Ein Hang zum Ueberhang

In der vergangenen Woche ging es mit dem Bau unseres zukuenftigen Hauses eher schleppend voran. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass wir uns auf die Standortsuche konzentriert haben und an drei Tagen zu Besichtigungen oder Gespraechen in die Gegend gefahren sind. Dann hat es an zwei Tagen heftig geregnet oder gehagelt und ausserdem kam unser Vermieter aus Edmonton zu Besuch, um seiner Tochter zu zeigen, wo er aufgewachsen ist. Achja, in die Arbeit musste ich auch ungeplant am Wochenende. Und nebenbei arbeite ich auch noch an vier Tagen 10 Stunden plus je 30 Minuten Anfahrt und versuche einen Haushalt zu schmeissen…

Genug der faulen Ausreden! 😀 Trotz der oben aufgezaehlten Feinheiten sieht das Haus jetzt anders aus als noch im letzten Bericht.

Zuerst stellen wir die kleine aeussere Wand auf, die im letzten Beitrag noch auf dem Boden lag und befestigen diese sicher. Daraufhin stellt sich die Frage, wie wir den Ueberhang des Lofts bauen, so ganz in der Luft haengend. Beim Transport wird dieser Ueberhang auf der Deichsel aufliegen; doch wir bauen das Haus aufgebockt, damit wir auch von der Unterseite aus alles sicher verschrauben koennen. Also bauen wir eine temporaere Plattform auf die Deichsel, die den Ueberhang waehrend des Baus unterstuetzt.

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Eine kleine Plattform ragt ueber die Bodenplatte hinaus.

Auf die Plattform kommt die Aussenseite des Ueberhangs. Die muessen wir natuerlich wieder gut isolieren, damit uns beim Schlafen auch schoen warm ist. Genauso wie den Boden auch bauen wir den Loft Boden aus (von unten nach oben) OSB Platten, Membran, Holzrahmen und Isolierung, Dampfsperre, Sperrholz.

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Der Holzrahmen des Lofts ist gebaut.

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Von der Seite kann man die Groesse des Ueberhangs gut erkennen.

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Nur der ueberstehende Teil des Lofts wird isoliert.

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Ich stehe vor vollendetem Loftboden.

Nun fehlen nur noch die Waende des Lofts, die zugleich die letzten Waende des Hauses sind. Ein Fenster soll dort auch noch eingebaut werden. Ich plane und rechne fuer die kurze Wand mit Fenster, waehrend Tyrel schon mal anfaengt Holz fuer die langen Waende zu saegen.

Nach viel Saegen, Schrauben und Ausrichten steht schliesslich die letzte Wand.

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Alle Waende unseres Hauses stehen nun.

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Ein kleines Fenster im Loft sorgt fuer gute Durchlueftung und fuer einen Notausgang im Falle eines Falles.

Waehrend ich mich im Bett versuche auf das bevorstehende Weckerklingeln um 3:17 vorzubereiten, schraubt Tyrel noch die doppelte Kopfplatte auf die Waende. Jetzt sind sie auch am oberen Endefest miteinander verbunden und winklig.

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Das obere Vierkantholz ist verdoppelt worden. 

Wir haben uns fuer eine Flachdachkonstruktion entschieden, da es unsere Prioritaet ist, die groesstmoegliche Raumhoehe bei gleichzeitig niedriger Gesamthoehe zu erreichen. So koennen wir aufrecht stehen, brauchen aber keine Genehmigung, wenn wir das Haus an einen anderen Ort transportieren.

Eine hohe Schneelast ist nicht zu erwarten. Die mittlere Schneetiefe im Winter liegt hier bei gerade mal 20 cm. Trotz langem Winter. Das ist der einzige Vorteil, den ich mir unter dem Begriff „trockene Kaelte“ vorstellen kann. Auch wenn mir viele Leute gern erzaehlen, dass die „trockene Kaelte“ viel besser zu ertragen ist, kann ich mir immernoch keine nasskalten -30 Grad vorstellen. Es ist doch eh alles gefroren! Nur weniger Schnee liegt herum; das leuchtet ein und ist auch ganz praktisch.

Natuerlich ist ein Flachdach flach, aber trotzdem schraeg. Nur so kann Niederschlag ablaufen. Aus diesem Grund ist die Suedseite unseres Hauses zwei Zoll (~5 cm) hoeher als unsere Nordseite. Die Ost- und Westseiten muessen dementsprechend schraeg angepasst werden.

Gestern machten wir uns an die Dachsparren. Ich hatte grossen Spass – endlich wurde meine Frage aus der neunten Klasse beantwortet: „Wo zum Teufel werde ich in meinem Leben Winkelfunktionen und den Satz des Pythagoras anwenden?!“ Genau jetzt.

Fleissig rechne ich herum und weiss schliesslich, wie lang die Dachsparren theoretisch sein muessen und wo ich welche Winkel einschneiden muss, damit sie eben auf den Waenden aufliegen.

Jetzt muss es nur noch in der Praxis klappen… Der Sparren wird angesetzt und:

 

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Der Sparren passt auf die Wand genau wie vorher ausgerechnet!

