Schlüpfrige Angelegenheit

Ohne viel Geschwafel:

  • 38 Eier kamen in den Inkubator.
  • 18 Eier sahen nach zwei Wochen beim Durchleuchten vielversprechend/entwickelt aus und durften im Inkubator verbleiben.
  • 13 Küken sind am Wochenende geschlüpft.
  • Das erste Küken schlüpfte am Samstag zwischen 4 h und 7 h morgens.
  • Das letzte Küken wurde Sonntag gegen 18 h auf die Welt befördert.

Dass sich relativ wenig Eier entwickelt haben, führe ich darauf zurück, dass die Eier per Post verschickt wurden und vier Tage unterwegs waren bei morgendlichen Temperaturen unter -10 °C. Da kann eigentlich alles schief gehen. Leider war ich auf die Zeitschiene des Inkubator-Schulprojekts angewiesen und konnte mir daher keine wärmere Zeit aussuchen. Jetzt weiß ich: Entweder Eier aus der Gegend ausbrüten, oder im Sommer verschicken.

Jetzt ein paar Impressionen vom Schlüpfvorgang.

Nach ein paar Stunden sehen die Küken dann schon sehr niedlich aus, sind fluffig und neugierig.

Es ist wichtig, den Inkubator die ganze Schlüpfzeit über geschlossen zu lassen. So bleibt eine hohe Luftfeuchtigkeit bestehen, die verhindert, dass die Membran zwischen Schale und Küken austrocknet, schrumpft und das Küken vakuumverpackt.

Doch heute waren wir sicher, dass es sich ausgeschlüpft hat. Die Küken zogen daher um, von meiner Vermieterin zu… Marcs Familie. Mit Marcs Partnerin bin ich mittlerweile befreundet. Und seit sechs Wochen ist sie jetzt zu Hause. Alleinerziehend mit vier kleinen Kindern, ohne Pause. Sie fragte mich also, ob ich die Küken nicht als Anschauungs- und Beschäftigungsprojekt zur Verfügung stellen wolle.

Ein bisschen komisch finde ich es, dass ich Hühner aufziehe, aber bislang keine Arbeit damit habe. Aber die Beteiligten versichern eifrig, dass ich ihnen damit einen Gefallen tue. Na gut, warum eigentlich nicht.

Hier der Umzug und das neue Heim:

In der Stunde, die ich beim neuen Kükenheim verbrachte, waren vier Kinder mit der wohl wichtigsten Frage beschäftigt: Welchen Namen kann man den 13 Küken geben?

Zur Auswahl standen bislang: Ciel, Icycle, Banana, Jumanji, Brave, Storm. Allerdings waren die Küken auch die meiste Zeit am schlafen unter der gemütlichen Wärmeplatte. Ich habe mich gegen eine Wärmelampe entschieden, weil eine Wärmelampe eine nicht zu unterschätzende Feuergefahr darstellt, außerdem ein Vielfaches an Strom benötigt und die Küken immer im Hellen sind. Unter der Wärmeplatte ist es hingegen kuschlig und dunkel, wie unter dem Flügel der Glucke. Etwas Bedenken hatte ich schon, als es plötzlich mucksmäuschenstill war. Eigentlich piepen Küken doch ununterbrochen, oder? Also Wärmeplatte angehoben und nachgeschaut. Darunter lagen 13 ausgestreckte Küken. Tot?!

Nein, schon ertönten entrüstete Protestpieslaute. Dann halt wieder gute Nacht.

Ich hoffe, dass mir regelmäßig Bilder zugespielt werden, sodass ich euch auf dem Laufenden halten kann. Aber spätestens das nächste Mal, wenn ich in der Stadt bin, schaue ich vorbei. Dann sind die kleinen Dinosaurier bestimmt schon etwas lebhafter und stehen gern Modell für ein paar Aufnahmen.

Jetzt bleibt die Frage, mit wie vielen Hähnen aus 13 Küken stehe ich am Ende da? Bis zur Auflösung dieser Frage werden wohl noch etliche Wochen vergehen. 🙂

 

Nachtrag: Nach einem langen Nickerchen wurden die Küken dann doch noch sehr munter und machten alle Anwesenden sehr glücklich.

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Bunte Küken erkunden die Futterstelle.

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Drei Kinder und dreizehn piepsende Küken: So sieht Glück aus. 🙂

31 Kommentare

  1. Félicitations! Die Küken sind ganz zauberhaft, ich war selber schon ganz aufgeregt, wann sie denn nun schlüpfen. Ich finde es sehr nett von Dir, dass Du Marcs Familie hilfst. Die Situation ist für mich unvorstellbar, aber ich glaube jede Mutter hätte gerade gern ein paar „echte“ Küken – das sind Superhelden. Ganz viel Freude und bleib gesund. Liebe Grüße aus Nova Scotia!

