Projekt Elchkanu Tag 6

Am fruehen Morgen werde ich aus dem Schlaf gerissen von Tyrels gekonnter Imitation einer verzweifelt riemigen Elchkuh. Wer das jetzt romanterisch findet, der hoere sich doch mal bitte exemplarisch an, wie das klingt.

Dazu muss ich anmerken, dass Tyrel das Ganze eher schreit. Hoert sich also eher an wie eine unheilige Mischung aus verzweifelter Elchkuh und rostiger Kettensaege.

Sofort schlage ich vor fuer unseren morgendlichen Weckton genau dieses Geraeusch einzustellen und stehe auf. Anscheinend kommt der kalte Morgen nicht wieder, es ist 1 Grad. Meine blaue, dick gefuetterte Latzhose macht beim Laufen ein leises siiipp, siiiipp, siiipp, was Tyrel in den Wahnsinn treibt. Anscheinend ist er der Meinung, Elche moegen keine warmen Hosen. Schliesslich ziehe ich Tyrels dicke Fleecehose ueber meine wollene lange Unterhose und nun kann auch der Elch nicht mehr meckern.

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Unser Camp am naechsten Morgen. Die Plane bietet Schutz vom Wetter und ist befestigt am Kanu und in den Sand gegrabenen Stoecken. Die Paddel spannen die Plane zusaetzlich auf, damit der Wind sie nicht auf uns nieder drueckt.

Beim Zubereiten des Fruhstuecks rufen wir und behalten unsere Umgebung genau im Auge. Leider ruehrt sich nichts. Wollen wir trotzdem eine weitere Nacht hier bleiben? Immerhin haben wir endlich einen Elchbullen gesehen!

Wir ueberlegen hin und her und entscheiden uns schliesslich dazu, zu gehen. Der Elchbulle von gestern hat allem Anschein nach eine gute Nase von unserem Geruch erhascht und ist jetzt ueber alle Berge. Wir machen einfach mehrere Pausen auf unserer Fahrt und rufen. Und hoffen auf eine bessere Gelegenheit.

Wir packen zusammen und fahren ein paar Flussbiegungen weiter, um dort zu rufen. Doch der Elch kommt nicht wieder. Auch kein anderer Elch schaut vorbei. Mist.

Ein paar Kilometer weiter versuchen wir es wieder. Rufen. Warten. Beobachten. Wieder Rufen.

Nichts.

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Aus dem gruenlichen Wasser des Yukon River ragen riesige Klippen hervor, die der Fluss ins Ufer gegraben hat.

„Dann sollte es halt nicht sein.“ denke ich mir und tauche wieder ab in die Monotonie der Paddelbewegung. Gleichfoermig wie in einer Meditation komme ich mit jedem Mal Paddeln meinem warmen Kaesekuchen ein kleines Stueckchen naeher.

„Mooose!“ Sofort sehe ich, was sich am Strand der kleinen Insel vor uns abspielt: Mama Elch liegt tatsaechlich mit ihren zwei Elchkaelbern am Strand und geniesst das Leben! Sofort hole ich meine Kamera raus. „Was machst du da?!? Schnell, wir muessen aus der Stroemung raus ans Ufer paddeln!!!“ Okay, okay. Die Kamera wird unsanft in den orangenen Muellsack am vorderen Ende des Kanus zurueckbefoerdert und ich lege mich maechtig ins Paddelzeug.

Aufgeschreckt durch die untypischen Flussbewohner suchen die Elche auch gleich das Weite. „Es koennen ja noch mehr Elche hier auf der Insel sein… wir pirschen uns an.“

Und wir pirschen und pirschen. Ueber Steine, durch Sand, Gras und Schlamm. Und finden nichts. Die ultrafrischen Spuren der fluechtenden Familie zeigen, dass diese gleich nach unserer Ankunft vom gegenueberliegenden Ende der Insel aus ans Festland geschwommen sind. Und die Elche haetten wir sowieso nicht gejagt, da die Kaelber noch zu jung waren und Mutti eh unter Schutz steht. Hmpf. Also geht es zurueck zum Kanu. Tyrel geht links durchs Unterholz, ich rechts.

Auf einmal ein lauter Knall!!!

War da jetzt doch noch ein Elch, den wir uebersehen haben?!