Tyrel und ich beratschlagen ueber die Laenge des Sparren. Wollen wir einen Ueberhang des Dachs? Ein paar Zoll koennten wir uns leisten, bis die maximale Breite ohne Genehmigung erlaubt ist. Wir beschliessen, dass wir das Dachblech etwas ueberstehen lassen, aber die Holzkonstruktion des Daches buendig mit der Wand abschliessen.

Wir ueberlegen auch, ob wir mehr wegsaegen sollen um mehr Holz in Axialrichtung an die Wand anliegen zu lassen. Doch wir entscheiden uns dagegen, denn das wuerde auch bedeuten, dass wir die geplante Deckenhoehe herabsetzen. Wir erwarten keine enormen Kraefte, die in dieser Richtung auf das Dach einwirken. Mir war wichtig, dass die Sparren eben auf den Waenden sitzen um alles ordentlich festschrauben zu koennen. Und das ist geschafft.

Wir beschliessen, den bereits angefertigten Sparren als Vorlage zu nehmen und einen weiteren Sparren zu fertigen. Passt. Das reicht mir, um mich schlafen zu legen – immerhin muss ich morgen wieder extrem frueh aufstehen. Tyrel saegt am Abend noch 24 Sparren zurecht, bevor auch er schlafen geht.

In den kommenden drei Tagen wird Tyrel abends arbeiten, wir koennen also nicht zusammen anpacken. Wie das Blech aufs Dach kommen soll, weiss ich daher noch nicht genau. Vielleicht lassen wir uns was einfallen, wie wir mit nur je einer Person weiterbauen koennen. Vielleicht kommt das Blech auch erst am Samstag mit vereinten Kraeften aufs Dach und wir widmen uns bis dahin anderen Bauprojekten.

Irgendwie lustig, ich fiebere selbst mit, wie es weiter geht! 😀

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Ein Stueckchen Land Teil 2

Wir rekapitulieren unsere besichtigten Optionen vom letzten Eintrag:

  • A: Ein privater Platz auf einem Grundstueck 2,5 km von Tyrels Arbeitsplatz entfernt.
  • B: Eine offene Wiese neben einer Einfahrt mit direkten zwei Kurzzeitmiete-Nachbarn, 2 km von Tyrels Arbeitsplatz entfernt.
  • C: Ein grosses, zur Zeit nicht genutztes, landwirtschaftliches Feld bei Leuten, die eine Hobbyfarm haben; 3,5 km von Tyrels Arbeitsplatz entfernt.

A und C sind unsere Favoriten, wobei Tyrel zu A tendiert und ich zu C.

Netterweise hat B sich ein paar Tage nach der Besichtigung gemeldet und gesagt, dass sie das Angebot zurueckziehen. Wenn sie uns offiziell anmelden wuerden, wuerde unser Haus als zweite Wohnanlage auf dem Grundstueck gelten – was wiederum zu einem erheblichen Anstieg an Steuern und Versicherungen bedeuten wuerde. Na gut, dann brauchen wir denen nicht absagen. Die Besichtigung war trotzdem gut, die Leute waren sehr freundlich, genau wie A und C.

A meldete sich zwei weitere Tage spaeter zurueck. Er haette es sich ueberlegt und wuerde uns wirklich gern auf dem Grundstueck haben. Ob wir bald alles niet- und nagelfest machen wollen (Ja, gerne, aber wir wollen noch von C hoeren.).

C moechte uns auch gern beherbergen, sie brauchen aber noch eine Genehmigung der Landwirtschaftskammer. Schliesslich ist es ein landwirtschaftliches Feld und C moechte verstaendlicherweise den landwirtschaftlichen Titel nicht verlieren.

C bemueht sich ueber eine Woche, eine Aussage von der Landwirtschaftskammer zu diesem Fall zu bekommen. Grosszuegigerweise verteilt die Kammer in Zusammenarbeit mit anderen Kammern gleich mehrere Aussagen. Leider sind diese Aussagen gegensaetzlich und tragen mehr zur Verwirrung bei als alles andere. C liest sich in die eigentlichen Bestimmungen ein und wird dabei auch nicht viel schlauer.

Waehrenddessen meldet sich D bei mir. D lebt 10,5 km von Tyrels Arbeitsplatz entfernt, was mir eigentlich zu weit weg ist. Denn ich weiss, dass er bei der Entfernung trotzdem das Auto zur Arbeit fahren wird. Somit faellt in meinen Augen der entscheidende Vorteil weg, dass nur noch eine Person mit dem Auto zur Arbeit fahren muss. Tyrel findet, dass wir uns wenigstens ansehen muessen, was zur Diskussion steht. Wir verabreden uns fuer Freitag Nachmittag mit D.

D hat ein riesiges Stueck Land, auf dem sie schon teilweise Huetten vermietet. Eine Zufahrt waere vorhanden, die auch im Winter geraeumt wird. Es ist auch ein bisschen weniger Miete, was D verlangen wuerde; doch die Nachteile der nicht mehr fusslaeufigen Entfernung zur Arbeit wuerde das in meinen Augen nicht aufwiegen.

Tyrel und ich beratschlagen uns. Bis Sonntag wollen wir uns entscheiden – immerhin muesste A noch den Wald roden falls wir uns dafuer entscheiden. Und in einem Monat wollen wir schon mit dem Umzug beginnen.

