auch Küken sehr anfällig für alle möglichen Leiden. Dazu kommt, dass ca. 50% der Küken Hähne werden und nicht behalten werden können.

Ich wollte gern neun Hennen und einen Hahn haben. Also rechnete ich mit 50% Schlüpf-/Überlebensrate und 50% Hähnen und schloss daraus, dass ich 36 Eier bestellen muss. Jetzt hab ich 38 Eier bekommen, für den Fall dass zwei Eier den Transport nicht überstehen. Aber alle sind heil angekommen.

Wie viele Hennen werde ich am Ende haben? Zwischen 38 und null ist alles möglich.

Ich bin so gespannt – Was für ein schöner Lichtblick! 🙂

Zu Hause

Ja, das Virus ist mittlerweile auch im Yukon angkommen. Bislang wurden vier Personen positiv getestet, doch die Auswirkungen haben wir schon deutlich vorher gespürt.

So ist das wohl in den Gebieten, die vom Touristenaufkommen abhängig sind. Quarantäne = keine Reisenden = kein Einkommen = Laden dicht. Tyrel ist schon knapp zwei Wochen arbeitslos. Ich arbeite noch, wohl wissend, dass Fluggesellschaften drastisch Personal einsparen müssen um zu überleben. Bislang trifft es die Arbeiter, die offensichtlich nichts mehr zu tun haben, da kaum noch Flüge durchgeführt werden und die Prognosen täglich schlechter werden. Ich hätte noch Arbeit um mich eine ganze Zeit damit zu beschäftigen. Aber wenn ich Direktor wäre, würde ich mich einsparen wenn es ums Überleben der Firma geht? Zu einer eindeutigen Antwort komme ich nicht.

Naja, es kommt ja eh wie es kommt. Solange wie ich kann, laufe ich eine Runde mit Arma zum Sonnenaufgang, schmeiße den Computer an inklusive mobilem Internet und arbeite.

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Dramatische Farben zur Morgendämmerung.

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Photovoltaikpaneele sorgen für austeichend Strom zur Tageszeit.

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Klapptisch, Klappstuhl, Klappcomputer, klappt alles.

Endlich beantwortet auch das Universum meine Frage, wie um Himmels Willen ich denn das mörderische Programm stemmen soll, das ich mir für dieses Frühjahr vorgenommen habe. Laufen ohne Ende, das Feld bereiten, Büsche und Bäume pflanzen, Hühnerstall bauen, Hühner aufziehen, noch mehr laufen. Das scheint plötzlich nach tollen Projekten und nicht mehr nach Aufgabe der kompletten freien Nicht-Arbeitszeit.

Egal wie sich die Situation entwickelt, jedenfalls wird mir erstmal nicht langweilig. Und jeden Tag aufs Neue bin ich unendlich dankbar dafür, dass wir in unserem kleinen Häuschen leben. Würden wir noch im alten Haus leben, hätten wir jetzt arge Existenzsorgen.

Also: Man darf ruhig auch mal auf seine scheinbar irren Eingebungen hören!

Diese Woche stehen noch 11 km auf der Laufagenda. Da schnüre ich doch gleich meine Laufschuhe. Egal ob mein Lauf abgesagt wird oder nicht, ich freue mich schon darauf, Ende Juni meinen Marathon zu laufen. Ohne andere Teilnehmer hätte ich auch echte Chancen aufs Siegertreppchen!

Passt auf euch auf! 🙂