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    1. Hallo Nadine,
      Die Kükenunterbringung ist eine echte Win-Win Situation. Ich habe in meinem Schuhkarton-Haus kaum Platz und bin mir auch unsicher ob ich die Heizplatte die ganze Nacht über mit Strom versorgen könnte. Und in Marcs Haus ist dafür etwas Abwechslung und ein spannendes Projekt eingezogen. Wie heißt es so schön, it takes a village. 😉
      Viele Grüße an den anderen Ozean! 😁
      Luisa

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  2. Gratulation Luisa!
    Die Küken sind ja wirklich niedlich, wir freuen uns schon auf die nächsten Bilder!
    Für Marcs Kinder ist das bestimmt eine tolle neue Erfahrung und ich finde es gut,
    dass ihr das so gemacht habt.
    Liebe Grüße aus Schleswig-Holstein
    Jens

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    1. Hmm, manchmal war wohl auch der Hahn nicht fleißig genug… 😅
      Ja, ich feuer die 13 Küken ordentlich an. 💪
      Würden sich ein paar Hühner nicht auch in der wilden Ecke gut machen? Oder gibt’s dann wieder Diskussionen mit den Nachbarn?
      Viele Grüße!

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      1. Ich hatte doe Idee schon Also es sollten Wachteln werden, weil ich die winzigen Küken so possierlich finde. Aber erstens sind die gar nicht so einfach zu überwintern und zweitens gab es Diskussionen, aber nicht mit dem Nachbarn sondern mit dem Ehemann, der findet, dass wir wirklich genug Tiere haben 🙈.

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      2. Hmm… einfach mal am Fruehstuecktisch einwerfen „Jetzt ein Wachtelei, DAS waers…“ 😀 😀
        OK ich gebs zu, ich habe mir nur deine Wachtel-Blogeintraege vorgestellt und wuerde die jetzt zu gern lesen. 🙂

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    1. Hallo Gabi,
      Es ist wirklich viel spannender als Fernsehen! 😊
      Ich frage mich nur, ob die Kinder die Küken so gut sozialisieren, dass sie später als Therapiehühner eingesetzt werden könnten. 😄
      Lieben Gruß aus dem Yukon
      Luisa

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    1. Hallo zimmerpflanze,
      Lieben Dank für deine guten Wünsche! 😊 Erst sind sie niedlich und dann hoffentlich nützlich und legen reichlich Eier. Oder es sind doch alles Hähne… 😅
      Viele Grüße aus dem Yukon!

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      1. Hallo zimmerpflanze,
        Dankeschön für deine guten Wünsche!
        Ein paar Hähnchen dürfen ruhig dabei sein, aber bitte nicht 12. 😅
        Viele Grüße aus Kanada!
        Luisa

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    1. Ja, geschlüpft sind sechs Australorps, vier Ameraucana, ein Maran und zwei Orpington. Leider ist kein Küken aus den weißen Brabanter Eiern geschlüpft. Aber wenn mir danach ist, kann ich im nächsten Jahr wieder einen Versuch starten – dann vielleicht sogar mit eigenem Inkubator und auch später im Frühjahr um der Frostgefahr zu umgehen.

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  3. Sind die niedlich! ❤ Bin gespannt auf sämtliche kommenden Fotos – ich wünsche gesunde und glückliche Hühnchen und Hähnchen!

    Wir haben übrigens überlegt und schlagen noch folgende Namen vor: Hen-Rieke, Hen-ning, Dr. Perry Cocks, Hahnnes, Chick Guevara, Earl of Cockward, Hen-ry the Lion, Jacques Cockteau, Ulla Cock-am-Brink, Shelldon, Chicks Terminator, Hen-ry Ford, Hen Solo, Courtney Cocks, H.P. Brooster, Chick N. Nugget, Chick Norris, Chickeel O'Neil, Eggatha Christie.

    😀

    Liebe Grüße von Anne und Sebastian 😉

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    1. Okay, okay, Sebastian hat seine Kollegen beim Mittagessen auch noch mit Namen ausdenken angesteckt, so here we go: Egg-Bert, Hen-Tai Carmen, Jimmy Hen-chicks, Ei Wei Wei, Hennegret Kramp-Karrenbauer, Theodore Roostvelt, Obi Hahn Kenobi, Will-Ei-Am, Brütney Spears, Arnold Schwarzen-egg-er, Sylvester Stall-huhn, Jo-Hen K. Rowling, Mike Ei-son, Poison Ei-vy.

      ;D

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      1. OMG. Ich habe die Vorschläge gleich beim Aufwachen studiert und musste den armen Tyrel um 5:18h wachrütteln, damit ich ihm alles vorlesen und mich dabei begackern konnte. 😂🤣😂
        EGGSELLENT SUGEGGSTIONS!!!!
        Er brachte übrigens ein „that’s silly…“ hervor und schlief direkt wieder ein. Manchmal beneide ich ihn um sein ausgewogenes Temperament. ^^‘

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  4. Da sind sie ja endlich die kleinen Federbälle 🙂 🙂
    Coole Namensauswahl 😉 da könnt Ihr ja aus dem vollen schöpfen.
    Noch eine kleine Inspiration für langweilige nachmittage…

    Ich kann es schon vor mir sehen… Du und Tyrel im Chor mit den Hühnchen und Arma 🙂

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