Gastbeitrag – Auf neuen Wegen

Wenn ich Besuch von Freunden aus Deutschland hatte, fragte ich regelmäßig, ob der Besuch einen Gastbeitrag aus deren Perspektive verfassen will.

Jetzt hatte ich schon länger keinen Besuch, aber meine Freundin und Nachbarin Berenike beschloss, in ihr Heimatland Deutschland zurückzukehren. Sie hat tatsächlich zugestimmt, einen Beitrag zu verfassen. Ganz lieben Dank dafür!

Wir hatten eine schöne Zeit gemeinsam im Yukon, seht selbst wie wir uns über meinen Monster-Osterzopf gefreut haben.

Berenike, ein monströses Hefegebäck und ich.

Während ich weiterhin sehr glücklich bin, hier zu sein, führte sie ihr nächster Schritt zurück über den Atlantik. Ihre Entscheidung finde ich sehr mutig und ich wünsche ihr vom Herzen alles Gute.

Am besten lest ihr aus ihrer Feder:


Seit genau vier Wochen bin ich nun wieder in Deutschland, nach dreieinhalb Jahren in denen mein Leben im Yukon statt fand. Dort lebte ich auf einem benachbarten Grundstück von Luisa, ebenfalls im Tiny House gemeinsam mit Partner, Hund und Ziege.

Das letzte Jahr über merkte ich, wie sehr ich meine Familie in Deutschland vermisse, gerade da meine Schwester einen Sohn bekam und meine Verwandten dadurch noch mehr zusammen wuchsen. Ich hatte richtiges Heimweh (es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich dieses Gefühl so deutlich spürte, davor war ich immer die „Nestflüchterin“ und war schon als junges Kind viel unterwegs).  Durch den Corona Virus und die Reiseeinschränkungen war es unabsehbar wann ich (wie so viele andere) wieder in die Heimat reisen kann. Im August war dann ein Besuch möglich, doch das Heimweh wurde dadurch nicht gestillt, sondern zu meinem Erschrecken gestärkt. Zurück in Kanada gab mein Herz mir ziemlich deutlich den Weg vor, den es zu gehen galt und trotz sehr schmerzlichen Abschieds ging es wenige Wochen später zurück nach Deutschland- dieses Mal mit gepackten Koffern.

Im Flieger über nordwestamerikanischen Bergketten.

Seit dem Moment in dem ich in meinem Geburtsort ankam, empfingen mich offene Arme, Herzen und Haustüren. Es erfüllte mein Herz mit tiefer Dankbarkeit und Liebe zu sehen, wie viele Menschen sich freuen, dass ich wieder in der Nähe lebe. Allen voran meine drei Patenkinder, mit denen ich nun viel Zeit verbringen darf, nachdem ich drei Jahre in ihren kurzen Leben verpasst hatte.

Entspannen im Kajak.

Ich bin sehr dankbar für die wundervolle Lebenszeit, die ich im Yukon verbracht habe und für die tiefen Verbindungen zu Menschen, Tieren und der atemberaubenden Landschaft.

Reiten im deutschen Wald.

Falls ihr euch irgendwo hingezogen fühlt, sei es ein Land, eine Person, ein Abenteuer, ist mein größter Rat einen Schritt darauf zu zugehen. Ich habe gelernt, dass meine Intuition der beste Kompass ist und mein Gefühl mir ziemlich genau sagt, was nun dran ist.

Berenike und Neffe genießen den Moment.

„Wohin du auch gehst, gehe mit ganzem Herzen“

10 Kommentare

  1. Hallo Luisa , ein interessannter Beitrag . schön das Berenike die für sich richtige Entscheidung getroffen hat . Ich stell mir das gar nicht so leicht vor sich nach dieser Zeit wieder in Deutschland einzuleben. Aber ich kanns auch überhaupt nicht beurteilen , ich hab noch nie so lange Zeit in einem anderen Land gelebt , ich hab noch nie Heimweh gehabt . Ich hatte nur des öfteren Umstellungsschwierigkeiten wenn ich mehrere Wochen an einem Ort war , der mir sehr gut gefiel , mich wieder hier in D einzuleben. Aber das ist natürlich auch ganz etwas anderes . Liebe Grüsse Anja

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Anja,
      Fuer mich waere es sicherlich auch schwer, mich in Deutschland wieder einzufinden. Aber fuer Berenike war es noch schwerer, weiterhin von ihrer Familie getrennt zu sein. Seit sie wieder in Schland ist, scheint auch alles wie am Schnuerchen zu klappen. Das ist denke ich immer ein Zeichen, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet.
      Wo auf der Welt hat es dir denn besonders gut gefallen? Auf eurer Hallig? 🙂
      Alles Liebe,
      Luisa

