Winter

Winter. Ist mir bislang jedes Jahr passiert hier. Trotzdem immer noch magisch.

Dieses Jahr haelt er sich bislang eher bedeckt, die Sonne scheint kaum.

Doch wenn sie sich mal zeigt, versuche ich sie einzufangen und die verschiedenen Farben, die sie in den Schnee malt.

Blaeulich-graeuliche Schneedecke.
Der Sonnenschein war nach Sonnenuntergang erstmals an dem Tag zu sehen.
Blaeulich-gelblich erstrahlter Schnee.
Arma durchstoebert den weiss-glitzernden Schnee.

Zum Glueck kann man sich auch anders bei Laune halten: Zum Beispiel mit meinem jaehrlichen Kekstausch!

Jeder Teilnehmer backt einen grossen Haufen Kekse einer Sorte und gibt jeweils 12 Kekse an jeden anderen Teilnehmer weiter. Am Ende steht man mit einer wunderbaren Keksauswahl da und verschiebt alle guten Vorsaetze aufs naechste Jahr.

Mein diesjaehriger Beitrag: Matchakekse mit weisser Schokolade und Macadamianuessen.
Diese Keksarten erhielt ich im Gegenzug: Ein paar Biscotti, ein skandinavischer Kransekage-Ring, etwas Stollenartiges, ein Kokoskeks, ein Schokotropfenkeks, sowie ein Sesamkeks.

Meine Beine sind immer noch nicht ganz wiedereinsatzbereit fuers Laufen. Also pfluege ich zusammen mit Arma auf meinem Fatbike Furchen durch den Schnee oder gehe Langlaufen. Bewegung tut mir gut. Sogar die Gaenge ins Fitnesscenter zahlen sich aus, ich habe deutlich mehr Kraft in Alltagssituationen.

Ich fahre immer der Spur nach, Arma ist im Anflug durch den Tiefschnee.
Auch beim Langlaufen muss ich nur stumpf der Spur folgen – sehr entspannend!
Eine Bank laedt zum Ausblicksgenuss ein. Mir ist an der Stelle meist zu kalt um der Einladung nachzukommen.

Doch das Schoenste fuer mich am Winter ist, dass er so kalt und dunkel ist.

Dass die Hektik der anderen Jahreszeiten durchbrochen wird mit einem klaren „Stopp! Das geht jetzt nicht!“

Es ist die Zeit, in der ich ganz frueh schlafen gehe – es ist ja eh dunkel.

Die Zeit, in der ich auch mal Videospiele auf dem Sofa spiele, waehrend das Feuer im Ofen bollert.

Die Zeit, in der ich die Ertraege des Sommers geniesse. Wie meine kleine Huette.

Winterhuette.
Ein Feuer bringt den Ofen in der Huette zum Gluehen.
Klein aber fein: Es ist alles am rechten Fleck, um eine ruhige Zeit zu verbingen.

Heute auf der Arbeit hatte ich ein weihnachtliches Gespräch mit meinem Chef. Ich wollte ihm erklären, wer in Deutschland die Geschenke bringt.

„Also es gibt dort auch Santa Claus. Aber der heißt anders, denn der nicht-amerikanisierte, ECHTE Sankt Nikolaus steckt den Kindern ja schon am 6. Dezember Süßigkeiten in die Schuhe.“

(Diese Tradition fehlt hier völlig und erscheint befremdlich. Warum bitte in die stinkigen Schuhe?! In Kanada ist der 6. Dezember sogar ein inoffizieller Trauertag, da einem Massaker vor mehreren Jahrzehnten an einer Hochschule in Montreal gedacht wird.)

„Santa hat also einen anderen Namen, er ist der Weihnachtsmann, also Christmäs Män! Manche mögen aber Christmäs Män nicht so sehr. Vielleicht, weil sie keine dicken, bärtigen Verwandten haben, die ihn spielen können oder weil sie lieber Pepsi statt Coca Cola trinken oder weil das alles zu amerikanisch und kommerziell ist.

