Ankommen

Konfitür-Allüren

Es ist soweit, mit nur 2,5 Wochen Verspätung sind die Grundstücksbesitzer von ihren Reisen zurückgekommen. Ich kenne ja Leute, die fast immer spät dran sind. Und ich habe auch schon von der Redensart gehört „Komm ich heut nicht, komm ich morgen“. Aber 2,5 Wochen… Dafür wird so schnell kein deutsches Sprichwort erfunden werden.

Immerhin sind wir jetzt freier in unseren Planungen und müssen nicht zu bestimmten Zeiten zu Hause sein um Tiere zu füttern. Und die nächsten Tage wollen sie auch zwei oder drei Pferde holen um sie den Winter über am Haus zu haben. Bislang sind wir allerdings noch unbepferdet und machen lange Gesichter.

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Ja, Mister Ed trägt modische Crocs im Walmart!

 

Auch die restlichen Hühner sind nun über den Jordan geflattert. Jon hat eine Rupfmaschine von Bekannten geliehen, ein Gestell mit Grillrost, unter dem Gummifinger auf einer rotierenden Welle montiert sind. Die Finger tauchen aus dem Rost auf, greifen sich Federn und rupfen sie aus wenn alles gut geht. Damit ging das Ganze recht flott.

Trotzdem bin ich froh, dass die Masthühner fort sind. Die sind echt gruselig, picken den ganzen Tag unter. Am liebsten sich gegenseitig auf den Hintern, was zu einem toten Huhn alle paar Tage führt. Wahrscheinlich sind sie so gezüchtet worden, dass sie immer Hunger haben und dadurch fies werden. Legehennen sind mir lieber.

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Nach der letzten Dusche

 

Endlich haben wir auch den Trailer auf seinen Überwinterungsplatz schieben können! Bislang war noch eine Menge Kram im Weg von einer Frau, die auf dem Grundstück für eine Zeit lang gewohnt hat. Aber nach 2,5 Monaten hat sie es so weit weggeräumt, dass wir mit Truck und Trailer durchkamen. Super yeah! 🙂

Mit einem größeren Zaun-Streich-Projekt bin ich jetzt fertig geworden. Was macht man also als seriöse Yukon-Trailer-Bewohnerin im Herbst mit Freizeit?

Genau, man geht in den Busch und sammelt Cranberries. Leider wachsen die hier nicht an Büschen, sondern vereinzelt an kleinen Pflänzchen direkt auf dem Boden. Und sehr verstreut. Knapp drei Stunden intensives Beerensammeln verschaffte mir immerhin etwas Rot in meinem Dünsteinsatz für den Kochtopf.

Jetzt hatte ich also Beeren gesammelt… In der feststellen müssen, dass sie verdammt sauer sind und pur nicht allzu lecker in großen Mengen. Also besorgte ich mir ein paar Einmachgläser, Pektin, Apfelsaft und mischte nur soviel braunen Zucker unter die Masse, dass es nicht mehr super-sauer ist. Aber noch schön säuerlich. Genau richtig für mich. Und ein schöner Weg, die Sonne für den nahenden Winter einzufangen.

Bislang hatte ich nur einmal Konfitüre eingekocht… Ich war Pächterin eines Schrebergartens und unverhofft wurde der Stachelbeerenstrauch reif. Reif mit so vielen Früchten, dass ich lang genug versuchte, so zu tun, als wären sie gar nicht da. Aber zum Glück kam meine Freundin Lena zu Besuch. Zusammen plünderten wir den Strauch und verbannten die Früchte in Schraubgläser. War ganz schön lecker!

Was sonst noch lecker ist: Mein derzeitiges Lieblingsessen! Gebratener Speck mit gebackenen Bohnen. Mmmhhhmmm. Nicht kreativ oder gesund, aber geil! Natürlich streue ich noch ein wenig Käse drüber, aber das sollte selbstverständlich sein.

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Ich hoffe wenn ich es lang genug esse, wächst mir endlich ein Flanell-Holzfällerhemd über der deutschen Feldbluse… Aber dafür muss ich wohl noch ein paar Dosen platt machen.

Farmsitting

Mittlerweile sind wir auf Deb’s Grundstück gezogen und passen auf das Haus auf. Das schließt auch mit ein: zwei Hunde, ein Kater, zwei Truthähne und wer weiß wie viele Hühner (tägliche Eierausbeute: 13 Stück!). Der Kater ist besonders cool: Er hat so ne Art Daumen, auf jeden Fall zu viele Zehen. Es sieht aus, als hätte er kleine Hände 🙂 Die restlichen vier Hunde und alle sechs Pferde, die hier waren, gehen mit in die Berge auf Jagd. Im August beginnt hier die Jagdsaison für Schafe, Caribous und Schwarzbären. Gibt’s das eigentlich auch in Deutschland, dass man mit Pferden auf Jagd geht, weil die geländegängiger sind als Quads? Ich hab keinen blassen Schimmer.

