Drüsenverwirrung

Schon laenger ueberlege ich zu schreiben.

Eigentlich ist der Blog ja dazu da, Familie und Freunde auf den neusten Stand zu bringen ohne das Gleiche in zig Einzelemails zu schreiben.

Doch wann ist etwas Privates zu privat um es auf einen oeffentlichen Blog zu stellen?

Ich schreibe jetzt einfach, deaktiviere aber die Kommentare. Die Allermeisten, die das hier lesen, wuenschen mir alles Gute, das weiss ich.

Was ist los?

Meine Schilddruese ist im Ungleichgewicht. Genauer gesagt ist es mein Koerper, der Antikoerper produziert, die an Rezeptoren an der Schilddruese andocken. Die somit gekitzelte Schilddruese nimmt das zum Anlass, ueberaus grosszuegig Hormone zu entsenden. Schilddruesenhormone sind fuer Prozesse wie Kreislauf zustaendig. Zu viel Hormone, zu viel Kreislauf, superhoher Puls, Schwitzen, Unruhe. Die meisten Menschen nehmen grundlos Gewicht ab, bei mir trifft das nicht zu. Na toll.

In Deutschland wird diese Autoimmunstoerung meist als Morbus Basedow bezeichnet. Finde ich jedoch doof. Niemand weiss so recht, ob das W jetzt stumm ist oder nicht. Also die englische und internationale Bezeichnung: Graves‘ disease. Hat nichts mit Graebern zu tun, ist wie Basedo(w) ein Name, klingt aber besser in meinen vom Tinnitus beglueckten Ohren. Fast wie eine Metalband!

Ich habe bereits eine Endokrinologin zugeteilt bekommen, die mir Schilddruesenhemmer verschrieben hat. Die habe ich jedoch nicht gut vetragen, was zum Absetzen und erneuten Aderlass zwecks Laboruntersuchung fuehrte. Die Blutkoerperchen waren aber alle vorhanden und winkten gut gelaunt ins Mikroskop.

Jetzt heisst es ein bisschen warten und dann den naechsten Versuch starten. Und dann, mal gucken.

Mir geht es nicht viel schlechter als sonst – ich hatte schon einen superhohen Puls seit dem erstmaligen Messen in der 9ten Klasse im Biounterricht und stehe generell unter Strom. Jetzt kamen noch ein paar weitere Symptome dazu, jedoch ist alles aushaltbar.

Es ist das Warten, was nervt. Und die Tatsache, dass mein Koerper dazu getriggert wird, sich selbst zu schaden.

Es fuehlt sich so an wie zu Zeiten meiner Kindheit, als mein grosser Bruder mich mit meinen eigenen Haenden verpruegelte und dabei schrie „Hoer auf dich selbst zu schlagen!!“. xD

Nach Recherche in meinem Umfeld scheint es sich dabei uebrigens um ein internationales Phaenomen zu handeln. Falls keine koerperlich ueberlegenen Geschwister in der Familie vorhanden sind, uebernehmen Vaeter scheinbar haeufig die Rolle, um dieses fast niedlich anmutende Trauma in die naechste Generation zu ueberfuehren. xD

Jedenfalls ist es okay, auch mal weniger gesund zu sein. Ich kann gerne so krank werden, wie es sein muss, damit es mir danach besser geht. Angepeilt fuer die „Es geht mir so gut wie noch nie“-Phase habe ich Mitte April 2022. Keine drei Monate mehr! 🙂

Ansonsten läuft es ganz okay. Nach einer fiesen Kältewelle mit einigen Tagen mit bis zu -46 °C war es Dienstag sommerlich warm mit bis zu +2 °C. Heute startete der Tag dann mit angemesseneren -16 °C bei mir am Haus.

Beim nächsten Mal gibt’s bestimmt wieder Bilder.