Doch für diese Leute gibt es eine Alternative: Das Christkind, ähm… Christ Child!

*ich lache mich über den Namen Christ Child kaputt*

Aaalso Christ Child ist natürlich einfacher für die Eltern zu spielen, weil im Gegensatz zu Christmäs Män es niemand je gesehen hat. Ich denke es ist eine Art Geist, der einfach die Geschenke hervorzaubert. Außerdem wird es nie explizit gesagt, aber ich glaube dass Christ Child eigentlich Baby Jesus ist, denn ansonsten spielten im Christentum nicht viele Kinder ne große Rolle, vor allem nicht zu Weihnachten! Aber niemand würde je sagen, dass die Geschenke von Baby Jesus sind, es ist immer das mysteriöse Christ Child.“

Mein Chef: „Christ Child klingt richtig gruselig. Ich würde Christmäs Män bevorzugen.“

Ich: „Nee, ich fand Christ Child viel ungruseliger als Christmäs Män! Christ Child ist ja nur ein guter Geist, gibt die Geschenke ab und ist wieder verschwunden für ein ganzes Jahr. Christmas Män ist ein polteriger Fremder, der super unnormal aussieht und der aber von den Eltern und Haus gelassen wird damit man als Rechenschaft ablegen muss, obwohl man den gar nicht kennt. Dabei darf man sonst gar keine Fremden ins Haus lassen oder mit denen reden! Da ist nicht nur Christmäs Män gruselig, sondern auch das irrationale Verhalten der Eltern!“

Also, seid ihr für Christmäs Män oder Christ Child? Ich bin fast dafür, die beiden gegeneinander antreten zu lassen in einer sehr teuren Hollywoodverfilmung!

Eine weitere Nacht kuendigt sich an – ich kann es kaum erwarten!
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34 Kommentare

  1. Dein Beitrag bringt mich wie immer zum Lachen und zum Staunen. 😃 In meiner Kindheit war Christ Child (😂) der Renner. Signorino hingegen bevorzugt Christmäs Män, weil es in seinen Serien vorkommt. Dabei ist alles automatisch mit dem Wort „Weihnachtsmann-„ gekennzeichnet: Weihnachtsmann-Baum, Weihnachtsmann-Markt.
    Sehr zu meinem Nachteil ging ich dazu über, nun auch alles „Weihnachtsmann-Markt“ und „Weihnachtsmann-Baum“ zu nennen, so dass mich meine Kolleg:innen anschauen als wäre ich nicht ganz knusper. 😄 Hab einen wundervollen Dezember mit Christ Child und Christmäs Män, liebe Luisa und viele Grüße aus Frankfurt, (Weihnachtsmann-)Eva

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    1. Hallo Weihnachtsmann-Eva,
      Ich finde super, wie du spielerisch mit Sprache umgehst und auch Signorinos Schoepfungen in dein aktives Vokabular uebernimmst!
      Die Kollegen finden immer einen Grund, einen komisch anzuschauen – warum also nicht voll ausleben, was einem gerade im Oberstuebchen beschaeftigt? 🙂
      Viele liebe Gruesse von YXY nach FRA, auch an das Christ Child deiner Kindheit! ❤
      Luisa

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    1. Danke fuer deine lieben Worte Jens! 🙂
      Christ Child wurde angeblich von Martin Luther erfunden, um der Heiligenverehrung zu Weihnachten Einhalt zu gebieten. Trotzdem ist Christmas Man im protestantischen Norden heutzutage viel beliebter als Christ Child, was wiederum sehr im katholischen Sueden verbreitet ist.
      Aber es mag sein, dass Coca Cola die Prioritaeten seitdem verschoben hat. 😉
      Viele Gruesse aus dem Yukon,
      Luisa

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  2. Herrliche Bilder, ich liebe besonders die Nahaufnahme von Arma im Schnee, so goldig 🥰