Zur Zeit stehen wir noch mit unserem Camper in der Nähe des Hauses. Wir roden allerdings ein Stück Wald inklusive Zufahrt, um etwas weiter ab vom Schuss unseren Überwinterungsplatz aufzuschlagen. Ein Holzofen haben wir jedoch schon in den Camper eingebaut und auch schon zwei Cord Holz beisammen. Ein Cord entspricht einer Menge von acht Fuß langen Holzstämmen, die übereinander gestapelt vier Fuß hoch und vier Fuß breit sind. Laut Googel sind das ca. 3,6 Raummeter Holz pro Cord. Also haben wir schon staatliche 7,2 Raummeter aus dem Wald geholt – nur mit Äxten und ner ganzen Menge Schweiß! Dafür braucht man am Ende des Tages kein schlechtes Gewissen haben, wenn man vor dem Elchbraten sitzt und sich danach noch Ben und Jerry’s Eiscreme reinzieht 🙂

Gerne erkunden wir auch die neue Umgebung. Mehr oder weniger verschlungene Pfade führen mal bergauf, mal bergab und manchmal enden sie mit einem grandiosen Ausblick! Heute habe ich zum ersten Mal Schwarzbären gesehen, die sich nicht am Straßenrand getummelt haben. Leider kann man sie auf dem Bild fast gar nicht erkennen, zwei schwarzbraune Flecken auf dem nächsten Berghang.

Wir überlegen, die nächsten Tage mal zelten zu gehen. Tyrels Job beginnt erst am 5. August und der Alltag stellt sich bestimmt früh genug ein. Also ist das Motto: Genieß den Sommer, solange du kannst! 🙂 Gestern Morgen habe ich genölt, dass es schon so hell ist. Daraufhin kam die Aussage: „Wir sind hier im Yukon. Da freut man sich über das Licht im Sommer und die Dunkelheit im Winter.“ Auch wieder wahr, dunkel wird es früh genug. Und bis dahin nehme ich einfach jede Schattierung, wie sie kommt.

Fuchsige Frisur

Habt ihr schon mal einem Fuchs tief in die Augen geschaut? Es lohnt sich! Bislang hab ich sie eher als Hühnerdiebe oder potentielle Tollwutträger, die gerne mal vors Auto springen, betrachtet. Aber es sind wunderschöne Tiere, die ganz besonders schöne, ausdrucksstarke Augen haben.

Samstag haben wir unseren ersten Wandertag eingelegt. Nach nur zweieinhalb Stunden Fußmarsch (inklusive eines Bergpasses) waren wir auch schon da: unberührte Natur, traumhafte Seen, keiner da in Kanada. Das Auswerfen der Angel blieb leider erfolglos, am Ufer waren zu der Tageszeit nur kleine Fische zu sehen. Daraufhin haben wir die Angel beiseite gelegt und sind schwimmen gegangen. Ein kühles Vergnügen, aber nach dem Fußmarsch in Gummistiefeln durchaus belebend!

Als wir nach dem Wandern den Truck aufgetankt haben, schaute ein älterer Herr immer wieder zu uns rüber. Schließlich kam er zu uns mit dem bestmöglichen Gesprächsöffner: „Ihr seht so aus, als würdet ihr Hühner halten!“ Leider mussten wir ihn enttäuschten, aber wir waren auf dem Weg zu Deb, die Hühner hält. Also lud der freundliche Herr zwei Säcke Hühnerfutter auf die Ladefläche unseres Trucks. Die wollte er loswerden, weil er sie nicht mehr braucht.