Wir entschliessen uns fuer einen weiteren Besuch bei C um zu erfahren, was C’s Meinung nach dem Ausflug im Paragrafendjungel ist. C teilt uns mit, dass die Landwirtschaftkammer ihnen vor einiger Zeit sogar geholfen hat, eine Ausschreibung zu erstellen um Menschen auf dem Feld wohnen zu lassen, wenn sie dort ein wenig Landwirtschaft betreiben. Tyrel und ich sind uns einig, dass es keine Strafe fuer uns waere, etwas Gemuese anzubauen und einen kleinen Huehnerstall zu haben. Immerhin habe ich bei jeder Besichtigung die Frage gestellt, ob ich hier theoretisch Huehner halten duerfte. Ausserdem bin ich sehr an dem Thema Permakultur interessiert und wuerde gern ausprobieren, hier im hohen Norden etwas entsprechendes aufzubauen.

A und C verlangen die gleiche monatliche Miete.

Sonntag entscheiden wir uns fuer C.

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Ein moeglicher Platz fuer unser zukuenftiges Zuhause auf dem Feld bei C.

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Die Sonne bricht durch die Wolken, als wir uns nach dem perfekten Platz umsehen.

Auf dem Feld blueht schon die Wappenpflanze des Yukon, das Fireweed. Manche sehen Fireweed als Sanduhr fuer den Sommer an. Die untersten Blueten bluehen zuerst im Fruehsommer. Wenn die obersten Blueten verblueht sind, ist der Sommer vorbei.

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Uns bleiben noch ca. 10 Bluetenpaare Zeit bis zum Herbst, laut diesem Exemplar Fireweed.

In einem Monat fangen wir mit dem Umzug an.

Jetzt muessen wir nur noch das Haus dafuer bauen. 🙂

Und dann die Waende… zum Himmel… komm lasst uns froehlich sein!

Freitagnachmittag.

Das Wetter ist gut – der Boden wurde Donnerstagmorgen von Tyrel fertiggestellt, waehrend ich arbeiten war. Theoretisch koennten jetzt also die Waende gebaut werden. Jedoch habe ich bislang darauf verzichtet, die Plaene zu detailliert zu entwerfen. Es waren mir zu viele Unbekannte darin. Wie hoch ist der gesamte Boden tatsaechlich? Wir hoch ist das Profil des Metalldaches; und wie wollen wir das Dach letztendlich konstruieren? Wie viele Fenster haben wir gebraucht guenstig erstehen koennen, welche Masse haben sie und wo wollen wir sie letztendlich einbauen? Koennen wir unseren Plan einhalten, innerhalb der genehmigungsfreien Anhaengerhoehe zu bauen?

Einige Stunden lang messen wir, kritzeln wir, diskutieren wir. Messen nochmal, diskutieren weiter, zeichnen, streichen durch, halten Massbaender in die Luft und stellen uns daneben. Krabbeln unter Tische, um zu sehen, ob wir mit der simulierten Hoehe des Lofts zurechtkommen wuerden.

Am Ende steht ein genereller Plan. Wir werden fuer den Transport des Hauses keine spezielle Genehmigung wegen Uebergroesse benoetigen. Trotzdem kann Tyrel aufrecht stehen. In dem Wohnwagen, in dem wir ein gutes Jahr gelebt haben, musste er gebueckt stehen. Zum Aufrichten der Wirbelsaeule stand nur eine kleine Lueftungsoeffnung zum Aufkurbeln zur Verfuegung. Oder halt die grosse Welt vor der Haustuer. Jetzt wird er zwar im Haus nur innerliche Freudenspruenge veranstalten koennen, aber komplettes Aufrichten sowie schnelles Gehen sollten unfallfrei zu bewerkstelligen sein.

Samstagmorgen.

Tyrel arbeitet. Ich widme mich dem Haushalt und anschliessend dem Modell unserer Inneinrichtung, das ich ein wenig an unsere gestrigen Diskussionen anpasse.

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Herunterblickend vom Loft: Links Couch und Holzofen, rechts Kueche und Tisch.

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Blick von der Eingangstuer in unser kleines Haus. Rechts hinten eine Treppe, die zum Kriechloft fuehrt. Wie gut, dass wir meist liegend schlafen.

Samstagnachmittag.

Wir fangen an, Holz auf Mass zu saegen. Dabei fangen wir bewusst mit den beiden Waenden an, fuer die wir keine Fenster planen. Einfach nur Wand. Normalerweise werden solche Konstruktionen hier zusammengenagelt. Wir benutzen stattdessen Schrauben. Fuer einen sichereren Transport. Und ein besseres Gefuehl allemal.

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Die Holzstaenderwand wird auf dem Boden liegend montiert.

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Anchliessend richten wir die Wand mit vereinten Kraeften auf, schrauben sie am Boden fest und sichern sie mit einer zusaetzlichen Strebe.

Auch heute wird Arma irgendwann muede und schaut uns lieber aus dem Campingstuhl aus zu, statt die Gegend weiter zu erkunden. Und auch heute funkelt sie Sonne tiefrot, bevor sie untergeht.

Langsam bekommen wir den Dreh raus. Die zweite Wand ist etwas schneller errichtet als noch die erste. Trotzdem dauert das viele Ausrichten und Schrauben doch eine ganze Weile.

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Sonntag.