    Beim Keksaustausch wäre ich auch dabei, das ist wirklich eine tolle Idee! Hier in Mittelsachsen hat es übrigens auch mittlerweile einige Mal geschneit, aber so schön, wie bei dir sieht es (noch) nicht aus! Mal sehen, ob es dieses Jahr etwas mit weißen Weihnachten wird!
    Ganz liebe Grüße,
    Manja

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    1. Achso und bei uns zu Hause, im heidnischen Osten kommt natürlich der Christmäs Män und kein Christ Child. Mein Papa sieht mittlerweile aus wie der Christmäs Män und spielt ihn vllt dieses Jahr für Leo 😂

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    2. Mehrmals Schnee und das schon Anfang Dezember? Ist ja irre!
      Da druecke ich ganz fest die Daumen, dass es dieses Jahr klappt mit der weissen Weihnacht bei euch. 🙂
      Frag vielleicht mal rum im Freundes- und Familienkreis. Eventuell findest du ein paar Kekswillige. Die Vorteile ueberwiegen ja ganz eindeutig! 🙂
      Viele liebe Gruesse aus dem Yukon,
      Luisa

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  3. Liebe Luisa, eine geniale Idee, der Kekstausch. Wer hat schon Lust, selbst so viele Sorten zu backen. (Eine Freundin aus Bayern, aber die bäckt sowieso fast profimäβig das ganze Jahr.)
    Wir sind eindeutig Babbo-Natale-Fraktion. Der kommt auch meist heimlich vorbei, wenn wir spazieren gehen. (Psst: Mama hat meist noch irgendwas in der Wohnung vergessen und muss nochmal kurz zurück.)

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      1. Finde ich gut!
        Wenn man so alt wird, dass man wie der Nikolaus aussieht, hat man auf jeden Fall ne Menge erlebt. Roter Samt traegt bestimmt auch ein wenig auf. 😉
        Ganz liebe Gruesse aus dem Yukon,
        Luisa

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    1. Hallo Anja,
      Christmas Man scheint bei der juengeren Generation wirklich sehr beliebt zu sein. Ich finde ihn trotzdem noch gruselig – und das, obwohl er uns zu Weihnachten nie persoenlich besucht hat.
      Der einzige, dem roter Samt wirklich gut steht, ist vermutlich Thor! 😀
      Viele liebe Gruesse aus dem Yukon,
      Luisa

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    1. Liebe Stefanie,
      Das Leben bietet so viele verrueckte Facetten und Blickwinkel, da kann man doch gar nicht aus dem Staunen herauskommen… jedenfalls geht es mir so. 🙂
      Ich hoffe es geht dir und euch prima und du blickst auf ein gelungenes Jahr 2022 zurueck!
      Liebe Gruesse aus dem Yukon,
      Luisa

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      1. Liebe Luisa,
        Ich stimme dir in dem ersten Abschnitt völlig zu.
        2022 kann ich dabei allerdings getrost streichen. Die meiste Zeit mit Kopfschmerzen im Bett verbracht. Eine Odyssee. Dabei hatte ich so ein vielversprechendes Horoskop.😅
        Aber nun bin ich, glaube ich, am Wendepunkt…
        Also zurück zum ersten Abschnitt! Vorwärts.
        Besten Gruß
        Stefanie

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      2. Hi Stefanie,
        das tut mir Leid, dass du mit starken Kopfschmerzen zu kaempfen hast. 😦 Umso mehr druecke ich dir die Daumen, dass der Wendepunkt wirklich erreich ist und es nun bergauf geht!
        Uebrigens geht es mir so wie dir: Mein Horoskop fuer 2022 war auch rosarot und dennoch war es von gesundheitlichen Problemen ueberschattet. Aber mir fallen auch genug schoene Dinge ein, wenn ich zurueckblicke, also beschweren kann ich mich nicht. In den letzten Tagen verstaerkt sich bei mir das Gefuehl von „Jetzt reicht’s – ich bin jetzt einfach wieder gesund!!“
        Mal gucken, ob das was bewirkt! 😀
        Liebe Gruesse aus dem Yukon,
        Luisa