      Gefällt mir

      1. Liebe Luisa , da hast du Recht. Wichtig ist ja das Berenike die Richtige Entscheidung getroffen hat .
        Wo hats mir am besten gefallen? So leicht kann ich das gar nicht beantworten , ich bin relativ flexibel und relativ anpassungsfähig , es gibt einige Orte die ich sehr schön fand , alle meine Favoriten Orte haben etwas gemeinsam , viel Natur und wenig Menschen 😉 Das schönste Land das ich bisher gesehen habe ist für mich Norwegen. Liebe Grüsse Anja

        Gefällt 1 Person

  2. Noch kann ich mir nicht vorstellen, dass ich wieder nach DE zurück gehen würde wollen, sollte ich denn mal in meinem Wunschland leben können. Aber jeder muss für sich selber entscheiden. Und es steht niemandem zu, darüber zu urteilen.
    Ich habe mir letzte Woche ein Los für die Greencard Lotterie gegönnt. Alaska ist ja gleich nebenan 😉 Das mit dem Ahornsirup auf der Fensterbank hat bisher nämlich nicht funktioniert…
    Vielleicht habe ich bei einem Los ja mehr Glück 😀

    Schön von Dir zu hören, Luisa :*

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Gabi,
      Mensch da druecke ich dir ganz fest die Daumen, dass es mit der Greencard klappt! 🙂
      Vielleicht wuerde sich Skagway oder Juneau anbieten, dann waerst du in Null Komma Nichts in deinem geliebten Carcross. 🙂
      Liebe Gruesse und ich hoffe es geht dir gut!
      Luisa

      Gefällt 1 Person

      1. Skagway wäre schon ein traumhaftes Städtchen. Aber die Gegend um Palmer gefällt mir auch gut. Na, erst mal hin kommen. 😀 Auf der To-do Liste steht jedenfalls ganz oben: Kaffee und Kuchen mit Luisa 🙂
        Bis dahin versorgst Du mich einfach weiter mit ein bissel Yukon-Flair. Dann kriegen wir das schon hin.
        Liebe Grüße!
        Gabi

        Gefällt 1 Person

  3. Danke an Berenike für den Gastbeitrag – andere Gedanken/Blickwinkel einfließen zu lassen erfrischt auch den eigenen Geist 🙂
    Ich denke, dass es durchaus richtig ist der eigenen Intuition zu folgen und ein Leben ohne Reue zu leben.
    Viel Erfolg wünsch ich!

    Gefällt 2 Personen

  4. Endlich komme ich dazu zu schreiben und gleich dazu als Erstes : Mega Beitrag!!

    Ich finde es super, dass Berenike neue Pfade einschlaegt und wenn das heisst, dies in good old Germany zu tun … super!!

    Ist auch voellig egal, ob Andere das gut oder nicht finden … wichtig ist, dass sie ihrem Herzen folgt und wer weiss … vlt. heisst das ja auch, dass sie irgendwann wieder mal in den Yukon, oder nach Neuseeland zieht 🙂

    Fuer mich ist auch klar, dass Nova Scotia nicht „Endstation“ ist und, nachdem ich nun viele Jahre hier und ja auch in Schweden gelebt habe, weiss ich auch, dass es in Deutschland viele Aspekte gibt, die definitiv dort besser sind, als woanders und auch umgekehrt 😉

    Also, Dir Berenike, viele Spass im neuen Umfeld und Dir Luisa hoffentlich bald wieder so einen nette Nachbarin 🙂

    Viele, liebe Gruesse von unten rechts nach oben links
    ela

    Gefällt 1 Person

    1. Hi ela,

      Danke fuer deinen lieben Kommentar! 🙂
      Was ist schon Endstation im Leben? Wahrscheinlich erst, wenn das Herz nicht mehr schlaegt.
      Und bis dahin sollten wir das Leben doch auskosten und einfach dahin folgen, wo uns dieses Herz nun einmal fuehrt. ❤

      Uebrigens bin ich schon sehr gespannt, wohin es dich als naechstes verschlaegt… du scheinst schon laenger etwas auszuhecken. 🙂

      Wir warten auf den naechsten Schneefall (laut Vorhersage am Freitag), der bleibt dann liegen bis zum April.

      Liebe Gruesse nach unten links,
      Luisa

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s