Morgens faehrt Tyrel in die Stadt. Wir brauchen neue 3 1/2 Zoll und 6 Zoll Schrauben, passende Bits, Fliegengitter aus Metall, und Silikon. Ich sperre ein Auge auf und hole mir die Absolution im Bett verweilen zu duerfen.

Spaeter diskutieren wir, wie die Eingangstuer eingebaut werden kann. Saegen wir die Tuer ab oder verkleinern wir den Sturz? Auf jeden Fall muss die Tuer doch auf die andere Seite als wir es Freitag noch geplant hatten.

Heute haben wir ein Helferlein an unserer Seite. Bella ist zu Besuch und dazu auch noch interessiert an Tiny Houses. Zunaechst muessen die weiteren Waende geplant werden. Doch in die werden Fenster eingebaut werden, das verkompliziert die Konstruktion (von der ich eigentlich nach wie vor wenig Ahnung habe). Aber ich sehe es einfach als Rechenaufgabe. Ich kann ja einfach nachmessen, wie dick oder breit etwas ist. Im besten Fall sollte sich dann alles zur geplanten Wandhoehe aufsummieren. Bella hilft beim Kopfrechnen. Und ich zeichne Plaene auf Holzabschnitte. Die koennen wenigstens nicht zerreissen oder wegfliegen.

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Bauplaene gezeichnet mit Kugelschreiber auf Holz.

Schliesslich bauen wir einen Wandabschnitt zusammen auf. Bella beweist sich als aeusserst talentierte Zusammenschrauberin. Und wir haben wirklich Spass an der Sache.

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Ein weiterer Wandabschnitt inklusive Fenster steht.

Natuerlich mussten wir diesen Abschnitt gebuehrend feiern mit einem Feuer, viel Gemuese, Wassermelone und Lavendel-Radler der oertlichen Brauerei.

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Arma mit ihrem liebsten Sommersnack: Kuehle Wassermelonenschale.

Montag.

Tyrel und ich haben frei. Und wollen dringend bauen. Wie toll das waere, wenn wir bald ein Dach auf dem Haus haetten. Dann muessten wir uns gar nicht mehr um den Fussboden sorgen. Da ist zwar eine Plane drueber; diese Plane ist jedoch in den letzten Tagen ziemlich loechrig geworden. Und ausserdem muessen wir noch den Boden vom Loft bauen und isolieren. Dabei sind wir nochmal auf gutes Wetter angewiesen. Und spaetestens am Wochenende soll es schon wieder regnen *schwitz*. Naja, dann mal ran an die Holzlatten.

Viel faellt mir nicht ein zu schreiben zu Montag. Wir bauen den ganzen Tag. Dann goenne ich mir knapp fueng Stunden Schlaf, waehrend Tyrel sich nur eine Stunde schlafen legt, als ich schon wieder aufgestanden bin und zur Arbeit muss. Dafuer habe ich jetzt meine Mittagspause damit verbracht, euch vom letzten Stand zu berichten. Zu Hause habe ich dafuer in den naechsten Wochen hoechstwahrscheinlich keine Zeit.

Achja, die letzten Bilder von heute morgen um 5 Uhr:

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Die Waende auf der Grundflaeche sind fast vollstaendig hochgezogen.

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Ca. 1,5 Meter vor der Deichsel sind die Waende sehr niedrig, damit der Boden des Lofts direkt in die Wand eingebaut werden kann.

Mittlerweile teile ich Tyrels Zuversicht bezueglich der Fertigstellung vor Ende August um einiges mehr. Fuer nur drei Wochenenden Bauzeit bislang sieht unser Projekt doch schon ziemlich verdaechtig nach einem Gebaeude aus!

Falls ihr irgendwelche Fragen zu unserem Projekt oder zu etwas anderem habt, nur her damit! 🙂

Ein Stueckchen Land

Dienstag Morgen.

Ich drucke und unterschreibe meinen Urlaubsantrag fuer Ende August auf der Arbeit. Im Feld fuer die Begruendung schreibe ich: „Ich ziehe um… in ein Haus das noch zu bauen ist und auf ein Stueck Land von dem ich nicht weiss, wo es sein wird. Also nehme ich lieber Urlaub fuer die Zeit, in der es geschehen wird.“

Der Direktor grinst und unterschreibt. Tyrel wird sich nicht freinehmen koennen, da das die Hauptsaison in seinem Betrieb ist. Also ist es doppelt gut, dass wenigstens ich auch waehrend des Tages das alte Haus abfertigen und Sachen zum neuen Ort fahren kann.

Ein Blick auf den Kalendar zeigt mir, dass der Umzug bereits naechsten Monat stattfinden wird. Vielleicht ist das eine gute Zeit, um sich nach einem Stueckchen Land umzusehen.

Dienstag Mittag.

Meine Mittagspause nutze ich zum Traeumen. Was waere denn perfekt fuer uns? Irgendwas bekommen wir eh, aber wenn ich es mir aussuchen koennte, was sind die Kriterien unseres Traumlandes?