Freudestrahlend betritt Tyrel die Lichtung, die zwischen uns lag. Von seiner linken Hand baumelt… ein Hase. Der fuellt zwar nicht zu Hause die Gefriertruhen aber stellt eine willkommene Abwechslung in unserer derzeitigen Ernaehrung dar!

Ein gut gefuellter Teller Hasenfleisch ist die Jagdausbeute des Tages.

Als Beilage zum Hasen gibt es meinen Spezialkartoffelbrei, der aus vorportionierten und speziell gewuerzten Kartoffelflocken besteht.

Nach etwas mehr Paddelei sehen wir von weitem ein rotes Kanu. Es bleibt jedoch ganz weit entfernt. Erst jetzt wird mir bewusst, dass wir die letzten beiden Tage keinen anderen Menschen auf dem Fluss getroffen haben. Und irgendwie war es auch total okay so. Jetzt ist es aber auch wieder schoen zu sehen, dass man nicht allein ist auf der ganzen grossen Welt. Der grosse Abstand zum Kanu gefaellt mir ganz gut, so kann ich mir noch ein bisschen Zeit lassen mit meinen Gedanken, unsozialisiert.

 

Mit 47 km und einer Menge Jagdversuchen auf dem  Tacho halten wir fuer die Nacht. Wir schlafen in einem alten Holzfaellerlager, Erickson’s Woodyard. Doch heute ist es spaet und dunkel, morgen werden wir uns genauer umsehen.

Mein Schlafsack kuschelt mit mir von allen Seiten und leicht gleite ich ins Traumland hinueber.

21 Kommentare

      1. Heee!!
        Immer ruhig mit den jungen Müttern!! 😀
        Wirst du nicht jeden Morgen vom Stepphahn geweckt mit einem liebreizenden „Kikeriki-tock-tock“??
        Jeder Ehegatte bringt da seinen ganz eigenen Charme zur Geltung xD

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  1. So klingt eine Elchkuh ? Jetzt weiss ich das auch mal. Klingt wie ein Papagei. Schön das du nicht wieder Käsenudeln essen musstest. Bin auch auf die Fortsetzung sehr gespannt. l.g.Anja

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    1. … gerade in diesem Moment esse ich tatsächlich wieder Käsenudeln, kann also nicht nachhaltig geschadet haben. 😀 allerdings selbstgemachte Sauce und nicht aus der Packung, das macht geschmacklich einen riesigen Unterschied!
      Liebe Grüße,
      Luisa

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    2. ich kenn diese geräusche ja auch nur
      aus dem ronnyfernsehn
      und aus einem wald der ein ganzes stück entfernt is
      dort leben aber nur entfernte verwandte
      vonnse mooos 😀
      die nennen sich denn rothirsch
      @ luisa
      besteht die möglichkeit
      das du uns ein rezept zukommen lässt
      für die yukonkäsenudeln
      und
      den yukonkartoffelbrei ?
      gruß bella 🙂

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      1. Hallo Bella,
        Also die Käsenudeln sind einfach nur gekauft aus der Packung. Die heißen hier Macaroni and cheese oder Kraft Dinner und sind einfach kleine Ellenbogenmaccaroni mit einem Käsepulver. Nach Packungsanleitung soll man die Nudeln kochen, etwas Butter und Milch dazu und das Pulver unterrühren, fertig. So was ähnliches gibt es bestimmt auch in Deutschland.
        Den Kartoffelbrei mache ich folgendermaßen:
        3 Tassen Kartoffelbrei Flocken
        5 Esslöffel Milchpulver
        1 Teelöffel Salz
        1 Teelöffel Pfeffer
        1 Teelöffel Senfpulver
        4 Esslöffel braunen Zucker
        Drei Flocken Schmalz
        Drei getrocknete Pilze, zerbröselt, falls vorhanden

        Wiegt nichts, weil alles Pulver ist bis auf den Schmalz und macht eine große, leckere und günstige Mahlzeit. Einfach Wasser kochen, zum Pulver geben, gut umrühren, ein paar Minuten warten (dabei warm halten) und fertig!