Ich war etwas verwirrt ob der Situation aber Tyrel schaute mich an und sagte „Welcome to the Yukon!“ Na gut 🙂

In der nächsten Woche werden wir unser mobiles Heim bei Deb aufstellen. Sie hat eh jemanden gesucht zum Housesitting ab nächster Woche und wollte jemanden im Internet suchen, der mit auf das große Grundstück zieht. Und wir sind Freunde, also passt das alles umso besser 💟 Das heißt: Bald teile ich mir ein Grundstück mit 36 Masthähnchen, 20 Legehennen, 5 Hunden, einer Katze und 7 Pferden. Das klingt nach einer Menge Spaß und Abenteuer! 😊

In den letzten Wochen sind mir meine Haare wahnsinnig auf den Zeiger gegangen. Überall im Weg und nach einem Tag schon wieder fettig, was bemerkenswert ist, weil sie einen halben Tag davon zum Trocknen brauchen. Als ich vor fünf Jahren die Nachricht bekam, im Warmwalzwerk meine Ingenieurskarriere starten zu dürfen, dämmerte es mir, dass eventuell die Zeit gekommen ist, mich von meinen Dreadlocks zu trennen. Also sah man bei meinem Vorstellungsgespräch fast noch die Kopfhaut durchschimmern, so kurz waren die Haare damals. Seit dem ließ ich wachsen.

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Lang, fettig und unpraktisch. Also die Haare jetzt. 😝

Zeit, die alten Zöpfe abzuschneiden. Eine Dusche, Zopfgummi und Nagelschere später: Die moderne Frisur von heute. 💇

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Frisch gewaschen und voller Tatendrang 💪

Als ich nach dem Schneiden in den Spiegel geguckt habe, erwartete ich etwas Schlimmes. Aber irgendwie sind sie immer noch lang. Und jetzt kann ich sie auch mal offen tragen ohne befürchten zu müssen, die Knoten nicht wieder entwirren zu können. Trotzdem kann ich sie noch zum Zopf binden. Und all diese Features für umsonst (Allerdings ohne Kopfhautmassage, ich gebs zu). Was will man mehr?

Zuckerwatte-Jagdschein-Erledigungen

Allzu viel ist nicht passiert die letzten Tage. Erledigungen in der Stadt, Bewerbungen einreichen, Camper umraeumen und organisieren, mit Freunden reden, kochen, essen schlafen.

Heute abend werden wir aber wahrscheinlich eine gute Freundin meines Mannes treffen – Deb. Bei ihr koennen wir hochstwahrscheinlich auch unser vorerst dauerhaftes Lager aufschlagen, da es ihr Grundstueck ist. Zur Zeit stehen wir bei James auf dem Grundstueck, allerdings wohnt er dort nur zur Miete, so dass es eine Uebergangsloesung ist.

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Home sweet home hinter Fireweed, der Blume des Yukons

Deb hat zudem einige Pferde und Hunde, das koennte witzig werden 🙂

Heute morgen auf dem Weg in die Stadt hingen die Berge voller Wolken. Da merkt man erst wieder, dass der niedrigste Punkt hier bei ca. 700 m ueber NN anfaengt und es bis ca. 1700 m innerhalb der Stadtgrenzen in die Hoehe streckt.

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Zuckerwatte am Morgen

Mitte August habe ich mich fuer einen Jagdschein-Kurs angemeldet. Den online-Teil davon habe ich schon in 8 Stunden absolviert. Dann kommen nochmal 3 Stunden Unterricht und eine Stunde Test dazu und ich darf jagen. Allerdings habe ich meinen Waffenschein noch nicht, also darf ich nur eine Armlaenge entfernt von einem Waffenscheinbesitzer einen Schuss abgeben. Wir gucken mal wie es laeuft, zunaechst sind einige Proberunden auf der Shooting Range faellig. ^^

Mit dem Wetter haben wir bislang Glueck. Manchmal regnet es etwas, dann hoert es aber auch zuegig wieder auf. Durch die Hoehe und die noerdliche Lage faengt man aber auch schon bei 22 Grad Celsius in der Sonne an zu schwitzen. Zum Glueck wird es schon bald wieder Winter! 🙂

 

Achievements unlocked

Lumberjane Level 1

Mache Feuerholz nur mit Muskelkraft

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Reineke Mettfuchs
Orientiere dich an der Natur und frag einen Fuchs, ob er ein Stück Mettwurst will

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Busch-Veteran
Werde von einem wilden Tier attackiert und überlebe (ja, Wespen zählen auch!)

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(B)Ehrennadel
Erhalte von den Einwohnern ein Zeichen ihrer Anerkennung

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Oh Pfannada
Teile das Nationalgericht deiner Wahlheimat mit Aunt Jemima

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Schindlers Trapper
Iss eine Schwarzbär-Kartoffel-Pfanne von Emallie-Geschirr

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Tank Top
Tanke im Regen ohne Tankstelle

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Roadtrippin‘

Jedes Mal, wenn wir auf dem Highway rechts überholt werden, bäumt sich der kleine Deutsche in mir auf und ruft: „Das ist ja un-er-hört!“
Aber hier vollkommen legal. Und da hier eh niemand rast, passiert auch nichts.

