Camping Trip in den Winter

Es war soweit, Tyrel und ich haben unseren ersten Camping-Trip gemacht!

Leider sind wir erst relativ spaet losgekommen, hat aber nicht geschadet. Mit jeweils 40 Pfund Gepaeck auf den Ruecken ging es in die Berge, einige Stunden entweder durch angefrorene Suempfe, Weidenbuesche oder ueber Geroell. Jedenfalls immer bergauf und dem Schnee entgegen.

Je hoeher wir wanderten, desto mehr war der Boden von Flechten bedeckt. Sie lassen den Boden gelb-gruenlich geheimnisvoll leuchten.

Auch ein riesiger Wolf muss vor kurzem hier vorbeigekommen sein. Habe aber weder Brot, Wein, noch Rotkaeppchen gefunden. Sie bewundert wahrscheinlich seine grossen Koerperteile. So war das doch, oder?!

Schliesslich kamen wir nach einigen Stunden im Halbdunkeln an unserem Campingplatz an, etwas unterhalb des Passes nahe eines kleinen Flusses. Beim Zeltaufbau hat es gehagelt, geschneit und gestuermt aber kurz danach beruhigte es sich schon wieder. Noch nie habe ich meine Socken so qualmen sehen wie an diesem Abend, als ich die Gummistiefel ausgezogen habe (Ja, Gummistiefel. Ihr erinnert euch an die Suempfe, die es zu durchqueren galt?).

Tyrel hat schnell ein Feuer gemacht von dem Totholz, das wir ein paar Kilometer den Berg mit hochgetragen haben. Waehrend ich meinen neuen -40 Grad Celsius Schlafsack ausgerollt habe, ist das Wasser in den Trinkflaschen schon angefroren. Eine volle Flasche ist daher mit in meinen Schlafsack gewandert. Zusammen mit mir, frisch eingepackt in trockene Wechselklamotten. Noch schnell etwas warme Kaese-Maccaroni einverleibt und schon gingen die Lichter aus.

Von der Nacht kann ich nicht viel berichten, ausser dass es um 8 Uhr morgens -5 Grad im Zelt waren. Es war definitiv eine Nacht in der man sich wuenscht, man haette der Werbung von Granu Fink dereinst mehr Beachtung geschenkt.

Morgens fand ich meinen naechtlichen Atem gefroren auf meinem Schlafsack wieder. Die vernachlaessigte Wasserflasche folgte diesem Beispiel und begruesste mich als Plastik-Eisklotz.

Schnell irgendwie aus dem Schlafsack pellen und erneut Feuer machen. Zum Fruhstueck gab es den Kaese-Maccaroni-Rest zusammen mit Curry-Hefeteig-Taschen, die zwei Tage vorher mit Hackfleisch und Gemuese gefuellt habe.

Nur wenige hundert Meter ueber uns auf dem Berghang beobachteten einige Dall-Schafe ganz genau, was wir so treiben, waehrend sie Sonne tankten. Wir haben sie schon den Abend zuvor gesehen, allerdings war es zu dunkel um Bilder zu schiessen.

Nachdem wir das Camp wieder in unsere Rucksaecke verfrachtet haben, liefen wir den restlichen Weg den Bergpass hinauf. Auf dem Weg trafen wir etliche gut getarnte ptarmigan (Schneehuehner) sowie einen reichlich speckigen gopher (Erdhoernchen), bei dem die Paleo-Diaet beim besten Willen nicht anzuschlagen zu scheint.

Schliesslich, endlich waren wir da. Falls sich jemand bis hierher gefragt haben sollte „Wozu das Ganze?“: Dafuer!

Eine wahnsinnige Aussicht, die klarste Luft die man sich vorstellen kann und ein Gefuehl grenzenloser Freiheit. Das bekomme ich nicht im Fuenf-Sterne-Hotel oder beim Computer-Spielen. Dieses Gefuehl der Lebendigkeit treibt mich an.

Und das beste daran: Jetzt hab ichs gleich vor der Trailertuer! 🙂

Der Bergpass heisst uebrigens Marmot Pass, auf deutsch Murmeltier-Pass. Auf dem Weg hoch haben Tyrel und ich uns einige Zeit lang auf verballhorntem Japanisch unterhalten. Jetzt heisst der Pass fuer uns Marimoto Passu. Sehr international. Hai.