  • Nahe an Tyrel’s Arbeitsstelle, damit nur ich zur Arbeit fahren muss. Und ich arbeite in der Stadt, wo wir nicht gern wohnen moechten.
  • Genug Platz fuer ein 9 m x 2,5 m grosses Haeusschen sowohl einen 2 m x 5 m Schuppen plus drei Fahrzeuge und einen Anhaenger.
  • Genug Sonnenlicht, um der Sonne auch im Winter etwas Solarstrom abringen zu koennen.
  • Die Moeglichkeit, dass wir in der Naehe eine Grube graben koennen. Nicht fuer unseren Burggraben, sondern fuer unser zukuenftiges Klohaeuschen.

Das schreibe ich schnell auf, stelle uns kurz vor und bastel ein paar Fotos dazu von uns mit Arma. Fertig ist das PDF Dokument.

Unsere Freundin Berenike hat mir neulich erzaehlt, dass unsere Wunschgegend eine eigene Facebookgruppe hat. Bei Facebook sind weder Tyrel noch ich angemeldet. Also stellt Berenike unser Gesuch online.

Dienstag Nachmittag.

Tyrel und ich sitzen Gruenkohl-mampfend auf dem Sofa. Genau wie gestern regnet es mal wieder, obwohl es laut Wetterbericht trocken sein sollte. Der Weiterbau faellt also ins Wasser.

„Hmmm… Ich hatte mir das schon so vorgestellt, dass sich gleich am ersten Abend jemand meldet, der ein tolles Stueck Land fuer uns hat.“, lamentiere ich in das Regengeprassel auf unserem Blechdach.

Tyrel entgegnet, dass noch keine 24 Stunden vergangen sind, seit unser Gesuch veroeffentlicht wurde. Und ich jetzt wirklich keinen Grund habe, ungeduldig zu sein. Aber ungeduldig bin ich gar nicht. In meiner Fantasie war es nur anders.

Da klingelt mein Handy.

Die Yukon Regierung moechte eine Umfrage ueber unsere Selbststaendigkeit durchfuehren. Ich gebe an Tyrel weiter, der verspricht spaeter zurueckzurufen.

Ein wenig spaeter klingelt Tyrels Handy.

Statt einer weiteren Umfrage ist es A. A hat unsere Anzeige gelesen und hat ein Stueck Land, auf dem er eigentlich ein Mietshaus bauen wollte, aber nie dazu gekommen ist. Er wohne nur zwei Kilometer von Tyrels Arbeitsplatz entfernt. Aber das Land muesse noch gerodet werden. Wir verabreden uns zu einem Treffen vor Ort am naechsten Abend.

„Genau so habe ich mir das vorgestellt.“, grinse ich. „Geht doch!“

Mittwoch Nachmittag.

Ich bringe es nicht uebers Herz, das Nickerchen von Tyrel auf der Couch zu unterbrechen. Stattdessen gehe ich mit Arma eine kurze Runde und versuche selbst kurz zu schlummern. Der Wecker wird in 28 Minuten klingeln. Statt des Weckers werde ich nach 25 Minuten von Tyrel geweckt, der mich darauf hinweist, dass wir in einer halben Stunde das Haus verlassen muessen. Daraufhin versuche ich ein bis zwei Augen aufzuhebeln.

Dann klingelt mein Handy. Es ist B, die unsere Anzeige gelesen hat und eventuell ein passendes Stueck Land fuer uns im Angebot haette. Ich werde mich bei ihr melden, sobald unser Termin mit A beendet ist.

Wir packen Arma ein und fahren zur verabredeten Adresse von A.

Mittwoch Abend.

A wohnt mit seiner Freundin auf einem grossen, bewaldeten Grundstueck. Ihr Haus steht ganz am Ende des Grundstuecks und die Einfahrt schlaengelt sich von links nach rechts, dann wieder nach links. Durch die erste Kurve ist ein imaginaeres Dreieck vorne rechts auf dem Grundstueck vom restlichen Gebiet abgetrennt. Und dieses Dreieck steht nun fuer uns zur Diskussion. Die beiden hatten schon laenger ueberlegt, hier eventuell ein Mietshaus hinzubauen. Auch die Eltern von A hatten angedeutet, dass das ein super Platz fuer ein Haus fuer ihren Ruhestand waere. Bis die Flaeche jedoch wirklich bebaut wird, wuerden noch ein paar Jahre vergehen. Eine Reihe Baeume soll jeweils stehen bleiben zur Einfahrt und den beiden Grunstuecksgrenzen hin. Das ist prima fuer die Privatsphaere, aber nicht optimal, um Solarstrom zu erzeugen. Vor allem im Winter, wenn wir unsere Autobatterie plus Motorblock elektrisch vorheizen muessen, damit das Auto auch anspringt. Eventuell gibt es auch dort eine Moeglichkeit, im Winter die Autos an deren Stromnetz anzuschliessen. Waehrend unserer Begehung des Grundstuecks findet sich Arma in der Mitte von vier weiteren Hunden wieder und wird zum Teil ziemlich in die Mangel genommen, zum Teil sehr freundlich zum Spiel eingeladen. Ein schoenes Bild. Wir verabschieden uns mit einem sehr guten Gefuehl.

