Mehr Holz vor die Hütte, der Winter kommt!

Die letzten Tage waren sehr vom herannahenden Winter gepraegt.

Zuerst haben wir einen Anhaenger voller Holz geliefert bekommen. Deb hat bei Freunden das Grundstueck von Totholz befreit. Da es sich groesstenteils um dickere Aeste gehandelt hat und es teilweise schon etwas angerotten ist, hat sie auf unsere Ofenlaenge geschnitten und uns einfach geschenkt. Da lag dann also ein ziemlicher Holzhaufen vor unserem Trailer rum.

Tyrel war schon auf der Arbeit, als Deb mit dem Anhaenger kam. Also haben wir es zusammen abgeladen und sie ist wieder gefahren. Das Holz wollte ich gerne haben aber bitte irgendwie… ordentlicher. Wie kann man es am besten lagern? Vielleicht zwischen den Baeumen? Auf jeden Fall nach Groesse geordnet, die dickeren Staemme zum Spalten und die duenneren Aeste kommen so in den Ofen.

Das Tageswerk war also klar und wurde auch umgesetzt, Scheit fuer Scheit.

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Bei so viel Ordnung fehlt nur noch der Gartenzwerg, um es perfekt zu machen. Das nordamerikanische Aequivalent dazu ist allerdings ein rosa Plastikflamingo im Garten. Und selbst den konnte ich im Canadian Tire noch nicht entdecken.

Gestern dann haben wir einen Tag damit verbracht, Deb auf ihrem Woodlot zu helfen. Ein Woodlot ist ein von der Regierung dir freigegebenes Gebiet, das zur Holzgewinnung dient. In diesem Fall handelt es sich um ein ehemaliges Waldstueck, dass vor ca. 8 Jahren einem Waldbrand zum Opfer gefallen ist. Es gibt aber auch Gebiete, denen Kaefer den Garaus gemacht haben. Jedenfalls stehen da ne Menge tote Baeume rum und das Land gehoert der Regierung. Und die gibt es gegen eine geringe Gebuehr an Personen zur Holzgewinnung. Waere ja schliesslich schade, wenn das Holz einfach so verrottet. Allerdings muss man pro Jahr mindestens 20 cord ( = 72,5 Raummeter) Holz entfernen, sonst wird das Gebiet jemand anderem zugesprochen. Bei einem Verkaufspreis von mindestens 200 $ pro cord gar nicht so schlecht das Geschaeft. Wenn man Spass dran hat und mit einer Kettensaege umgehen kann. Deb ist professionelle Baumfaellerin, daher ideal!

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Wir haben also einen Tag lang Scheite zu diversen Anhaengern und Ladeflaechen geschleppt und da gestapelt, während Deb Bäume fällt und Stücke nach Kundenwunsch schneidet. Als alles voll war, haben wir noch 11 lange schmale Baeume umgemacht, mit denen wir eine Art Zelt um unseren Trailer bauen wollen, um eine warme Isolationsschicht dem ernsten Winter entgegensetzen zu koennen. Immer wenn ein Baum fiel, wurden wir vorher gewarnt. Aber die angesagte Richtung hat in jedem Fall gepasst, auch wenn es manchmal nur ein enger Korridor war.

Doch irgendwann wurde es mehr als maikühl und wir fuhren einen Anhänger ausliefern und dann nach Hause. Nur die kleine Hündin Keech konnte dem Bodenfrost entgegen.

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Heute hat es leicht angefangen zu schneien und so weit auch noch nicht aufgehört. Die letzten Nächte sind die Temperaturen schon auf gefühlt weniger als -10 Grad Celsius gefallen. Und endlich habe ich ein Thermometer an einen Baum geschraubt, um es nicht nur zu fühlen, sondern auch zu sehen.

Der erste Unterschied: Die Leute scheinen ganz normal Auto zu fahren, trotz des Schnees. In ähnlichen Bedingungen musste ich schon mal den ganzen Weg zur Arbeit mit 30 km/h Spitzengeschwindigkeit meistern. Aber wir Deutschen sind Schnee auch nicht so sehr gewöhnt wie die Yukoner. Und so lange man heile ankommt, darf man gern auch vorsichtig fahren. ☃❗🚗🚕🚙🚚

Eins noch zum Thema Essen: Eigentlich bin ich nicht so der Nudelfan, es sei denn sie sind mit Steinpilzen gefüllt und schwimmen in Vier-Käse-Sahnesoße. Aber sie waren hier und mussten weg und ich wollte das beste draus machen.

Schließlich habe ich mit Mehlschwitze und Milch eine Soße angerührt, sie mit geräucherter Paprika, Senf und Steakpfeffer gewürzt und ab mit den kleinen gekochten Macaroni und reichlich Käse in eine Auflaufform. Brotreste in Würfel schneiden und anrösten und ab in den Ofen.

Mjam. Dazu gab es Möhren, Zwiebeln und Schwarzbärenfleisch. Man muss es sich auch mal gut gehen lassen.

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6 Kommentare

  1. Junge Junge, oder vielmehr Mädel! Wenn Du in ein paar Jahren mal auf Besuch kommst und in eine Kneipenschlägerei verwickelt wirst, hat Dein Gegenüber ganz schlechte Karten und macht er auch noch so viel Bodybuilding! Aber Muskeln sind ja immer gut und ich würde bestimmt 10 Kilo verlieren in kurzer Zeit, lebte ich im Yukon….Und Käsemakkaroni darfst Du dann auch in doppelten Portionen vertilgen. Ich bin gespannt auf Bilder von Eurem Trailerschutzdach. Und dieser kleine Hund ist ja putzig. Praktisches Kissen, der Husky! Haltet Euch warm, leibe Grüße von Muddy

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    1. Ich mache einfach so lange weiter, bis mir ein Bart wächst vor lauter Männlichkeit. :)}
      Das Gute am Körper ist ja, dass er sich schnell an Belastungen gewöhnt. Ich war erstaunt dass ich keinen Muskelkater hatte nach dem Holz-Schufte-Tag. Dafür jedoch einen Riesenhunger. Dagegen kann man zum Glück was machen. 😉
      Liebe Grüße von
      Muskelpina

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  2. Ordentliche Leistung soviel Holz zu machen^^
    Denke das Essen hast du dir am Ende des Tages verdient für die Nachbarschaftshilfe^^
    Wie siehts eigentlich mit Gewürzen in Kanada aus?
    Ist die normale Küche – wie in Deutschland – eher lasch oder gibts da ordentlich Gewürze beim Standardgericht drauf?
    Hat ja bestimmt einen Grund warum Inspektor Christopher Columbo die Abkürzung über Amerika zum Pfeffer entdeckt hat 😉
    Glaube ich muss meine Riesenpackung Türkenchilli bald ma wieder auffüllen^^

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    1. Ja, ich denke der Standard-Schärfegrad ist mit Deutschland vergleichbar. Allerdings befindet sich im Supermarkt eine feine Auswahl von Hot Sauces und natürlich auch Chili (frisch und Pulver), mit denen man alles nachschärfen kann.

      Ich muss sagen, dass ich mittlerweile frische Chili bevorzuge. Mit den getrockneten Flocken habe ich mich öfters schon verschätzt, so dass das Nachbrennen auf dem Donnerbalken nicht mehr feierlich war. Aber jeder hat da ja nen anderen Geschmack 😉

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