Als wir Edmonton langsam verlassen, werden die Brücken weniger und der Horizont wird weiter. Bis es bergig wird, dauert es allerdings noch etwas.

Erster Stopp nach 300 km zum Tanken: Fox Creek.
Nochmal 189 km auf dem Tacho und Tanken: Clairmont. Das lustige Blubbern des Trucks hat sich mittlerweile in ein konstantes Dröhnen verwandelt und mir ist schummerig zumute.
Nach weiteren 121 km halten wir an für die Nacht, irgendwo vor Dawson Creek.

Der nächste Morgen enthüllt das laute Dröhnen des Trucks: ein Loch im Auspuff. Macht Sinn. 🙂 Um 6:50 h sind wir wieder auf der Straße.

Nach 90 km erneut Tanken in Fort St. John. Außerdem kaufen wir hier die beiden Schlafsäcke, die wir in Edmonton vergessen hatten zu kaufen. Dank jeder Menge Winterklamotten an Bord war die Nacht trotzdem nicht allzu frisch. ^^

290 km später haben wir seit langem keine Tankstelle mehr gesehen. Zum Glück haben wir die Benzinkanister dabei und füllen 60 Liter in den fast leeren Tank.

Unser nächster Stopp findet nach weiteren 82 km in Fort Nelson statt. Alles wird wieder aufgetankt und ich debütierte bei Domino’s Pizza. Eigentlich bevorzuge ich ja dünne, knusprige Pizzen, daher graut es mir schon vor dem Teigungeheuer, was gleich aus dem Ofen glibben wird. Aber entgegen meiner Befürchtungen ist der Boden knusprig-fluffig und nicht zu dick. Zu der Pizza ordere ich einen KÄääse-Jalapeño-Dip. Und endlich erschließt sich mit der Sinn vom Pizzarand. Nein, er ist nicht dafür gedacht, ihn liegenzulassen (da trocken und sinnlos) oder ihn sich reinzuwürgen (in Afrika verhungern sonst noch mehr Kinder als sowieso schon – ihr wisst schon). Der Sinn der Kruste ist, sich damit noch mehr Käsesoße reinzuschaufeln!!!

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Nachdem diese essenzielle Fragestellung endlich beantwortet wurde, sind wir auch schon wieder unterwegs für 348 km, bis wir erneut die Benzinkanister bemühen müssen irgendwo vor Watson Lake. Zwischenzeitlich machen wir viele Tierbeobachtungen. Ein paar Schafe, ca. 7 Schwarzbären, Elche und sogar ein Luchs! Leider sind fast alle zu schnell vorbei, als dass man sie fotigrafieren könnte.

Das Highlight ist jedoch eine Straßenblockade durch eine Bison-Gang. Die eine Serie der Straße säugt die Jungen, während sich die andere ordentlich prügelt. Atemberaubend schön 🙂

Danach wiederholt sich eigentlich alles. Fahren, tanken, schlafen, irre schöne Landschaft. Nur Watson Lake besticht noch durch den skurrilen Schilderwald. Jeder kann hier gerne seine Kennzeichen oder Ortsschilder auf der Durchfahrt nach Alaska abgeben. Sogar aus Osterode im Harz war schon jemand hier!

Einige Tage waren wir so unterwegs. Doch so schön es auch war, noch schöner ist es anzukommen. ❤

Einkaufsliste

10 Dinge, die wir in den letzten Tagen käuflich erworben haben:

1. Ein Truck. Vor einer Woche hätte ich als Beschreibung noch gesagt: Ein großer, blauer mit schwarzer Motorhaube, der beim Fahren so schön blubbert, dass man fast kichern möchte. 🙂 Heute weiß ich: Es handelt sich um einen 1994er GMC Sierra 1500 mit 5,7 Litern Hubraum und 190 PS (140 kW für alle SI-Fetischisten).
Ein netter Truck. 🙂 Als ich die Anzeige im Internet gesehen habe, habe ich gleich gesagt, dass ich dabei ein gutes Gefühl habe.

2. Ein Trailerrrr, bzw Campinganhänger. Er ist 19 Fuß lang (wie lang das auch immer in vernünftigen Maßen sein mag). Mein Mann kann zwar nicht aufrecht drin stehen, ansonsten ist er aber genau richtig. Also mein Mann jetzt. Und der Trailer auch 🙂 Die Anzeige habe ich sogar selbst rausgesucht!