Danach geht es gleich weiter zu B. Bs Grundstueck ist sehr entwickelt – eigentlich sind bis um das Haus herum alle Baeume einer Wiese gewichen. B und ihr Partner sind genau wie A samt Freundin sehr sympathisch und fuehren uns herum. Zur Diskussionen steht eine alte, eingezaeunte Pferdewiese, auf der unzaehlige wilde Erdbeeren wachsen. Mjam. Die Erzeugung von Solarstrom waere hier gar kein Problem. Je 20 Meter entfernt steht auf der einen Seite ein wall tent, also ein befestigtes, grosses Leinenzelt; sowie ein grosser Wohnwagen auf der anderen Seite. Auf Nachfrage bejahrt B, dass beide Objekte vermietet und bewohnt sind. Der Wohnwagen gehoert schon zum Grundstueck des Nachbarn. Die imaginaere Grenzlinie wuerde direkt an die Pferdewiese grenzen, eventuell sogar ein bisschen von ihr einschliessen. B plant keine Entwicklung der Wiese und wuerde sich freuen, wenn jemand auf ihr wohnen wuerde.

Nach dem Treffen bei B fahren wir zu unserer Freundin Berenike und beratschlagen ein wenig. Wir sind uns einig, dass es toll ist, zwei Optionen zu haben. Vor allem, da weder A noch B sich bislang Gedanken zur Hoehe der Miete gemacht haben. Wir haben beiden versichert, dass wir keine sofortige Antwort brauchen und sie sich in Ruhe darueber Gedanken machen sollen. Unsere Tendenz geht zu A. Zwar ist es nicht ganz so sonnig, dafuer haetten wir mehr Privatsphaere und koennten eventuell sogar unsere Autos im Winter mit Strom vorheizen, ohne unsere Solarbatterien dafuer zu pluendern. Und bei B wuerde der Frieden des Standorts schon davon abhaengig sein, was fuer Nachbarn man im Wall Tent und dem Wohnwagen bekommt.

Mittwoch Nacht.

Es ist schon nach meiner Schlafenszeit, daher fahren wir bald nach Hause. Ich moechte etwas im Internet nachschlagen und zuecke mein Handy. Da sehe ich, dass ich eine Nachricht erhalten habe. Von jemandem, der uns ein Stueck Land zeigen moechte. Wir fahren rechts ran und fragen, ob wir gleich vorbeikommen sollen, da wir in der Gegend sind. C bejaht. Sie wohnt auf der gleichen Strasse wie Berenike, also fahren wir genau dort hin, von wo wir eben kamen.

C und ihr Mann plus drei Jugendliche Soehne wohnen auf einem riesigen Grundstueck mit einer kleinen Hobbyfarm. Wir sehen Ziegen, Enten, Huehner, Truthaehne, Katzen und einen grossen, freundlichen Hund, der sehr lieb mit Arma spielt. C meint etwas verlegen, dass sie sich mit soetwas gar nicht auskennen. Tiny Houses, oder eine Flaeche vermieten. Aber sie haben vier Felder, die je gut 20’000 Quadratmeter gross sind. Und diese Felder liegen brach. In ein paar Jahren werden sie dort wahrscheinlich Heu anbauen. Aber das ist Zukunftsmusik. Beide arbeiten Vollzeit und sind mit den Soehnen und der Hobbyfarm voll ausgelastet. Auch braeuchten sie viele neue Geraetschaften, um die Felder zu bewirtschaften. Die moechten auch erstmal angeschafft und bezahlt werden. Die beiden stellen auch uns viele Fragen ueber unser zukuenftiges Haus und ueber uns. Dabei stellen sie fest, dass sie die Agrarbehoerde fragen muessten, ob sie temporaere Strukturen auf einem der Felder errichten duerften ohne den landwirtschaftlichen Titel zu verlieren. Auch C und ihr Mann fragen eher uns nach der Miete, was wir uns so vorgestellt haetten. Wir teilen den finanziellen Rahmen mit, den wir uns vorstellen wuerden. Aber gleichzeitig ermutigen wir auch, selbst zu ueberlegen und andere Leute nach ihrer Meinung zu fragen. Schliesslich sollen bei solch einer Vereinbarung alle zufrieden sein.

Tierisch muede fahren wir schliesslich doch nach Hause.

Bei A oder bei C wuerden wir wirklich gern wohnen. Vielleicht springt ja noch einer von beiden ab oder schlaegt eine fuer uns viel zu hohe Miete vor – dann haetten wir immer noch eine super Alternative. Auf jeden Fall sind wir sehr froh, dass auch die Stellplatzsuche gut voran geht.

Sonne!!!

Die letzten Wochen war es ziemlich feucht hier. Hier, das heisst 40 km neben der laut Statistik trockensten Stadt Kanadas! Und ziemlich feucht bedeutet, dass es seit Ende Mai Jeden. Verdammten. Tag. Geregnet. Hat! Die drei Tage, die dann doch trocken waren, war aber alles komplett durchnaesst.

Regen und Feuchtigkeit ist eher schlecht, wenn man versucht, einen isolierten Fussboden aus Holz zu bauen. Da soll keine Feuchtigkeit drin eingeschlossen sein, sonst bekommt man die nie wieder raus und der Boden schimmelt und fault.

Was machen? Plane spannen? Die Plane muesste riesig sein und wuerde somit vom ebenfalls vorherrschenden Wind erfasst werden. Es sei denn man verwendet reichlich Baumaterialien im Wert von mehreren Hundert Dollar und baut die Konstruktion entsprechend stabil. Aber so eine Summe in den buchstaeblichen Wind schiessen nur um trotzdem mit nassgewordenen Baumaterialien zu handhaben? So viele Silikagelpaeckchen habe ich nicht, um das zu kompensieren.