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5 Kommentare

  1. Es ist wunderschön, genieße es. Wenn man richtig gekleidet ist, verkraftet man das gut. Und – 5 ° C sind auch noch ok. Ich stelle mir die menschenleere Landschaft spannend vor. Wenn ich so an unseren Alltag denke, jeden Tag Massen von Menschen um uns herum hier. Du lebst jetzt auf eine völlig andere Weise. Ich hoffe sehr, es klappt mal mit einem Besuch, obwohl ich mir nicht zutraue, mit dem 20 kg-Rucksack durch die Wildnis zu wandern….aber es gibt ja Camper(autos) und Straßen-auch wenn das nicht dasselbe ist! Aber ich bin ja erstens nicht mehr die Jüngste und zweitens nicht sehr trainiert. Liebe Grüße von Muddi

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    1. Keine Sorge Muddi,
      das kriegen wir schon hin. Es gibt hier auch unzählig viele schöne Orte zu denen man hinfahren kann. Und den Rest fotografiere ich einfach für dich! 🙂
      Also, keinen Stress! Zur Not wird ein Packesel organisiert, auf den du hoffentlich nicht allergisch bist.
      Liebe Grüße
      Lupina

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  2. Auf jeden Fall sehr schöne Bilder – weiter so! 🙂
    Denke die körperliche Anstrengung für den Ausblick lässt das ganze noch imposanter erscheinen.
    Wenn du nachts mal rausmusst, dann kannst immerhin keine vorgewärmten Klobrillen erwarten 😉
    Somit hat das schon etwas gutes 🙂
    Ich hab eben nochmal nachgelesen: In Kanada gilt seit 1970 das metrische System! Ich hoffe das setzt du dort auch streng um und sone Pfundangeben kommen nur, um eine größere Zahl zu demonstieren stimmts? 😉
    Sarah und ich waren am langen WE leicht krank und waren froh, dass wir unser 5-Stern-Heim hatten.
    Ansonsten siehst du auf dem ersten Wanderbild schon etwas kälter/sonnenkarger aus.
    Hierzulande sehe ich eher Grand Canaria-Rückkehrer die sonnengebräunt sind.
    Die aktuellen Tagestiefstemperaturen liegen bei uns aktuell bei ca. 9°C – das wird schon frischer und sogar ich hab die Heizung jetzt wieder eingeschaltet^^
    Den alljährlichen Reifenwechsel kannst du dir dieses Jahr auf jeden Fall sparen oder hab ihr in Kanada da auch sowas wie die „Von O bis O“-Regel?

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    1. Gesetzlich gilt hier tatsächlich das metrische System. Heißt: auf den Straßenschildern sind km/h Geschwindigkeiten angegeben. Aber sobald man sich über Körpergröße unterhält oder den Ofen vorheizen möchte, sollte man auf das imperiale System umschwenken. Das liegt denke ich an der Nähe zu den USA und daran, dass viele Güter importiert sind. Bei der Körpergröße kommt mir das entgegen, weil ich hier 6 feet groß bin anstatt 183 cm ^^
      Zurückzukommen auf die Rucksäcke: wir haben eine Fischwaage, wo man Sachen dranhängen kann. Natürlich in Pfund. Und da ich die Umrechnung nicht im Kopf habe, habe ich es einfach so aufgeschrieben.
      Meine Umrechnungs-App verrät mir, dass 40 Pfund 18,1437 kg entsprechen.
      Die meisten Leute fahren hier ganzjährig mit Winterreifen rum weil sich ein Reifenwechsel kaum lohnt. Aber dadurch nutzen sich die Reifen schneller ab als nötig. Vielleicht gönnen wir uns nächstes Jahr den Luxus von Sommerreifen, mal sehen. 🙂

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  3. ich würde ja auf Sommerreifen verzichten und fahre ja hier schon mit Ganzjahresreifen und bin recht froh, dass ich zumindest für mein Auto nichts wechseln muss^^
    Über die Angabe km/h kann man sich eh streiten… sinnvoller wäre es alles in m/s anzugeben, da haben die Menschen einen Bezug zu, während km/h die Geschwindigkeit nur lange Fahrten mit Tempomat angibt. Aber egal – metrisch ist schon gut.
    Könnten die Europäer ja in ihren TIPP-Verhandlungen verlangen, dass die USA das auch einführen muss^^
    Die werden sich freuen. xD

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