        Guten Appetit 🙂
        Luisa

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  2. nach nochmaligem reinhören
    is der tyrell entweder im stimmbruch
    oder der elch den er nachmacht
    is schwul
    😀 😀 😀 😀
    sorry aber da muß er noch viel üben
    also nich der
    elch
    ne
    is klar oder ?
    gruß bella 🙂
    tiere nachmachen erfordert viel übung
    das ronnyherrschen kann es aber auchnich
    🙂

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    1. Im Video singt nicht Tyrel, sondern ein anderer Jäger. Tyrel klingt noch mehr nach rostiger Kettensäge. Hat wohl zu viele Bäume umgemacht der gute Junge! 🙂

      Gruß, Luisa

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      1. was soll ich dir bellen
        luisa
        da draussen
        brauchste keinen barriton
        sondern nen richtigen kerl 🙂
        und das scheint dein tyrel wohl zu sein
        aber die richtigen kerle steben aus
        😦
        ich mußte ja ein halbes jahr schnüffeln
        um an meinen rudelführer zu kommen
        und dann mußte ich den ja noch erziehen
        gruß bella 🙂

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  3. zum rezept vom lukonbrei
    das wird ja ne ordentliche portion
    das mit dem senfpulver kenne ich noch nich
    werde es aber probieren
    den zucker lass ich raus
    wegen bella
    verrührt wird bei uns das ganze mit nem schneebesen
    dem küchengerät 😀 ! !
    nich den für den hauszugang 😀 😀 😀
    ansonsten misch ich dosenfisch dazu
    oder fleisch
    menge je nach bedarf , lust und laune
    und wir haben meist noch instandgemüsebrühe
    oder rinderbrühe am kochwasser
    da benötigt man weniger salz denn das is ja schon
    im instandpulver
    die pilze landen auch im kochwasser
    sie saugen sich dann schneller voll
    so wie eure mahlzeit kann man das ganze
    wirklich gut draussen zusammenbasteln
    geht relativ schnell macht satt und warm im bauch
    und man braucht auch für zwei personen nur einen löffel 😀 😀
    beim kochen wie beim verschlingen 🙂
    bella bekommt ihre ration natürlich in nen napf
    es is halt immer etwas aufwendiger wenn man mit hund reisst
    🙂
    doch mein mistviech is diese mühe wert 🙂
    gruß ronny
    falls du noch andere rezepte hast
    die dort von den einheimischen
    draussies gekocht und gegessen werden
    kannste uns ja mal paar zukommen lassen
    elch und bisonfleisch muß ich aber durch einheimische zutaten ersetzen
    😦
    die bella und ich wünschen dir viel glück
    da draussen und immer warme füße
    und finger
    für alles andere sorgen die lukonkäsenudeln
    und der lukonbrei
    gruß bella 🙂 und ronny

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    1. Wohl bekommst! 🙂
      Den Zucker haben wir drin, weil das zusammen mit dem Senf richtig gut schmeckt und nochmal ein paar mehr Kalorien gibt. Kann man natürlich variieren und auch normalen Senf statt Pulver nehmen!
      Jedenfalls günstiger und weniger Zusatzstoffe und Mist als in normalem Camping-Essen aus dem Beutel 🙂
      Liebe Grüße,
      Luisa

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      1. die bella is rassebedingt
        mit augenkrankheiten vorbelastet
        grüner und grauer star und und und
        da lass ich den käuflichen zucker wech
        das geht bei hunden arg auf die augen
        im winter und auf touren
        greif ich recht gern auf die instandbrühe zurück
        wegen dem gewicht
        was du ja auch schon erwähnt hast
        und weil auch ne gekochte brühe friert ein
        ansonsten verwende ich auch richtige zutaten
        fertiges campingessen
        ??????
        biste irre
        wer kann sich denn sowas leisten ??
        wer draussen is kocht eintopf
        oder es wird gegrillt 🙂
        fleisch
        oder warme suppe
        schmalz kann immer 🙂
        denn es is da draussen immer besser
        wenn mehr augen aus der suppe rausschauen
        alswie rein 😀 😀
        5000 kalorien verballert man als mensch
        so mal locker im schnee bei den temperaturen
        und die bella jaaa die muß im moment in bewegung bleiben
        denn is sie warm
        bleibt se stehen kühlt se rasend schnell aus
        is klar bei dem bissel fellchen was sie so trägt
        auf wohlfühlhund macht sie
        bei 18 bis 22 grad celsius
        oder drüber
        und nein
        N E I N
        bella trägt keine kleidung !
        niemals
        gruß ronny

        Gefällt 1 Person

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