Also bleibt als oekonomischere Alternative das Warten. Um die Wartezeit schneller herumzubekommen habe ich eine echte Maennergrippe ausgebruetet. Jedenfalls hat sich die Erkaeltung wie eine angefuehlt. Pfui.

Doch dann… SONNE!!! Seit Donnerstag! Und erst fuer Montag war wieder Regen angesagt! Wobei man sich nur bedingt auf die Vorhersage verlassen kann. Es war dann tatsaechlich sonnig, aber diesig draussen durch den Rauch eines Waldbrandes, der hierher geweht wurde. Die Waldbrandgefahr im Umkreis war zum Glueck eine ganze Zeit niedrig durch die ganzen Regenfaelle. Mittlerweile ist sie wieder bei extremer Waldbrandgefahr angelangt, nach nur ein paar trockenen Tagen.

Tyrel arbeitete Donnerstag spaet. Am Morgen begann er damit, Spanplatten auf Vierkanthoelzer zu befestigen. Das ist der erste Schritt zum fertigen Haus!!

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Unser lieber Trailer mit dem beginnenden Aufbau.

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Die Spanplatten sind mit einer Reihe quer liegenden Vierkanthoelzern verbunden.

Nach der Arbeit besorgte ich etwas Holzspachtel und fing an, eine Fuge zuzuspachteln. Dabei habe ich auch nur zwei Muecken eingeatmet.

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Fuge spachtel dich… Oder wie lautete doch gleich das Zauberwort?

Arma bot ihre Hilfe auch an, kam aber leider nicht die 1,5 Meter zu mich hoch.

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Arma hat nur noch eine Teilzeitstelle als Schlappohr.

Freitag nach der Arbeit ging es dann gleich weiter und das ganze Bauprojekt des Wochenendes fing richtig an. Ich besorgte mehr Spachtelmasse, damit ich alles ordnungsgemaess fertigspachteln konnte und spachtelte mir einen zurecht. Tyrel und ich ueberprueften ob alle Vierkanthoelzer in sinnvollen Abstaenden angebracht waren und versenkten jede Menge Schraubenzur Befestigung.

Der naechste Schritt war die Membrane, die wir auf die Spanplatte getackert haben. Kleine Loecher in der Membrane wurden mit Klebeband versiegelt.

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Membrane auf Spanplatten auf Vierkantholzern auf trailer.

Auf diesen Schritt folgte unendlich langes Ausrichten. Die langen Balken der Unterkonstruktion hatten wir schon im Mai zusammengeleimt und geschraut. Doch jetzt alles auf einer Laenge von knapp acht Metern wirklich gerade hinzubekommen und festzuschrauben, kostet wirklich Muehe. Aber es hilft alles nichts. Schliesslich soll unser Boden ja auch wirklich einiges aushalten koennen. Umzuege zum Beispiel und Fahrten auf unserem trailer. Und wenn der Untergestell nicht gerade und winklig ist, dann werden der Fussboden, die Waende und das Dach wirklich gruselig. Also war hebeln, ausrichten, messen und schrauben, schrauben, schrauben angesagt.

Nach dem Zusammenschrauben saemtlicher Teile nahm ich den Winkelschleifer zur Hand und schliff alles ab, was mir zu hoch vorkam. Unseren Fussboden moechte ich dann doch relativ eben haben.

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Ich knie im Schlosserfanelle auf der Konstruktion und schleife was das Geraet hergibt.

Arma ueberwachte uns freundlicherweise, sodass wir uns zu keiner Zeit Sorgen ueber irgendwas machen mussten.

 

 

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Hund im Campingstuhl.

Irgendwann ging auch trotz Mitternachtssonnenzeit die Sonne kurz unter. Sonnenauf- und untergaenge sind besonders schoen, wenn Rauch in der Luft liegt.

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Eine blutrote Sonne vor borealen Baeumchen, die einem Scherenschnitt gleichen.

Trotz Uebermuedung, Dunkelheit, Schwaermen von Muecken und einer beruhigend trockenen Wettervorhersage beschlossen Tyrel und ich, weiterzuarbeiten. Wenn der Boden jetzt nass wird, haben wir schlechte Karten, das je wieder trocknen zu koennen.

Wir schneiden Stueckchen fuer Stueckchen Isoliermaterial zurecht und passen es an die enstandenen Faecher an. Schoen fluffig soll es sein und nicht gequetscht. Aber zu klein darf es auch nicht sein.

Waehrend wir schneiden und anpassen, donnert es weit entfernt. Dadurch, dass es hier so viele Berge gibt, entladen sich Regenschauer oft an einem anderen Berghang. Kein Grund zur Sorge.

Tatsaechlich ist es schon fast 1:30 h in der Frueh, als wir das letzte Paeckchen Isolierung zurechtschneiden und in das letzte Fach anpassen. Mit einer riesigen Rolle dicker Plastikfolie und zwei Tackern sorgen wir fuer den wetterdichten Verschluss.