3. Eine Tüte Cheetos. So ne Art Käseflips denke ich mal. Habe immer die Anspielung namens Cheesy Poofs bei South Park angehimmelt. Cartman durfte sogar einmal den Jingle dafür singen, oder?

4. Ein Paar braune Billigcrocs von Walmart. Meine Latschen hätten den Koffer gesprengt. Und so hässlich sie sind, so praktisch sind sie auch! Wem werde ich denn jetzt noch groß begegnen im Yukon? 😉

5. Zwei Rollmatratzen. Weil es doch schöner ist, auf etwas Neuem zu schlafen. Der Camper hat zwar zwei übereinander gestapelte Einzelbetten, wir werden uns allerdings auf der umgebauten Essecke betten. Wenn man schon verheiratet ist, kann man auch mal nebeneinander schlafen.

6. Fünf volle Benzinkanister. Man weiß nie so genau, wann die nächste Tankstelle kommt. Und wenn man in Flammen aufgehen sollte, dann doch bitte wie bei „Alarm für Cobra 11″.

7. Radlagerfett und WD40. Bevor man eine lange Reise macht und auch sonst: “ Denke imma daran: Mittem Öl nich spaarsam sein!“ Diese Regel zieht übrigens nicht, wenn das Bereitschaftswochenende naht und man mehr als 800 Liter Öl pro Schicht in eine Ölanlage kippen muss. Aber das ist eine andere Geschichte ^^

Impressionen aus dem Baumarkt

8. Gummistiefel für mich. Im schmucken Tarnmuster aus Neopren. Für viel Matsch und wenig nasse Füße.

9. Ein Gewehr, Norinco M305 inklusive Munition und Halter für die Optik.

10. Noch mehr Burger. Dieses Mal mit Ei und wieder gratis Internet ^^

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Faaaatburger, Baby 🙂

Und jetzt geht es auf in den Norden. 2000 km. Hi hi! 🙂

Gelandet ohne Gilette

So, jetzt ist es 9 Uhr morgens hier.

Gestern sind wir gegen 22:30 h in Edmonton gelandet und wurden freundlich abgeholt und empfangen von einem guten Freund meines Mannes. Nachdem wir den Papierkram aufgrund des fehlenden Koffers erledigt haben, sind wir ca. 15 Minuten nach Hause gefahren. Wir haben ein schoenes Zimmer mit Doppelbett und Badezimmer in einem generischen Vorort-Haeuschen gewonnen ^^

Zum Fruehstueck gab es eine Schuessel Cheerio-Cornflakes mit Schoko-Mandelmilch und dazu Orangensaft und Tee.

Der Flughafen hat eben schon angerufen, mein Koffer konnte sich schweren Herzens von Paris trennen und ist jetzt auf dem Weg nach Toronto. Morgen frueh muesste er ungefaehr hier angekommen sein und ich kann ihn abholen.

Beim Umsteigen im Shuttlebus in Paris habe ich noch gesehen, wie einem Mitreisenden die Gesichtszuege entglitten sind. Er musste im Shuttle mit ansehen, wie sein Koffer von einem Gepaeckfahrzeug gefallen ist und schnell Abschied nehmen von einer unkomplizierten Reise. Da habe ich mich gefragt, wie ich wohl reagiert haette. Jetzt weiss ich: ich haette die Eskapaden meines Reisegepaecks schon lieber live gesehen, anstatt ewig am Gepaeckband zu warten.

Schoenster Moment in Kanada bisher: In Edmonton vor mir an der Gepaeckreklamation war eine stylische Frau, ungefaehr Anfang 20. Sie war eher zierlich, suedlaendischer Hauttyp und hatte gruene Straehnen in ihrer schwarzen Kurzhaarfrisur. Die schwarze Brille passte gut zum schwarzen Minikleid und den schwarzen Stiefeln. Und… sie hatte unrasierte Beine!!! Nein, keine Stoppeln, sondern eher einen Teppich. Etwas, was in Deutschland sehr untypisch ist, wenn man nicht gleich mit Kandidaten von Schwiegermutter gesucht oder Schwer verliebt gleichgestellt werden will.

Dabei sind es doch nur Haare, die da wachsen. Und die wachsen da halt nun mal. Und warum rasiert man sich die Beine? Weil man das so macht. Sagen alle. Ansonsten isses doof.

Noe. Wenn ich in einem Land leben kann, in dem man der Rasierklingenindustrie ein Schnippchen schlagen kann, ohne sich mit Vera Int Veen vor laufender Kamera fuef Stuecke Sahnetorte reinziehen zu muessen, will ich das gerne tun! 🙂