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  4. Bei uns kommt das Christkind. Aber dank Kindergarten, Schule und Kommerz, schleicht sich vei Wurzelgnom auch der Weihnachtsmann ein und wirnals Eltern ertappen uns dabei, das zu übernehmen. Übrigens ja…das Christkind ist Babyjesus und symbolisiert einen Teil der 3 faltigkeit, wenn ich es recht im Kopf habe! Kekse sehen lecker aus! 😛

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    1. Echt, das Christkind ist Jesus?
      Aber wuerde irgendwer sagen „Junge, Junge… Babyjesus hat sich mal wieder nicht lumpen lassen dieses Jahr… Dabei ist es doch sein Geburtstag!“? xD
      Kannst du mit deiner neuen Ernaehrungsform auch ab und an einen Keks futtern? 🙂
      Liebe Gruesse!

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  5. Liebe Luisa, genieße die Dunkelheit und Ruhe des Winters! Herbst und Winter finde ich auch so toll. Man kann sich muckelig zurückziehen und auftanken. Deine Hütte finde ich großartig! Lass es dir gutgehen und erhole dich beim Lesen auf dem Sofa, während du in einen Tauschkeks beißt. Alles Liebe dir, Lisa

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    1. Hallo Lisa,
      ich glaube wenn es den Winter hier nicht gaebe, wuerde ich den Sommer kaum ueberleben ohne anschliessenden Burnout. Aber wenn es den Sommer nicht gaebe, wuerde mir auch irgendwann die Decke auf den Kopf fallen. Die Mischung hier passt genau fuer mich persoenlich! 🙂
      Muckelige Gruesse nach NRW,
      Luisa

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  6. Meine Liebe, wie immer schön, von Dir zu lesen, Farben und Schnee, ein schönes Wortspiel. Und Arma ist scheinbar ein SChneehund. Und Du hast nur diese Hütte jetzt? Was würde mich das NICHT wundern. Meine Enkelkinder haben sich über den Nikolaus sehr gefreut, über stinkende Schuhe – haha – wurde nicht nachgedacht, ganz im Gegenteil, sie wollen sie seitdem jeden Tag GERN putzen.
    Ich habe noch einen Arbeitstag, dann gehts in die Ferien, zu meiner Schwester, mit der ganzen Familie. Du kannst gern ein paar Schneeflocken rüberschicken!!!! Alles Gute, pass auf Dich auf!!!! Jac

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    1. Liebe Jac,
      die Huette ist nur mein Studio, Gaestezimmer, wie auch immer. Ich lebe auch weiterhin mit Tyrel und Arma zusammen in unserem kleinen Haus. 🙂 Wobei es sein kann, dass ich im Sommer oefter mal in der Huette uebernachte – da ist es mir im Haus naemlich oft zu heiss zum Schlafen. Wir haben es so gebaut, dass der Schlafplatz moeglichst lange moeglichst warm bleibt. Im Winter zahlt es sich aus, heute morgen waren es -43 °C bei uns am Haus. Brrr…
      Geniess deine Ferien bei deiner Schwester! Vielleicht macht ihr ja wieder einen kleinen Abstecher in den Harz? Dann koennte es auch mit den Schneeflocken klappen! 😉
      Viele Gruesse und Frohe Festtage,
      Luisa

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      1. -43°, das ist der absolute Wahnsinn, aber Studio klingt toll und froh zu hören, dass ihr natürlich euer wunderschönes tiny Haus noch habt, hier sind alle Geschenke eingewickelt der Schnee nicht zu spüren und jetzt geht’s ab nach Braunschweig, aber vielleicht auch in den Harz, wie du schon gesagt hast, und die nächste Wanderung steht an, es geht ab Ende März auf den Jakobsweg den Camino Frances, 800 Kilometer, schon sehr drauf, und dann blogge ich auch wieder mehr, alles Gute Jac

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