Entspannt atme ich durch. Der feuchtigkeitsempfindlichste Schritt des Bodens ist geschafft. Tyrel merkt an, dass wir noch nicht fertig sind. Ein gelangweilter Vogel oder ein fieses Eichhorn koennten sich am Morgen durch das Plastik fressen. Ich sehe das ein, erinnere ich mich doch an die Raben, die ich auf einem Parkplatz dabei beobachten musste, wie sie ein neues, in Plastik eingewickeltes Sofa auf einem Truck auseinandernahmen. Also hieven wir vorsichtig Sperrholzplatten auf das Plastik.

Waehrend wir die vorletzte Platte auf das Plastik heben, faengt es an ordentlich zu regnen.

Wir laufen, holen die letzte Platte, decken alles mit Planen ab – die Konstruktion, den Stapel Sperrholzplatten, die Isolierungsreste. Dann braucht alles noch mehr Holz, zum Beschweren der Planen. Werkzeuge, Stuehle und zuallerletzt wir muessen ins Trockene gebracht werden.

Diese Nacht schlafe ich gut. Der Anfang ist gemacht. Jetzt brauchen wir noch den einen oder anderen trockenen Nachmittag, aber nicht wieder trockene Tage am Stueck.

So oder so, Ende August steht uns ein Umzug bevor. Wir haben der automatischen Verlaengerung unseres jaehrlichen Mietvertrags widersprochen. Zur Zeit haben wir zwar weder ein Haus, noch wissen wir, wo wir dieses Haus hinstellen werden. Aber ich weiss, dass es toll wird. Und auf dieses Gefuehl konnte ich mich bis jetzt immer verlassen.

Naechstes Abenteuer, wir kommen! 🙂

Didi

Eine Nachricht von mir zu dir:

Danke.

Für die Zeit, die wir hatten.

Fast ein Jahr bist du schon fort.

Lässt zurück

, neben Menschen die dich lieben,

Eine bunte Kleiderkammer voller Erinnerungen.

Manche Hemden groß und ulkig,

Kuschlige Socken, die wärmen. 

Statt Krawattensammlungen aber großzügig verteile Spitznamen.

So richtig fort wirst du wohl doch nie sein.

Solange irgendwo im Telefonnetz ein Gespräch angenommen wird, das „fälschlicherweise“ an eine katholische Pferdebadeanstalt verbunden wurde.

Solange du uns zum Lächeln bringst.

Solange wir sind.

Hundeleben

Erkenntnisse der ersten zwei Monate mit Hund:

  • Ich komme zu fast nichts mehr zu Hause!

Das ist einerseits gut, da ich auch nicht mehr dazu komme, auf dem Sofa zu hocken und das Internet nach lustigen Bildern abzusuchen. Jetzt bin ich auf jeden Fall haeufiger draussen, als es vorher der Fall war. Andererseits komme ich auch nicht mehr zum Bloggen, da der Hund direkt Bloedsinn anstellt, wenn man fuenf Minuten konzentriert etwas anderes machen moechte. Aaalso muss ich mich in der Hinsicht ein bisschen umorganisieren. Schreiben, wenn Tyrel mit dem Hund beschäftigt ist, zum Beispiel.

  • „Mein Gott, bist du groooss geworden!!“

Ein Ausspruch saemtlicher Freunde jedes Mal, wenn sie Arma erblicken. Erschreckenderweise ist es uns auch passiert, als wir sie nach sieben Tagen Deutschland aus der Hundepension abgeholt haben… Der Fotovergleich spricht fuer sich!

 

  • Einem Hundeblick ist schwer zu widerstehen.

Obwohl Arma jetzt schon deutlich weniger Welpe ist als noch vor zwei Monaten, zieht der klassische Hundeblick immer noch. Gemein: Besonders niedlich ist der Blick, wenn man sie gerade eher ausschimpfen als knuddeln sollte.

 

  • Manchmal waere man gern allein.

So eine (auch von Hunden) ungestoerte Privatsphaere hat echt was. Wenn man eine fiese Erkaeltung hat und ungestoerte Mittagsruhe halten moechte. Wenn man etwas kocht und einem eine Zutat auf den Boden faellt (die im Bauch des Hundes wirklich nicht mehr zu retten ist). Wenn man auf dem Klo die Unterbuchse runterzieht, um 0,3 Sekunden spaeter einen Hundekopf darin zu finden. Oder wenn man haeufig mit dem Auto fahren muss, weil man am Ende der Welt wohnt, aber dem Hund bei jeder Fahrt hoechst dramatisch uebel wird samt Erbrechen.

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Hund mit ueberdimensionalen, sich abseilenden Schleimzapfen an der Schnauze.

  • Eigentlich ist es aber ganz schoen.

Wenn Tyrel wild mit seinem Hund spielt, der im Anschluss zum Kuscheln dieses Mal jedoch lieber zu mir moechte.

Wenn man die Umwelt noch einmal mit messerscharfen Hundesinnen kennen lernt.

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Vorsichtiger Hund schnueffelt am Pferd.

Wenn ein vielfach geworfener Ball wirklich apportiert und hergegeben wird.

Und natuerlich wenn sich Arma jedes Mal aufs Neue von Herzen freut, mein manchmal auch genervtes und uebermuedetes Antlitz zu sehen. 

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Hund mit Herzchenaugen vor Postenkartenlandschaft